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Humanoide Roboter 2026, wer sie baut, wer sie benutzt, wo Deutschland steht

Humanoide Roboter sind 2026 keine Vision mehr. China hat allein im ersten Halbjahr über 40.000 Stück gebaut und peilt mehr als 100.000 im Jahr an. Weltweit ausgeliefert wurden im ersten Halbjahr allerdings nur 19.100 Geräte, über 97 Prozent davon von chinesischen Herstellern. In den USA hat Boston Dynamics den ersten produktionsreifen Atlas vorgestellt, dessen Jahresproduktion vollständig an Hyundai und Google DeepMind geht; Figure hat im Juli den tausendsten Roboter gebaut, 1X nimmt Vorbestellungen für den ersten Heimroboter an, und Tesla hat bis heute keine einzige Stückzahl genannt. Und Deutschland? Hat zwei Hoffnungsträger, ein Forschungszentrum am Münchner Flughafen, und einen fränkischen Zulieferer, der zur stillen Schlüsselfigur der ganzen Branche geworden ist. Die Markt-Research direkt darunter beantwortet die zentrale Frage: Wie weit sind die Roboter wirklich, und was kommt auf uns zu? Sachlich, mit Quellen, mit Stand-Marker.

Stand: 18. August 2026
KIPODE Markt-Research · Stand: 18. August 2026

Wie weit sind die humanoiden Roboter wirklich, und was kommt da auf uns zu?

Worum es hier geht, und worum nicht. Diese Seite zählt ausschließlich humanoide Roboter: Maschinen in Menschengestalt, die menschliche Tätigkeiten übernehmen sollen, vom Handgriff am Fließband bis zum Haushalt. Nicht gemeint sind klassische Industrieroboter wie die fest montierten Schweiß- und Lackierarme der Autowerke, Reinigungs- und Saugroboter, Lieferroboter oder OP-Systeme im Krankenhaus. Von solchen Maschinen laufen weltweit Millionen, sie ersetzen aber einzelne Arbeitsschritte. Die Humanoiden in den Zählern unten sind die Kategorie, die als universeller Kollege gebaut wird, und genau deshalb zählen wir sie einzeln.

Das ist die zentrale Frage dieser Seite, und die Antwort ändert sich gerade im Monatstakt. Die Roboter sind keine Vision mehr, sie sind Serienprodukt: China hat allein im ersten Halbjahr 2026 über 40.000 humanoide Roboter gebaut und steuert nach Angaben des Pekinger Industrieministeriums MIIT auf über 100.000 im Gesamtjahr zu (chinesische Regierungsangabe, CGTN). Die US-Bank Morgan Stanley hat ihre Auslieferungs-Prognose für China am 24. Juni 2026 von 28.000 auf 50.000 Einheiten verdoppelt. In Foshan in der Provinz Guangdong läuft beim Hersteller Leju Chinas erste teilautomatisierte Roboterfabrik: alle 30 Minuten ein fertiger Humanoide (Provinzregierung Guangdong). Schon 2025 kamen laut dem Marktforscher Omdia rund 90 Prozent aller weltweit ausgelieferten Humanoiden aus chinesischen Fabriken (SCMP/Omdia). Und gerade jetzt vollzieht sich der nächste Schritt: Unitree hat am 6. August 2026 den Ausgabepreis seines Börsengangs auf 150,80 Yuan je Aktie festgesetzt, die Zeichnung lief ab dem 10. August und war rund 8.288-fach überzeichnet. Das Emissionsvolumen liegt bei etwa 6,1 Milliarden Yuan, die Bewertung bei rund 61 Milliarden Yuan oder 9 Milliarden US-Dollar; unter dem Kürzel 688836 wird Unitree die erste börsennotierte Humanoid-Aktie im chinesischen A-Aktien-Markt (Reuters). Die Zulassung durch die Börsenaufsicht CSRC kam am 1. Juli, 104 Tage nach Antragseingang und damit so schnell wie kein Verfahren zuvor am STAR Market. Der Unitree-Umsatz 2025: 1,69 Milliarden Yuan, gut das Dreizehnfache von 2022.

Live-Lagebild · Weltweite Auslieferungen 1. Halbjahr 2026 Stand: 18. August 2026, wird bei jeder neuen Meldung nachgezogen
1 🇨🇳AgiBot ≈ 8.40044 %
2 🇨🇳Unitree ≈ 5.90031 %
3 🇨🇳Galbot ≈ 9005 %
4 🇨🇳UBTech ≈ 7004 %
5 🇨🇳Leju ≈ 6003 %
· 🌎alle übrigen Hersteller weltweit ≈ 2.60014 %

19.100 humanoide Roboter wurden im 1. Halbjahr 2026 weltweit ausgeliefert, gut das Dreifache des Vorjahres. Über 97 Prozent davon stammen von chinesischen Herstellern. Die fünf gezeigten Anbieter sind alle chinesisch und stellen zusammen 86 Prozent des Weltmarkts; die grau markierte Restgruppe enthält sämtliche amerikanischen, europäischen und übrigen Anbieter. Erhebung: Smart Analytics Global, 10. August 2026, aufgegriffen von Bloomberg und SCMP. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet SAG rund 60.000 Auslieferungen bei etwa 1,6 Milliarden US-Dollar Umsatz, für 2030 bis zu 500.000. Bemerkenswert ist die Verschiebung der Anwendung: Über 70 Prozent der Geräte gingen in industrielle und gewerbliche Nutzung, vor einem Jahr waren es rund 50 Prozent.

Warum hier keine Produktionszahlen stehen. Chinas Industrieministerium MIIT nennt für das eigene Land über 40.000 produzierte Humanoide im 1. Halbjahr 2026 und erwartet über 100.000 im Gesamtjahr (Vizeminister Ke Jixin, 17. Juli 2026; die Jahresprognose zuvor schon von Gan Xiaobin am 7. Juli, CGTN/Xinhua). Das sind mündliche Regierungsangaben von Fachveranstaltungen, keine amtliche Statistikreihe: Das chinesische Statistikamt führt für humanoide Roboter keine eigene Kategorie. Vor allem aber ist es eine Produktionszahl, keine Auslieferung, und der chinesische Humanoid-Begriff schließt radgestützte Modelle mit ein. Zum Vergleich: Morgan Stanley erwartet für ganz China 50.000 Auslieferungen im Jahr 2026, also die Hälfte der MIIT-Zahl, ein chinesischer Branchenreport vom Juli kommt auf gut 30.000 produzierte und rund 23.000 ausgelieferte Einheiten im Halbjahr. Zwischen amtlicher Produktionsansage und unabhängig gemessener Auslieferung liegt damit ein Faktor von zwei bis fünf. Produziert, ausgeliefert, kumuliert seit Firmengründung, Kapazität, Vorbestellung und Auftragsbestand sind sechs verschiedene Größen, und fast jede Schlagzeile zu diesem Thema vermischt mindestens zwei davon. Diese Seite hält sie auseinander: oben die gemessene Auslieferung, unten im Zähler die zuletzt gemeldeten Herstellerstände mit Datum und Quelle.

Der Produktions-Zähler: aktuellste gemeldete Zahl je Hersteller

Ein Hersteller, eine Karte: die jüngste offiziell gemeldete Produktionszahl mit Meldedatum und Quelle, dazu Kapazität und Status (aktiv oder in Planung). Aufgenommen ist, wer ein lieferbares Produkt hat, oben stehen die Hersteller mit einer gemeldeten Zahl. Dass die Mehrheit der Karten „keine Zahl gemeldet" trägt, ist selbst ein Befund: Der Markt wächst schneller, als er sich in die Bücher schauen lässt. Sobald ein Hersteller neu meldet, wird der Zähler hier nachgezogen.

🇨🇳AgiBot · China · kumuliert
15.000

gemeldet 29. Juni 2026 (The Robot Report). Tempo: rund 5.000 pro Quartal aus Shanghai, Nummer 10.000 kam im März, Nummer 15.000 Ende Juni

🇨🇳Unitree · China · kumuliert
≈ 11.000

zweibeinige Modelle laut Börsenprospekt, gemeldet Juni 2026 (Time). Jahresziel 2026: 10.000 bis 20.000, geplante Kapazität laut Prospekt bis 75.000 pro Jahr

🇺🇸Figure · USA · Figure 03
> 1.000

der 1.000ste Figure 03 lief am 23. Juli 2026 vom Band (Firmenmeldung). Ende April waren es über 350, seit Mai läuft die Linie im Takt von einem Roboter pro Stunde. Eigene Fabrik „BotQ" mit Kapazität 12.000 pro Jahr, im Einsatz im BMW-Werk Spartanburg (BMW Group)

🇨🇳UBTech · China · kumuliert
> 1.000

Walker-Industrieroboter, der 1.000ste kam aus dem Werk Liuzhou, gemeldet Mitte 2026 (SCMP/Yahoo). Unternehmensziel: rund 5.000 in 2026 aus Shenzhen und Liuzhou, 10.000 für 2027. Der Konsumentenroboter U1 sammelte bis 30. Juni 13.361 Bestellungen, ausgeliefert wird ab 16. September 2026

🇨🇳Galbot · China · G1
≈ 900

ausgelieferte Einheiten im 1. Halbjahr 2026 und damit weltweit Platz drei (Smart Analytics Global). Der G1 ist radgestützt und arbeitet in unbemannten Läden und 24-Stunden-Apotheken, über 100 Standorte in mehr als 20 Städten. Kumulierte Bestellungen im vierstelligen Bereich von CATL, Bosch, Toyota, BAIC und SAIC, ein Einzelauftrag über 1.000 Geräte im Wert von rund 700 Millionen Yuan

🇨🇳Booster Robotics · China · T1
> 700

ausgelieferte Einheiten an mehr als 200 Kunden in über 20 Ländern, gemeldet 30. Oktober 2025 (Firmenmeldung). Schwerpunkt sind Hochschulen und Forschungslabore, über 70 Einrichtungen zählt die Firma selbst auf

🇺🇸Tesla · USA · Serienproduktion
keine Zahl veröffentlicht

Tesla hat bis heute keine einzige Optimus-Stückzahl offengelegt. Im Quartalsbericht vom 22. Juli 2026 heißt es, in Fremont würden auf der Fläche der ausgelaufenen Model-S/X-Fertigung die ersten Optimus-Linien installiert, Produktionsstart „später in diesem Jahr"; die ersten gebauten Geräte gehen in die firmeneigene „Optimus Academy" zur Trainingsdatensammlung, nicht an Kunden. Musk beschreibt den Hochlauf als S-Kurve mit langem flachem Anfang. Wer „null Roboter" schreibt, überdehnt die Quellenlage: Belegt ist die fehlende Angabe, nicht die fehlende Produktion. Neues Texas-Werk mit Fernziel 10 Millionen pro Jahr (The Robot Report)

🇨🇳Leju · China · Kuavo
keine Zahl gemeldet

Leju meldet bislang Takt und Kapazität seiner neuen Fabrik, aber keinen kumulierten Zähler: Foshan fertigt seit März 2026 alle 30 Minuten einen Roboter, über 10.000 pro Jahr möglich (Provinzregierung Guangdong)

🇺🇸Agility · USA · Digit
keine Zahl gemeldet

Agility geht über einen SPAC-Zusammenschluss mit Churchill Capital Corp XI an die Nasdaq, angekündigt am 24. Juni 2026: Bewertung rund 2,5 Milliarden US-Dollar, über 620 Millionen US-Dollar Bruttoerlös, davon 200 Millionen als PIPE unter Führung von Foxconn, Ticker AGLT, Abschluss bis Jahresende erwartet (Firmenmeldung). Es ist die größte Kapitalaufnahme der Branche bisher. Stückzahlen nennt Agility weiterhin nicht und belegt seine Reife anders: über 65.000 Betriebsstunden an neun Kundenstandorten, darunter Schaeffler, GXO, Toyota Kanada und Mercado Libre, sowie über 100.000 bewegte Behälter bei GXO. Fabrik „RoboFab" in Oregon mit Zielkapazität bis 10.000 Digit pro Jahr

🇺🇸Boston Dynamics · USA · Atlas
keine Zahl gemeldet

Boston Dynamics nennt keine Stückzahlen, weil die komplette 2026er-Produktion des Atlas an nur zwei Abnehmer geht (Hyundai und Google DeepMind); öffentliche Zahlen gibt es erst mit dem Kapazitätsziel 30.000/Jahr bis 2028. Slots-Vergabe gemeldet 5. Januar 2026 (Axios), Einsatz ab 2028 am Hyundai-Werk in Georgia

🇳🇴1X · Norwegen, Fertigung USA
keine Zahl gemeldet

Die Auslieferung an Haushalte läuft gerade erst an, deshalb nennt 1X noch keine Stückzahlen, sondern nur Vorbestellungen: über 10.000 in fünf Tagen, gemeldet 30. April 2026 (Firmenangabe). Fabrik in Hayward mit Kapazität 10.000 pro Jahr, NEO für 20.000 US-Dollar oder 499 US-Dollar im Monat

🇩🇪Agile Robots · Deutschland
keine Zahl gemeldet

Die Serie in Fürstenfeldbruck ist Anfang 2026 gerade erst angelaufen; wie die meisten Startups veröffentlicht Agile Robots in der Anlaufphase keine Stückzahlen (Firmenmeldung)

🇩🇪NEURA Robotics · Deutschland
keine Zahl gemeldet

Die Auslieferung des 4NE1 (98.000 Euro) hat erst im Juni 2026 begonnen; NEURA veröffentlicht in der Anlaufphase noch keine Stückzahlen (Firmenmeldung)

🇨🇭Hexagon Robotics · Schweiz · AEON
keine Zahl gemeldet

AEON steht seit Juni 2025 und übernimmt seit dem 12. Juni 2026 im BMW-Werk Leipzig echte Produktionsaufgaben; weder BMW noch Hexagon nennen eine Stückzahl (Firmenmeldung). Beine mit Rädern statt Füßen, dazu ein menschenähnlicher Oberkörper mit wechselbaren Greifern und Scannern. Größter bekannter Auftrag: mindestens 1.000 Einheiten für Schaeffler bis 2032

🇨🇳EngineAI · China · T800
keine Zahl gemeldet

Die erste Charge des T800 lief am 29. Mai 2026 vom Band; das neue Werk in Shenzhen gibt einen Takt von einem Roboter alle 15 Minuten an und nennt eine Lieferfähigkeit von 10.000 Stück (Firmenmeldung). Das kleinere Modell PM01 kostet 88.000 Yuan, rund 12.000 US-Dollar

🇨🇳Dobot · China · Atom
keine Zahl gemeldet

Dobot liefert seit Juni 2025 aus und hat am 4. Februar 2026 die dritte Charge der Massenauslieferung gestartet, ohne eine Stückzahl zu nennen (Gasgoo). Der Atom kostet 199.000 Yuan, rund 27.500 US-Dollar, und ist damit einer der günstigsten Industrie-Humanoiden in voller Größe

🇨🇳Kepler · China · Forerunner K2
keine Zahl gemeldet

Kepler hat den Serienstart des K2 am 26. September 2025 verkündet und nennt seither weder Stückzahl noch Kapazität (Firmenmeldung). Der Listenpreis liegt bei 248.000 Yuan

🇨🇳LimX Dynamics · China · Oli
keine Zahl gemeldet

Der Oli ist seit 31. Juli 2025 frei bestellbar, ab 158.000 Yuan und damit rund 21.800 US-Dollar in der Einstiegsvariante (TechNode). Auslieferungszahlen veröffentlicht die Firma nicht

🇨🇳Noetix Robotics · China · N2 und Bumi
keine Zahl gemeldet

Noetix verkauft die günstigsten Humanoiden am Markt: den N2 ab 39.900 Yuan und den kniehohen Bumi ab rund 1.400 US-Dollar, im Handel seit Oktober 2025 (Robotics and Automation News). Stückzahlen nennt die Firma nicht

🇨🇳RobotEra · China · L7 und STAR1
keine Zahl gemeldet

Die Tsinghua-Ausgründung meldete am 23. März 2026 einen kumulierten Auftragsbestand von über 500 Millionen Yuan, die Hälfte davon aus dem Ausland, und über 1.000 im Jahr 2025 ausgelieferte Roboterhände als eigenständiges Produkt (Firmenmeldung). Für die kompletten Humanoiden gibt es keine Zahl

🇨🇳Fourier · China · GR-3
keine Zahl gemeldet

Der Reha-Spezialist aus Shanghai hat den Pflege-Humanoiden GR-3 im Januar 2026 auf der CES gezeigt und richtet ihn auf Kliniken und Pflegeheime aus (Gasgoo). Produktionszahlen veröffentlicht Fourier nicht

🇨🇳MagicLab · China · MagicBot
keine Zahl gemeldet

MagicLab hat auf der Weltkonferenz für Künstliche Intelligenz im Juli 2026 drei neue Modelle vorgestellt und meldet Einsätze in Fabriken und im öffentlichen Raum, ohne Stückzahl (Gasgoo)

🇨🇳DEEP Robotics · China · DR01
keine Zahl gemeldet

Bekannt geworden ist die Firma aus Hangzhou mit vierbeinigen Inspektionsrobotern für Umspannwerke. Den zweibeinigen DR01 gibt es nur auf Vertriebsanfrage, ohne öffentlichen Preis und ohne Stückzahl (Herstellerseite)

🇨🇳XPeng · China · IRON
keine Zahl gemeldet

Der Autobauer XPeng hat für Ende 2026 den Serienstart des IRON angekündigt, mit einer Zielkapazität von über 1.000 Einheiten pro Monat und Verkaufsstart 2027 (TechNode). Bis heute ist keine Produktionszahl gemeldet

🇺🇸Apptronik · USA · Apollo
keine Zahl gemeldet

Apollo läuft im Pilotbetrieb bei Mercedes-Benz und dem Logistiker GXO, Stückzahlen nennt Apptronik nicht. Die Fertigung übernimmt der Auftragsfertiger Jabil, vereinbart am 25. Februar 2025 mit einer Zielkapazität von 10.000 Einheiten pro Jahr (Firmenmeldung)

🇺🇸Foundation · USA · Phantom MK-1
keine Zahl gemeldet

Foundation veröffentlicht keine eigene Produktionszahl, sondern nur Ziele: 10.000 Stück in 2026, 50.000 bis Ende 2027 und dauerhaft 30.000 pro Jahr (Interesting Engineering). Der Phantom wird nicht verkauft, sondern für rund 100.000 US-Dollar im Jahr verleast

🇫🇷Wandercraft · Frankreich · Calvin-40
keine Zahl gemeldet

Der französische Exoskelett-Hersteller testet seinen Humanoiden im Renault-Werk Douai und peilt rund zehn Einheiten bis Ende 2026 sowie 350 bis Ende 2027 in französischen und spanischen Werken an (French Tech Journal)

🇪🇸PAL Robotics · Spanien · Kangaroo
keine Zahl gemeldet

Der spanische Anbieter verkauft den zweibeinigen Kangaroo als Forschungsplattform, die erste Einheit ging 2024 an die TU Wien (Herstellerseite). Serienzahlen gibt es nicht

Hinter der chinesischen Skalierung steht eine Staatsstrategie: Der nationale KI-Industriefonds umfasst 8,2 Milliarden US-Dollar, Städte wie Peking, Shanghai, Shenzhen, Suzhou und Chengdu haben eigene Robotik-Fonds von jeweils rund 10 Milliarden Yuan aufgelegt, und der 15. Fünfjahresplan stuft Robotik als Prioritätstechnologie ein. Rund 150 Humanoiden-Hersteller und laut Industrieministerium MIIT mehr als 400 Robotermodelle konkurrieren im Land, gestützt auf über 40 staatlich geförderte Trainingszentren (Merics, China Briefing, China.org.cn). Eine geprüfte, vollständige Namensliste aller Anbieter gibt es öffentlich nicht, weder bei den Behörden noch bei den Verbänden. Der Zähler bildet deshalb ab, wer ein lieferbares Produkt und eine belegbare Meldung vorweisen kann, nicht den gesamten Markt.

Und der Rest der Welt? Warum es keine vierte Produktionsregion gibt

Außerhalb von China, den USA und Europa produziert derzeit niemand humanoide Roboter in Serie. Der Blick auf die Kandidaten zeigt, wie groß der Abstand ist:

🇰🇷 Südkorea · Pilotphase

Samsung und die K-Humanoid-Allianz

Samsung (Quelle) (Großaktionär von Rainbow Robotics) hat im Juli 2026 eine eigene Robotik-Sparte auf Vorstandsebene gegründet und will Humanoide frühestens ab der zweiten Jahreshälfte 2026 auf eigenen Linien erproben, zur Datensammlung, nicht als Produkt. Die K-Humanoid-Allianz aus über 40 Organisationen zielt auf Kommerzialisierung erst 2028.

🇯🇵 Japan · Serie erst ab 2027

Mitsubishi produziert frühestens ab 2027

Mitsubishi Motors hat am 9. Juli 2026 (Meldung) mit dem Universitäts-Startup Highlanders die Prüfung einer Massenproduktion im Werk Kyoto vereinbart, Start frühestens Anfang 2027. Die kursierende Zielgröße von 1.000 Einheiten pro Monat steht nicht in der Mitsubishi-Mitteilung selbst, sondern nur in der Berichterstattung darüber. Kawasaki zielt mit dem Kaleido 9 auf Fabrikeinsatz „um 2030", Toyota erprobt seit Juni 2026 Prototypen im Werk Aichi. 2026 liefert Japan vor allem Kernkomponenten zu, keine Komplettsysteme.

🇮🇳 Indien · Kleinstserie geplant

Addverb: rund 100 Stück angekündigt

Addverb aus Greater Noida (Quelle) hat im Februar 2026 den ersten in Indien gebauten Humanoiden ELIXIS W vorgestellt und plant rund 100 Stück für fünf bis sechs Pilotkunden. Das sind Ankündigungen, belegte Auslieferungen gibt es noch nicht.

🇨🇦 Kanada · ausgestiegen

Sanctuary AI baut keinen Ganzkörper mehr

Der einst prominente Phoenix-Hersteller Sanctuary AI hat 2026 auf Software und Hand-Technologie umgeschwenkt; der Phoenix wird nicht als Produkt gefertigt. Ein Beleg, dass der Kapitalbedarf der Branche auch gut finanzierte Anbieter aussortiert.

🇮🇱 Israel · Testbetrieb

Mobileye kauft Mentee für 900 Mio. $

Mobileye hat Mentee Robotics (Quelle) im Januar 2026 für 900 Millionen US-Dollar übernommen. Geplant sind 1.000 Einheiten zu je 30.000 US-Dollar, real läuft 2026 aber erst der Testbetrieb bei Kunden, ohne bestätigte kommerzielle Auslieferungen. Der Nahe Osten insgesamt tritt bisher als Käufer chinesischer Humanoiden auf, nicht als Produzent.

KIPODE-Einordnung: Das Muster ist aus zwei Branchen bekannt. Bei Solarmodulen und in der Autoindustrie hieß es zunächst „billige Kopien", dann entschied die Massenfertigung den Weltmarkt. Kostenführerschaft entsteht am Fließband, nicht in der Debatte. Das Roboter-Jahrzehnt wird deshalb weniger in den Entwicklungslaboren entschieden als in den Werkshallen, und die stehen derzeit überwiegend in Guangdong.

Forecast: Wann erreicht das Fließband den deutschen Alltag?

Noch hat kaum ein Mensch in Deutschland einen humanoiden Roboter im Einsatz gesehen. Der Forecast unten trennt sauber, was belegt ist, was angekündigt ist und was offen bleibt. Jeder erreichte Schritt wird hier mit Datum nachgetragen.

Belegt
2025/26

Serienfertigung in China, erster Industrie-Regelbetrieb (AgiBot bei Longcheer, Kapitel 01). In Deutschland laufen Werks-Piloten: Mercedes-Benz erprobt Apollo in Berlin-Marienfelde, vereinbart im März 2024, BMW startet 2026 seinen ersten Deutschland-Piloten in Leipzig. In Shenzhen begleiten humanoide Roboter vom Typ EngineAI PM01 testweise Polizeistreifen, bestätigt von der Stadtregierung Shenzhen.

Angekündigt
2027

Start der US-Massenfabriken: Tesla-Megafactory Texas, Hyundai-Werk Georgia im Hochlauf. Zielpreise um 20.000 US-Dollar pro Einheit machen Humanoide erstmals für Mittelständler kalkulierbar.

Absehbar
2028–2030

Breiterer Einsatz in europäischer Logistik und Fertigung, erste Service-Einsätze außerhalb der Werkhallen. Ob deutsche Betriebe dann chinesische, amerikanische oder eigene Roboter kaufen, entscheidet sich an Preis, Zulassung und Lieferkette (Kapitel 07).

Offen
2030er

Öffentlicher Raum in Deutschland: Pflege, Haushalt, Handwerk, Behörden bis hin zum Streifendienst. Für keinen dieser Schritte gibt es hierzulande ein Datum. Sobald der erste fällt, steht er in dieser Liste, mit Tag, Ort und Quelle.

Kapitel 01

Was die Maschinen können: Technik, Durchbrüche, Rückschläge

Die Stückzahlen stehen oben in der Markt-Research, hier geht es um das, was die Maschinen inzwischen leisten. Denn der Abstand zeigt sich nicht nur am Fließband: Wer den Markt Anfang 2025 betrachtete, sah Prototypen und PR-Videos. Wer ihn heute betrachtet, sieht Maschinen, die ganze Schichten arbeiten, Prüfstationen bedienen und Pakete sortieren. Was die einzelnen Hersteller technisch vorgelegt haben, der Reihe nach.

Auf der amerikanischen Seite ist die Verteilung anders. Boston Dynamics hat am 5. Januar 2026 auf der CES den produktionsreifen elektrischen Atlas vorgestellt, und alle Liefertermine 2026 sind ausverkauft. Hauptabnehmer sind Hyundais Metaplant in Georgia und Google DeepMind. Hyundai, Mehrheitseigner von Boston Dynamics, hat 26 Milliarden US-Dollar in die US-Industrie investiert, darunter eine Roboterfabrik mit Kapazität für 30.000 Einheiten pro Jahr (Hochlauf bis 2028). Der neue Atlas ist vollelektrisch, hat 56 Freiheitsgrade mit durchgehend rotierenden Gelenken, eine Reichweite von 2,3 Metern und hebt bis zu 50 Kilogramm. Bemerkenswert für die Skalierung: Der ganze Körper kommt mit nur zwei standardisierten Aktuatortypen aus, ein Glied lässt sich in unter fünf Minuten tauschen. Die Aktuatoren liefert Hyundai Mobis.

Figure AI hat 2025 mit Figure 02 innerhalb von elf Monaten an über 30.000 BMW-X3-Karosserien im Werk Spartanburg mitgearbeitet. Die Fortsetzung Figure 03 läuft über die hauseigene BotQ-Linie mit Kapazität für 12.000 Einheiten pro Jahr; eine Heimversion ist angekündigt, einen bestätigten Preis gibt es dafür nicht. 1X Technologies aus Norwegen hat am 27. Oktober 2025 mit dem NEO den ersten Heimroboter vorgestellt, 20.000 Dollar Kaufpreis oder 499 Dollar im Monatsabo, Auslieferung 2026 zunächst in den USA.

Und Tesla Optimus? Eine Produktionszahl hat Tesla bis heute nicht genannt, die Einzelheiten dazu oben in der Markt-Research. Was technisch dahintersteckt, von den eigenen Chips bis zur schwierigen Hand, sortiert das Juni-Update weiter unten.

Update Juni 2026, Tesla Optimus: die Skalierungswette wird konkret, der Zeitplan rutscht

Tesla hat Optimus im Frühjahr 2026 endgültig zur strategischen Kernwette erklärt, gleichzeitig sind die Termine erneut nach hinten gerückt. Drei Linien sind sortiert worden: der Produktionsplan, die eigene Chip‑Strategie und eine offene technische Schwäche.

1. Produktion: Pilotlinie läuft, Serie erst im Spätsommer

In Fremont läuft eine Pilotlinie, die eigentliche Gen‑3‑Serienlinie startet nach Tesla‑Angaben aus April 2026 erst im Spätsommer 2026, auf der Fläche der Ende Q2 2026 auslaufenden Model‑S/X‑Produktion. Das Kosten‑Ziel liegt bei rund 20.000 US‑Dollar pro Roboter bei Skalierung. Langfristig nennt Tesla bis zu 1 Million Einheiten pro Jahr in Fremont und eine dedizierte Optimus‑Megafactory in Texas (Erweiterung um 5,2 Mio. sq.ft., Produktionsbeginn frühestens 2027). Elon Musk selbst nennt den Hochlauf für 2026 „unmöglich vorherzusagen". Quellen: Electrek, 22. April 2026.

2. Chips: AI5 zuerst in den Roboter, nicht ins Auto, plus eine eigene Chipfabrik

Am 15. April 2026 hat Tesla seinen nächsten KI‑Chip AI5 zur Fertigung gegeben (Tape‑out, gefertigt bei Samsung und TSMC). Ein einzelner AI5 liefert laut Tesla rund die fünffache nutzbare Rechenleistung des heutigen Doppel‑Chip‑Setups in den Autos und reicht für die Roboter‑Arbeitslast an die Inferenz‑Leistung einer Nvidia H100 heran. AI5 geht zuerst in Optimus und in Teslas Trainings‑Cluster, erst danach in Fahrzeuge. Der Nachfolger AI6 soll bis Ende 2026 fertig sein. Parallel haben Tesla und SpaceX am 21. März 2026 die gemeinsame Chipfabrik „Terafab" angekündigt, die den Chip‑Engpass für Roboter, Robotaxi und Rechenzentren intern lösen soll. Am 22. April 2026 begann in Austin der Bau eines Vorläufer‑Werks auf dem North Campus von Giga Texas, das die Fertigungsverfahren erproben soll. Den Standort des eigentlichen Werks bestätigten Tesla, SpaceX und Gouverneur Greg Abbott am 6. August 2026: Grimes County in Texas, nördlich von Houston. Die erste Phase umfasst über 16,8 Milliarden US‑Dollar und mindestens 3.000 Arbeitsplätze; Texas steuert einen Zuschuss von 30 Millionen Dollar bei. Über alle Ausbaustufen nennt der Börsenprospekt von SpaceX bis zu 119 Milliarden Dollar. Gefertigt werden soll in Intels 14A‑Technik der 2‑Nanometer‑Klasse: Intel ist seit dem 7. April 2026 Technologiepartner, ohne am Werk beteiligt zu sein. Geplant sind Logik, Speicher, Verpackung und Test unter einem Dach auf mehr als 100 Millionen Quadratfuß, mehr Fläche als Pentagon, Apple Park, Mall of America und Giga Texas zusammen. Belastbar ist bislang die Zusage, nicht der Bau: Die Geländearbeiten haben begonnen, produziert werden soll frühestens gegen Ende der 2020er Jahre. Hintergrund: SpaceX hatte im Februar 2026 Musks KI‑Firma xAI übernommen, die drei Unternehmen verzahnen sich technisch zunehmend. Quellen: Not a Tesla App, AI5 · Electrek, Terafab, 22. März 2026.

3. Die offene Schwäche: die Hand

Die Hand ist für einen Humanoiden das schwierigste Bauteil. Gen‑3 bringt eine fast komplett neue Hand mit 22 Freiheitsgraden (Gen 2: 11), die Motoren sitzen im Unterarm und ziehen die Finger über Kabel wie Sehnen. Tesla räumte im April 2026 ein, dass das bisherige, patentierte Handdesign in der Praxis nicht zuverlässig funktionierte, einer der Gründe für die wiederholten Verschiebungen. Anfang 2026 bestätigte Musk in der Quartals‑Telefonkonferenz, dass die Roboter noch keine nennenswerte produktive Arbeit leisten und das Programm weiter in Forschung und Entwicklung steckt.

Einordnung: Tesla liegt bei den autonomen Demos derzeit hinter Figure, das im Mai 2026 Roboter über Stunden ohne menschlichen Eingriff Pakete sortieren ließ (siehe Abschnitt 8). Teslas Wette liegt nicht auf der spektakulärsten Demo, sondern auf der nächsten Stufe: Millionen Einheiten günstig und mit eigenen Chips zu fertigen. Ob die Ausführung mit der Vision Schritt hält, entscheidet sich 2026 und 2027 mit der Gen‑3‑Serie. Für Deutschland bleibt die relevante Größe gleich: Wer immer skaliert, braucht Aktuatoren, Lager und Getriebe, und genau dort sitzt die deutsche Wertschöpfung (siehe Schaeffler unten).
Update Mai 2026, drei Meldungen seit April

1. AgiBot, weltweit erste Industrie-Serienlinie mit Embodied AI

Am 15. April 2026 gingen AgiBots wheeled G2-Humanoide bei Longcheer Technology in den regulären Betrieb einer Tablet-Produktionslinie, die laut Hersteller weltweit erste großindustrielle Embodied-AI-Implementierung in der Consumer-Elektronik. Eingesetzt an Multimedia-Integrated-Testing-Stationen (MMIT): Geräte aufnehmen, in Prüfvorrichtungen einsetzen, sortieren. Durchsatz 310 Einheiten pro Stunde, Zykluszeit 19 bis 20 Sekunden, Erfolgsquote über 99,9 Prozent. Ausbau auf 100 Roboter bis Q3 2026 geplant. Auf der Partners Conference am 18. April in Shanghai folgten vier neue Modellreihen (A, X, G, D) plus sechs eigene AI-Modelle und sieben Produktivitätslösungen. Die neue „Sharebot"-Mietplattform ist bereits in 13 Ländern aktiv. Quelle: AGIBOT & Longcheer · PRNewswire, 15. April 2026 · Interesting Engineering.

2. Unitree GD01, erster serienreifer bemannter Mecha

Am 12. Mai 2026 stellte Unitree den GD01 vor: ein rund drei Meter hoher, 500 kg schwerer bemannter Roboter mit Cockpit. Er kann sich aus der humanoiden in die vierbeinige Form falten und in dieser Konfiguration weiter über unwegsames Gelände bewegen. Im Demo-Video reißt das Gerät eine Ziegelmauer mit der Hand ein und wechselt anschließend in den Quadruped-Modus. Einstiegspreis 3,9 Millionen Yuan, rund 574.000 US-Dollar. Unitree spricht von einem „production-ready manned mecha". Das passt nicht in die bisherigen Humanoid-Kategorien, der GD01 ist eher schwere, bemannte Mobilitäts- und Bauplattform als Assistenzroboter. Quellen: CnEVPost, 12. Mai 2026 · Global Times · Euronews.

3. Qiji T1000 (Dax Robotics), Tonnen-Klasse-Roboterpferd

Die Beijinger Firma Dax Robotics hat im Mai 2026 den Qiji T1000 vorgestellt, laut eigenen Angaben das erste vierbeinige Lastenroboter-System der Tonnen-Klasse. Nutzlast 1.000 Kilogramm, Gelenk-Drehmoment über 2.000 N·m. Einsatzfelder: Sicherheits-Patrouille in unwegsamem Gelände, Versorgungstransport bei blockierten Straßen, Rettungsoperationen, Industrie-Logistik in Minen und auf Baustellen. Anders als die humanoiden Modelle ist der T1000 nicht für menschliche Imitation gebaut, sondern auf reine Lastenleistung in extremen Umgebungen. Quellen: NewsBytes · CPG, Mai 2026.

Diese drei Meldungen verschieben das Bild: Humanoide Industrie-Serie ist Realität (AgiBot/Longcheer), die Kategorie „bemannter Mecha" entsteht (Unitree GD01), und parallel etabliert sich die schwere Bein-Robotik als eigene Klasse (Qiji T1000). Eine eigene KIPODE-Themenseite zur schweren Bein-Robotik ist in Vorbereitung.

BMW Physical AI: München steuert, Leipzig liefert, Zürich baut den Roboter

Mit der offiziellen Mitteilung vom 27. Februar 2026 setzt die BMW Group erstmals humanoide Roboter in einem eigenen deutschen Werk ein und bringt sie in die Serienvorbereitung. Zur Einordnung: Mercedes-Benz erprobt den Apptronik Apollo in Berlin-Marienfelde, vereinbart im März 2024 (Kapitel „Vier Wege" unten), BMW geht mit dem Leipziger Pilot aber am tiefsten in Richtung Serienproduktion. Was nach einem einzelnen Pilotprojekt klingt, ist organisatorisch deutlich tiefer angelegt: BMW hat ein neues Center of Competence for Physical AI in Production am Talent Campus in München aufgebaut, lässt den Pilot im Werk Leipzig laufen und kooperiert auf der Hardware-Seite mit der in Zürich ansässigen Robotik-Sparte des Messtechnik-Konzerns Hexagon. Drei Standorte, eine Strategie, kein US- oder China-Stack auf der Hardware-Ebene.

München · Steuerung

Center of Competence for Physical AI

Bündelt Robotik, KI und Produktionswissen an einem Ort. Auswahl der Technologie-Partner, Standards, Wissenstransfer ins gesamte Netzwerk von über 33 BMW-Werken. Sitz: BMW Talent Campus am Münchner Stammwerk, eröffnet Oktober 2025.

Leitung: Felix Häckel, Team Lead CoC Physical AI for Production.

Leipzig · Testbed

iFactory als Acid Test

Erstes Test-Deployment Dezember 2025, weitere Integrationsphase ab April 2026, offizielle Pilotphase Sommer 2026. Seit dem 12. Juni 2026 übernimmt AEON im Werk Leipzig echte Produktionsaufgaben und wird parallel für weitere Anwendungen angelernt (Hexagon Robotics, 15. Juni 2026). Eine Stückzahl nennen weder BMW noch Hexagon. Aufgaben: Montage von Hochvolt-Batteriemodulen für Energie-Komponenten, Bauteilefertigung für Exterieur. Hexagon nennt als Ziel den Einsatz in der Produktion bis Ende 2026.

Werks-Logik: Presswerk, Karosseriebau, Lack, Montage, Spritzguss und Energiemodule unter einem Dach. Was hier funktioniert, ist auf das gesamte BMW-Netzwerk übertragbar.

Zürich · Hardware

Hexagon Robotics AEON

Menschen‑ähnlicher Oberkörper mit austauschbaren Greifern und Scannern, Beine mit Rädern statt Füßen. 34 Freiheitsgrade, 165 cm, 60 kg, Spitze 2,4 m/s, Traglast 15 kg kurzzeitig und 8 kg dauerhaft. Als Rechenplattform nennt Hexagon NVIDIA Jetson; eine Sensorzahl oder eine Aufgabenteilung der Boards nennt das Unternehmen nicht.

Laut Hexagon bis zu vier Stunden je Ladung, mit automatischem Batteriewechsel für Dauerbetrieb; eine Wechselzeit nennt das Unternehmen nicht. AEON wurde im Juni 2025 vorgestellt.

„Wir freuen uns, erstmals einen humanoiden Roboter in einem Pilotprojekt in einem deutschen Werk einzusetzen. Nach der Bewertung durch unser Center of Competence for Physical AI in Production wurden Ende des vergangenen Jahres Tests im Labor und am Werk Leipzig durchgeführt. In diesem Jahr liegt der Fokus auf der schrittweisen Integration in unser Produktionssystem, um ein breites Anwendungsspektrum zu erschließen."

Michael Ströbel, Leiter Prozessmanagement und Digitalisierung in der Produktion, BMW Group (BMW Press, 27. Februar 2026)

2
AEON-Einheiten ab Sommer 2026 in Leipzig parallel im produktiven Pilot.
10
Monate Spartanburg-Pilot mit Figure 02: über 30.000 BMW X3 produziert, über 90.000 Blechteile bewegt, 1.250 Betriebsstunden.
1.
Humanoid-Einsatz in europäischer Auto-Produktion. Vor BMW Leipzig gab es in der EU keinen Serien-Pilot in der Automobil-Linie.

Aus Spartanburg nimmt BMW Lehren mit, die in Leipzig direkt angewandt werden. Innerhalb von zehn Monaten unterstützte Figure 02 dort die Produktion von über 30.000 BMW X3 im Karosseriebau, mit Zehn-Stunden-Schichten von Montag bis Freitag. Der Roboter platzierte Blechteile millimetergenau in die Schweißvorrichtung, bewegte über 90.000 Teile, lief rund 1,2 Millionen Schritte und sammelte 1.250 Betriebsstunden. Eine zentrale Erkenntnis von BMW: Der Übergang vom Labor in den realen Schichtbetrieb gelang schneller als erwartet, und die Bewegungsabläufe ließen sich über die standardisierten Schnittstellen in das bestehende Smart-Robotics-Ökosystem von BMW einbinden. Diese Integrations‑Architektur ist der eigentliche Unterschied zum gewohnten Roboter-Pilotprojekt: Es geht nicht um eine einzelne Vorführung, sondern um industrialisierbare Standards für ein ganzes Werknetzwerk.

Felix Häckel, Leiter des neuen Center of Competence, beschreibt die Aufgabe nüchtern. Die Technologie entwickele sich gerade schnell, parallel liefen weltweit verschiedene Proofs of Concept in BMW-Werken. Jetzt gehe es darum, Wissen, Erfahrungen und Fähigkeiten zu bündeln, damit diese Technologien schneller industrialisiert werden können (Automotive Manufacturing Solutions, 13. März 2026). Das multidisziplinäre Team in München bringt Robotik, KI und Produktion zusammen und organisiert den Transfer vom Labor in die Werke. Inhaltlich verschiebt sich der Fokus dabei weg vom Formfaktor des Roboters hin zur Frage, was im „Gehirn" des Systems passiert. BMW füttert ein Foundation-Model mit industriellem Wissen darüber, was ein BMW-Bauteil ist, wie es mit anderen Teilen verbaut wird und was in einer konkreten Produktionssituation zu tun ist.

Eine deutsche Begleitlinie zu dieser Story sitzt knapp 400 Kilometer südwestlich von Leipzig in Herzogenaurach. Schaeffler hat sich zwischen Ende 2024 und Frühjahr 2026 systematisch als Zulieferer der globalen Humanoiden-Industrie aufgestellt: Beteiligung an Agility Robotics, Preferred Supplier für die wheeled-Plattform des britischen Humanoid Ltd. (Pressemitteilung 13. Januar 2026, gezeichnet auf der CES Las Vegas), Komponenten-Partnerschaft mit NEURA Robotics in Metzingen, neue Partnerschaft mit Leju Robotics in China (März 2026). Für den AEON-Pilot in Leipzig ist bislang kein Schaeffler-Liefervertrag öffentlich; das schließt eine spätere Hardware-Verflechtung nicht aus, ist aber bisher nicht bestätigt. Was die deutsche Wertschöpfung stützt, ist die Größe der Aktuator-Kategorie selbst: Etwa 50 Prozent der Gesamtkosten eines humanoiden Roboters entfallen auf Aktuatoren, also Schultern, Ellenbogen, Hüften, Knie. Die Details der Schaeffler-Strategie und der Hermes-Award der Hannover Messe 2026 stehen weiter unten unter „Schaeffler, vom Kugellager-Hersteller zum Schlüssellieferanten".

Brett Adcock führt durch Figures HQ in San Jose
Video · YouTube · 1:14 Std.
Brett Adcock öffnet erstmals das Figure-HQ in San Jose, Tour durch BotQ und Helix-AI

Figure-CEO Brett Adcock führt Molly O'Shea (Sourcery) am 1. Mai 2026 durch das gesamte Robotics-Campus: System-Integration-Lab, Helix-AI-Team (das Vision-Language-Action-Modell des BMW-Spartanburg-Roboters), das Vulcan-Reinforcement-Programm (Roboter behält Balance, auch wenn ein Knie mitten in der Aufgabe wegbricht), die BotQ-Fertigungslinie für Köpfe, Batterien und Gliedmaßen, und erstmals öffentlich das Industrial-Design-Studio mit allen Figure-Generationen, Figure 01 bis 03. Adcock erklärt, warum Figure die handprogrammierten Steuerungen komplett durch neuronale Netze ersetzt hat, und kündigt Figure 04 als „iPhone 1 Moment" an.

Wie die anderen deutschen OEMs sich aufstellen, vier Wege

BMW ist nicht allein, aber auch nicht in einem dichten Feld. Während Mercedes-Benz parallel einen eigenen Pilot in Berlin-Marienfelde fährt, beschränkt sich Porsche bislang auf Design-Beiträge und Beratung, und der Volkswagen-Konzern hält sich in Europa zurück und testet Humanoide nur über sein chinesisches Joint Venture. Vier Premium-Hersteller, vier Strategien, ein gemeinsamer Befund: 2026 ist das Jahr, in dem aus „beobachten" eine konkrete Aufstellung wird.

OEM Partner / Modell Standort Aufgaben Status Mai 2026
BMW Group Figure AI (Figure 02 → 03) · Hexagon Robotics AEON Spartanburg (USA, abgeschlossen) · Leipzig (DE) · Center of Competence München Blechteil-Handling, Hochvolt-Batteriemodule, Komponentenfertigung Pilotphase Leipzig ab Sommer 2026, Skalierung Ende 2026
Mercedes-Benz Group Apptronik Apollo (USA, Austin) Digital Factory Campus Berlin-Marienfelde Intralogistik (Teile zur Linie), erste Qualitätschecks, Übergang zu autonomen Operationen Laufender Pilot, niedriger zweistelliger Mio. Euro Invest in Apptronik (Mercedes-Benz Group, März 2025)
Porsche AG Studio F.A. Porsche als Design-Partner für NEURA Robotics 4NE-1 NEURA-Sitz Metzingen, kein Pilot in Porsche-Werken Industrie- und Service-Humanoid, vorgestellt auf der CES 2026 Design-Kooperation, kein eigener Werks-Pilot, Porsche Consulting beobachtet den Markt
Volkswagen Group UBTECH Walker S Lite (CN), Kooperation FAW-Volkswagen Werk Qingdao, China, kein Europa-Pilot Qualitätsinspektion in der Fahrzeugproduktion Lokaler China-Pilot, in Europa Fokus auf Cobots, Exoskelette und Software (Agentic AI, NVIDIA Isaac)

Die Bilanz ist nüchterner als das Marketing der Branche suggeriert. BMW und Mercedes ziehen in Deutschland die echten Schichtbetrieb-Piloten hoch, Porsche bedient die Design-Seite und schickt aus Studio F.A. Porsche und der Consulting-Sparte den Beobachter-Beitrag, der Volkswagen-Konzern hält sich in Europa zurück. Für Deutschland heißt das: Die zwei aktiven OEM-Stränge sitzen in Leipzig (BMW + Hexagon AEON) und Berlin-Marienfelde (Mercedes + Apptronik Apollo). Beide Werke liegen geographisch im Osten, beide setzen auf einen US- oder CH-Hardware-Partner und beide lassen die Roboter zunächst dort einlernen, wo Menschen schwere oder repetitive Arbeit machen, nicht dort, wo der klassische Industrieroboter ohnehin schon dominiert.

Kapitel 02

Die Vergleichstabelle, wer was wie viel

Für den schnellen Überblick: Die wichtigsten Hersteller, ihre Modelle, Stückzahlen und Preise, Stand August 2026. Die Auslieferungszahlen der linken Spalte sind unabhängig erhoben (Smart Analytics Global, 1. Halbjahr 2026), die Angaben der rechten Spalte sind Plan- oder Kapazitätswerte der Hersteller. Die Realität wird in jedem Fall darunter liegen, und beide Spalten dürfen nicht gegeneinander verrechnet werden.

Hersteller Land Modell ausgeliefert 1. Hj. 2026 Plan / Kapazität 2026 Preis (USD)
AgiBot 🇨🇳 China A2-W / A2 ≈ 8.400 10.000+ (im März erreicht) k. A.
Unitree 🇨🇳 China G1 / H1 / H2 ≈ 5.900 10.000 bis 20.000 ~16.000 (G1)
UBTech 🇨🇳 China Walker S ≈ 700 5.000 k. A.
XPENG 🇨🇳 China Iron k. A. Pilot k. A.
Tesla 🇺🇸 USA Optimus Gen 3 keine Angabe Linien in Fremont im Aufbau, keine Stückzahl genannt ~20.000 (Ziel)
Figure AI 🇺🇸 USA Figure 03 keine Angabe, 1.000ster gebaut 12.000 (BotQ-Kapazität) ~20.000
Boston Dynamics 🇺🇸 USA Atlas Electric keine Angabe Jahresproduktion an Hyundai und Google DeepMind vergeben k. A.
Apptronik 🇺🇸 USA Apollo Pilot Pilot k. A.
Agility Robotics 🇺🇸 USA Digit keine Angabe, neun Kundenstandorte Skalierung 100 Werke (Schaeffler) k. A.
1X Technologies 🇳🇴 Norwegen / USA NEO keine bestätigte Kundenlieferung Auslieferung 2026 20.000 (oder 499/Mo.)
NEURA Robotics 🇩🇪 Deutschland 4NE-1 / Mini Prototyp Mini ab Frühjahr, Gen 3.5 Ende 2026 k. A.
Agile Robots 🇩🇪 Deutschland Agile ONE Vorstellung Q1 2026 Serie ab 2026 (Bayern) k. A.
Humanoid Ltd. 🇬🇧 UK HMND 01 Alpha POC bei Siemens (Jan 2026, Erlangen) Industrie-Pilot, NVIDIA-Isaac-Stack k. A.

k. A. = keine öffentlich belastbare Angabe. Angaben der Hersteller, nicht unabhängig gemessen; die gemessenen Auslieferungen stehen oben in der Markt-Research. Stand: 18. August 2026. Quellen siehe unten.

Kapitel 03

Der deutsche Trick: Wer die Innereien liefert, gewinnt mit

Wer die Zahlen oben liest, könnte den Eindruck bekommen, Deutschland sei in dieser Industrie nicht vorhanden. Das stimmt, wenn man nur auf die fertigen Roboter schaut. Es stimmt nicht, wenn man unter die Hülle schaut. Ein einziger humanoider Roboter braucht rund 28 Frameless Torque Motors, die hochpräzisen Drehmomenten-Motoren in Schultern, Hüften und Knien. Diese Motoren wurden lange von einer Handvoll Unternehmen aus den USA, Deutschland, Japan und der Schweiz dominiert, allen voran Kollmorgen und maxon. Chinas Hersteller hatten hier eine Lücke, und sie schließen sie gerade: Die besten chinesischen Torque-Motoren nähern sich mit 2 bis 5 Newtonmetern pro Kilogramm den westlichen Vergleichswerten an. Belastbare Kostenvergleiche mit offengelegter Methodik gibt es für diese Bauteilklasse nicht. Bei den kleinen eisenlosen Motoren für Finger und Handgelenke ist das Verhältnis bereits gekippt, dort sind chinesische Anbieter deutlich günstiger; der einzige Vergleich mit genannter Basis nennt rund 43.000 Euro für eine chinesische Lieferkette gegenüber rund 122.000 Euro für ein US-System, also gut den Faktor drei. Offen bleibt die Lücke vorerst bei hochwertigen Wellgetrieben, wo Japan mit Harmonic Drive weiter führt. Und genau in diese Lücke ist im Lauf des letzten Jahres die fränkische Schaeffler AG hineingestoßen, mit einer Konsequenz, die in der deutschen Öffentlichkeit fast niemand wahrgenommen hat.

Deutscher Schlüssellieferant

Schaeffler, vom Kugellager-Hersteller zum Schlüssellieferanten der Humanoiden-Industrie

Schaeffler liefert Aktuatoren, Wälzlager, Schraubantriebe, Präzisions­getriebe, Sensoren und Thermomanagement an Hersteller in drei Erdteilen, und ist gleichzeitig selbst der erste deutsche Großabnehmer für humanoide Roboter. Die wichtigsten Schritte:

Der entscheidende Hebel hinter dieser Strategie ist eine einzige Zahl: Aktuatoren machen rund 50 % der Gesamtkosten eines humanoiden Roboters aus. Die Stücklisten-Analyse von McKinsey vom April 2026 nennt eine Spanne von 40 bis 60 Prozent, eine Zerlegung des Tesla Optimus durch Western Securities kommt auf 48,8 Prozent. Innerhalb eines Aktuators ist dabei nicht der Motor das teuerste Bauteil, sondern das Getriebe mit 30 bis 50 Prozent der Aktuatorkosten; Treiber und Leistungselektronik folgen mit 15 bis 20 Prozent, der Motor selbst liegt bei 10 bis 20. Wer über Motoren spricht, spricht also über das kleinere Problem. Nach KIPODE-Einschätzung entscheidet sich an dieser Komponente ein erheblicher Teil der künftigen Wertschöpfung, und genau dort positioniert sich Schaeffler.

Die strategische Pointe: Während China die Stückzahlen liefert und die USA die Schlagzeilen, will Deutschland die teuersten Innereien liefern, und sie selber kaufen. Der „Made in Germany"-Stempel sitzt 2026 nicht mehr auf dem ganzen Roboter. Er sitzt auf dem Schultergelenk.

Schaeffler ist kein Einzelfall. Auch andere deutsche Industrieausrüster, Bosch (Sensorik), Continental, Trumpf (Lasertechnik für Roboter-Optik), Festo (Pneumatik), SICK (Sensoren), sind als Zulieferer in der globalen Humanoiden-Industrie präsent, jedoch ohne die strategische Sichtbarkeit und Konsequenz von Schaeffler. Hinzu kommen Schweizer Firmen wie maxon motor (Sachseln) für hochpräzise Antriebe, ein traditionsreicher Lieferant von DLR, NASA und vielen Robotik-Pionieren.

Kapitel 04

Was Deutschland selber baut, die Hoffnungsträger

Es gibt sie, die deutschen humanoiden Roboter, sie sind nur klein in der Stückzahl und groß in der Bewertung. Drei Namen muss man kennen.

NEURA Robotics, Rekordrunde bis 1,4 Mrd. $, Bewertung 7 Mrd. $

NEURA Robotics aus Metzingen (Baden-Württemberg) unter Gründer und CEO David Reger gilt als europäischer Hoffnungsträger Nummer eins. Am 10. Juni 2026 hat NEURA die seit März verhandelte Finanzierungsrunde offiziell abgeschlossen, und sie fiel deutlich größer aus als zunächst berichtet: eine Series‑C über bis zu 1,4 Milliarden US-Dollar, nach Berichten von Handelsblatt und CNBC bei einer Bewertung von rund 7 Milliarden US-Dollar. Wichtig für die Einordnung: Die Rundengröße nennt NEURA selbst, die Bewertung nicht, sie stammt aus der Berichterstattung. NEURA beansprucht ausdrücklich den weltweiten Rekord für ein Full‑Stack-Robotik-Unternehmen; dass es zugleich die größte Venture-Runde eines deutschen Startups überhaupt ist, ist die Einordnung des Handelsblatts. Zur Einordnung: „bis zu" bedeutet, dass der volle Betrag an Meilensteine geknüpft ist, die Schlagzeilen-Summe liegt also nicht als Ganzes auf dem Konto. Das Auftragsbuch lag schon vor der Runde bei über 1 Milliarde US-Dollar. Das Modell 4NE-1 Mini soll im Frühjahr 2026 ausgeliefert werden, Gen 3.5 Ende 2026.

Lead-Investor ist der Stablecoin-Konzern Tether, daneben beteiligen sich NVIDIA, Amazon, Qualcomm Technologies, Bosch, Schaeffler, die Europäische Investitionsbank (EIB) sowie imec.xpand und die Bestandsinvestoren Lingotto Horizon und InterAlpen Partners. Diese Mischung ist selbst eine Nachricht: Chip-Hersteller, Cloud-Konzern, zwei deutsche Industrie-Schwergewichte und Europas Förderbank investieren gemeinsam in ein schwäbisches Robotik-Unternehmen. Exakte Beträge pro Investor sind, wie bei strategischen Runden üblich, nicht öffentlich.

7 Mrd. $
NEURA-Bewertung nach der Series‑C vom 10. Juni 2026 (Rundengröße bis zu 1,4 Mrd. US-Dollar, gestaffelt nach Meilensteinen ausgezahlt; Auftragsbuch über 1 Mrd. US-Dollar). Quellen: NEURA Robotics, Bloomberg, Handelsblatt.

Was NEURA anders macht als Figure, Tesla und die chinesischen Hersteller: Das Unternehmen verkauft kein einzelnes Roboter-Modell, sondern baut ein komplettes Ökosystem aus drei Bausteinen. Erstens das Neuraverse, eine offene Plattform, über die Roboter erlernte Fähigkeiten untereinander teilen, vergleichbar mit App‑Store und Betriebssystem in einem; jeder neue Roboter profitiert vom Gelernten aller anderen. Zweitens die NEURA Gyms, reale Trainingsumgebungen, in denen Roboter physische Aufgaben unter Alltagsbedingungen üben, statt nur in der Simulation; das TUM RoboGym am Münchner Flughafen (siehe unten) gehört in diese Familie. Drittens die Tether-Wette auf die „Machine Economy": Roboter sollen über eine eigene Wallet-Infrastruktur künftig selbstständig bezahlen und abrechnen können, etwa für Strom, Ersatzteile oder erledigte Aufträge. Mit dem frischen Kapital will NEURA die Serienproduktion bis 2030 auf mehrere Millionen Einheiten hochfahren, ein Anspruch, an dem sich das Unternehmen nun messen lassen muss.

Wie groß ist das historisch? Der Telekom-Börsengang 1996 brachte rund 10 Milliarden Euro, der Porsche-Börsengang 2022 9,4 Milliarden, beides etablierte Konzerne, die Bestehendes verkauften. NEURAs bis zu 1,3 Milliarden Euro sind dagegen reines Zukunftskapital für eine 7 Jahre alte Firma ohne Massenprodukt, und mehr als doppelt so viel wie die bisher größte deutsche Startup-Runde (Helsing, 600 Millionen Euro, 2025). Die vollständige Einordnung mit der Balkengrafik der größten deutschen Börsengänge: im KI‑Radar-Beitrag „Roboter mit eigenem Konto", dort auch, was hinter Tethers Maschinen‑Ökonomie steckt.

Agile Robots, Agile ONE: Serienfertigung in Bayern ab 2026

Die Münchener Agile Robots SE, entstanden als Ausgründung des DLR Oberpfaffenhofen, hat im Januar 2026 ihren ersten echten humanoiden Roboter vorgestellt: Agile ONE. 174 cm groß, 69 kg schwer, 20 kg Tragkraft, 2 m/s Gehgeschwindigkeit. Die Serienfertigung beginnt 2026 in Bayern, ein bewusster Gegenentwurf zu „in China oder gar nicht". Erste größere Präsentation: Hannover Messe 20. bis 24. April 2026. Agile Robots besitzt zudem seit 2023 die Münchner Franka Robotics, einen Spezialisten für leichte, sichere Cobots.

TUM RoboGym, das Trainingsstudio für eine ganze Roboterflotte

Am 10. März 2026 angekündigt, ab Mitte 2026 in Betrieb: das TUM RoboGym, ein Gemeinschaftsprojekt der TU München (MIRMI) und NEURA Robotics. Standort ist das TUM Convergence Center am LabCampus des Münchner Flughafens, Startfläche 2.300 m², Investition rund 17 Mio. Euro. Nach Eigenangaben der Beteiligten soll es das größte wissenschaftliche Trainingszentrum Europas für Physical AI und humanoide Roboter werden, eine Art „Fitnessstudio" für eine ganze Roboterflotte unter realen Bedingungen.

Ergänzung: Der deutsche Cluster im Detail

Wer die Münchener Robotik-Landschaft systematisch verstehen will, Agile Robots, Franka, MIRMI, KUKA Augsburg, DLR Oberpfaffenhofen, Aleph Alpha, das gesamte deutsche KI-Investitionsbild, findet die ausführliche Übersicht auf der Schwester-Themenseite KI & Robotik in Deutschland 2026.

Kapitel 05

Wer pflegt uns, wenn wir alt sind?

Die zweite große Geschichte hinter der Roboter-Welle ist nicht die Fabrik, sondern die Pflege. Deutschland hat nach Daten von Destatis und Eurostat einen der höchsten Anteile über 65-Jähriger weltweit; rund 22 Prozent der Bevölkerung sind älter als 65, Tendenz weiter steigend. Gleichzeitig fehlen zehntausende Pflegekräfte. Die Doppelheit aus höchstem Bedarf und niedrigstem Angebot macht Deutschland zum logischen Frühadopter humanoider Pflegeroboter, wenn die Technik bezahlbar und sicher genug wird.

Im Forschungsstadium ist die Lage in Deutschland besser, als die öffentliche Wahrnehmung vermuten lässt. Die wichtigsten Projekte:

Was diesen Projekten fehlt, ist nicht die Forschung, sondern der Übergang vom Labor in die Skalierung. Hier hat Deutschland eine offene Flanke: Während China und die USA mit Massenfertigung bereits Erfahrung sammeln, was die Roboter im Realbetrieb können und nicht können, bleiben deutsche Pflegeroboter in der Pilotphase. Ohne politischen Hebel, Pflegeversicherung, Krankenkassen, klare regulatorische Pfade, wird sich das nicht ändern.

An der haptischen Fernbedienung HUG lässt sich ablesen, welche Arbeit dabei entsteht: Kein heutiger Humanoid kommt ohne einen Menschen aus, der übernimmt, wenn die Autonomie an ihre Grenze stößt. KIPODE beschreibt dieses Profil als Roboter-Fernführer. Sobald die Geräte in Privatwohnungen stehen, kommt der Beruf dazu, der sie dort am Laufen hält, der Servicetechniker für Haushaltsroboter.

Kapitel 06

Warum der Strompreis darüber entscheidet

Humanoide Roboter sind, was Energieverbrauch betrifft, doppelt anspruchsvoll: Die Roboter selbst verbrauchen Strom für Antrieb und Onboard-Computing, ihre Trainingsmodelle verbrauchen ein Vielfaches in den dazugehörigen KI-Rechenzentren. Wer humanoide Roboter in großen Stückzahlen fertigen will, braucht zudem Aluminium, Kupfer, Kohlefaser, Halbleiter, alles Industrien mit dreistelligen Megawattstunden-Verbräuchen. Der Industrie-Strompreis ist damit nicht eine Begleitvariable, sondern die Standortfrage.

Querverweis · Warum Deutschland bei den höchsten Industriestrom­preisen Europas keine Roboterfabriken halten kann, und wie sich die Lücke zu Frankreich, USA und China seit 2005 entwickelt hat: ausführlich auf unserer Energie-Themenseite.
→ Energie-Themenseite
Kapitel 07

Die Falle: Lieferketten-Abhängigkeit

⚠️ Strategische Verwundbarkeit

94 % der Magnetproduktion sind in chinesischer Hand

Ein humanoider Roboter braucht laut Morgan Stanley rund 1,3 kg NdPr (Neodym-Praseodym), vor allem in den Drehmomenten-Motoren; gerechnet auf das fertige Magnetmaterial sind das nach Erhebungen von Adamas Intelligence etwa drei Kilogramm NdFeB je Gerät. Entscheidend ist dabei, welche Stufe der Kette man betrachtet, denn Chinas Anteil unterscheidet sich stark: Beim Bergbau sind es nach Daten der Internationalen Energieagentur 60 Prozent, bei der Raffination und Trennung 91 Prozent und bei den fertigen Sinter-Permanentmagneten 94 Prozent. Zwanzig Jahre zuvor lag der Magnet-Anteil noch bei rund der Hälfte. Der Engpass liegt also nicht in der Erde, sondern in der Chemie und im Sinterofen. Wenn die Humanoiden-Industrie wie geplant skaliert, steigt der zusätzliche NdPr-Bedarf bis 2050 nach Morgan-Stanley-Rechnung um etwa 167 Prozent, gemessen am Niveau von 2030.

Das bedeutet konkret: Deutschland (und der Westen) kann zwar die Aktuatoren bauen, aber die Magnete, die in jedem Aktuator stecken, kommen ganz überwiegend aus China. Es gibt eine zweite Lücke spiegelbildlich zur ersten: Während China bei bestimmten hochpräzisen Antriebskomponenten lange von westlichen und japanischen Zulieferern abhängig war, ist der Westen bei den Magneten von China abhängig. Beide Seiten halten den Daumen am Schalter der jeweils anderen. Der Unterschied ist, dass China seine Abhängigkeit gerade abbaut und der Westen seine nicht.

Hinzu kommt die Politik. Im November 2023 hat Chinas MIIT einen offiziellen Humanoid-Masterplan veröffentlicht, im Februar 2026 das erste nationale Standardsystem für Humanoide und Embodied Intelligence („Humanoid Robot and Embodied Intelligence Standard System 2026 Edition"). Im Juni 2026 folgte gemeinsam mit der Staatsvermögensaufsicht SASAC ein landesweites Programm für Realeinsatz-Training: Bis Jahresende sollen über 100 Anwendungsszenarien erschlossen und über 10.000 Humanoide tatsächlich im Arbeitsbetrieb stehen, von der Fertigung über Logistik und Handel bis zu Gesundheit und Anlageninspektion. China behandelt humanoide Robotik als strategische Schlüsselindustrie.

Der 10. November 2026, der Termin, der in keinem Kalender steht

Die Abhängigkeit ist keine Theorie mehr, sie wurde bereits einmal scharf geschaltet. Im April 2025 hat China Exportkontrollen für sieben schwere Seltene Erden samt Verbindungen und Magneten verhängt; Autohersteller in Europa und den USA mussten daraufhin zeitweise Bänder drosseln. Im Oktober 2025 folgte die Ausweitung um fünf weitere Elemente und, das ist der eigentliche Hebel, erstmals eine Lizenzpflicht für weltweit gefertigte Teile und Baugruppen, sobald chinesisches Material oder chinesische Technologie darin steckt. Diese Oktober-Regeln sind seit dem 7. November 2025 für ein Jahr ausgesetzt.

Die Aussetzung endet am 10. November 2026. Der Industrie bleiben damit keine drei Monate garantierter Planbarkeit. Und sie setzt nicht alles aus: Die Lizenzpflicht für Terbium und Dysprosium samt Metallen, Oxiden, Legierungen und Magnetmaterialien läuft unverändert weiter, die Lieferungen beider Elemente in die USA lagen Mitte 2026 bei rund 41 beziehungsweise 49 Prozent des Vorkrisenniveaus. Würden die Kontrollen vollständig angewandt, beziffert die Internationale Energieagentur die betroffene nachgelagerte Wertschöpfung außerhalb Chinas auf 6,5 Billionen US-Dollar im Jahr, davon je über 1,5 Billionen in den USA und in Europa.

Dass Peking die Verbindung zwischen Magneten und Robotern selbst sieht, zeigt ein Termin vom 16. Juni 2026: Die China Rare Earth Industry Association hat sich mit dem Beijing Humanoid Robot Innovation Center, der Bezirksregierung Tongzhou und dem staatlichen Eisen- und Stahlforschungsinstitut auf einen dauerhaften Koordinationsmechanismus verständigt, vom Minenbetreiber bis zum Roboterhersteller. Thema waren ausdrücklich Gelenkmodule: drehmomentstarke NdFeB-Motoren, Schwerseltenerd-Qualitäten, Miniaturisierung, Dauerfestigkeit. Es ist dasselbe Muster wie bei Solarmodulen und Batteriezellen, nur eine Stufe früher angesetzt.

Und was machen Deutschland und die EU?

Anders als oft behauptet gibt es Programme, sie sind nur von anderer Größenordnung und anderer Zielrichtung. Die EU-Kommission hat Robotik in ihre Apply-AI-Strategie vom 8. Oktober 2025 eingebettet; das dort angekündigte Flaggschiff, ein European Robotics Catalyst, war für das zweite Quartal 2026 vorgesehen, ein Start ist bislang nicht bestätigt. Die Strategie mobilisiert insgesamt rund 1 Milliarde Euro, dazu kommt im Arbeitsprogramm des Europäischen Innovationsrats für 2026 eine eigene Ausschreibung zu Physical AI. In Deutschland läuft seit Sommer 2026 der KI-Robotikbooster der Hightech Agenda mit 100 Millionen Euro Bundesmitteln, aufgeteilt in die Förderrichtlinie „Robo-Hubs" (Bekanntmachung vom 11. Juni 2026) und eine Challenge für KI-basierte Mehrzweckroboter über die Agentur SPRIND.

Der Vergleich ist trotzdem ernüchternd, und er lässt sich beziffern statt behaupten: 100 Millionen Euro Bundesförderung stehen einem chinesischen KI-Industriefonds von 8,2 Milliarden US-Dollar gegenüber, dazu kommunale Robotik-Fonds in Peking, Shanghai, Shenzhen, Suzhou und Chengdu von jeweils rund 10 Milliarden Yuan. Der Unterschied ist aber nicht nur die Summe, sondern die Zielrichtung: Die europäischen Mittel gehen in Forschung, Kompetenzzentren und Qualifizierung, die chinesischen in Fertigungskapazität und erzwungene Anwendungsfälle. Eine europäische Industrieoffensive, die auf humanoide Serienproduktion zielt, gibt es bis heute nicht.

28. Juli 2026, die USA legen den Schalter um

Am 28. Juli 2026 hat die US-Regulierungsbehörde FCC ausländisch gefertigte fortgeschrittene Robotergeräte, ausdrücklich humanoide und vierbeinige, auf ihre sogenannte Covered List gesetzt. Grundlage ist die Feststellung eines behördenübergreifenden Gremiums, die Produkte stellten ein „inakzeptables Risiko für die nationale Sicherheit" dar. Betroffene Modelle erhalten damit keine FCC-Gerätezulassung mehr, und ohne die darf ein Gerät in den USA weder eingeführt noch verkauft werden. Auslöser waren unter anderem eine in Unitree-Robotern gefundene Hintertür und Datenabflüsse an Server in China, Gegenstand einer Anhörung im Heimatschutz-Ausschuss des Repräsentantenhauses (The Robot Report).

Die Reichweite ist enger, als die Schlagzeile vermuten lässt. Die Sperre gilt nur für neue oder bislang nicht zugelassene Modelle; bereits zugelassene Geräte dürfen weiter verkauft und genutzt werden, die Bundesbeschaffung ist ausgenommen, und Kriegs- sowie Heimatschutzministerium können Freigaben erteilen. Ausgerechnet Unitree hatte seine gesamte aktuelle Produktlinie wenige Wochen vorher durch die Zertifizierung gebracht, den R1 am 22. Juni, den H2 und den Vierbeiner A2 am 30. Juni. Diese Zulassungen bleiben gültig. Parallel liegt im Kongress der GUARD Act („Guarding the U.S. Against Adversarial Robotics Dominance"), im Juni 2026 überparteilich eingebracht: Er würde jeden Humanoiden aus China und anderen als gegnerisch eingestuften Staaten einem Prüfverfahren unterwerfen und ihn automatisch auf die Covered List setzen, wenn binnen eines Jahres keine Entscheidung fällt. Eine Kernbestimmung hat das Repräsentantenhaus im Verteidigungshaushalt beschlossen, in Kraft ist das Gesetz noch nicht.

Ob die Maßnahme wirkt, ist in der Branche umstritten, und das gehört zum Bild. Henrik Christensen von der University of California San Diego, Autor der amerikanischen Robotik-Roadmap, warnt, die Regel sei „potenziell viel weiter gefasst als China" und könne auch kanadische und europäische Roboter treffen. Rueben Scriven von Interact Analysis hält sie sogar für schädlich für die US-Branche, weil die günstigen chinesischen Geräte den amerikanischen Markt bisher überhaupt erst geöffnet hätten. Und der Robotik-Analyst Georg Stieler verweist auf das Vorbild: Trotz jahrelanger Beschränkungen für chinesische Drohnen haben die USA bis heute keinen wettbewerbsfähigen Massenmarkt-Hersteller hervorgebracht. Für Deutschland ist der Vorgang aus einem anderen Grund wichtig: Er zeigt, dass die Lieferkette humanoider Roboter nicht nur über Magnete und Getriebe reguliert wird, sondern inzwischen auch über Funkzulassungen.

Die Normenlücke: warum die Dinger noch nicht in jeder Halle stehen

Es gibt eine Bremse, die weder mit Stückzahlen noch mit Politik zu tun hat und die in der Debatte fast nie vorkommt: Für zweibeinige Humanoide existiert schlicht keine passende Sicherheitsnorm. Die Grundnorm für Industrieroboter, ISO 10218, wurde 2025 erstmals seit 2011 überarbeitet und deutlich erweitert, bis hin zu Cybersicherheitsanforderungen. Sie setzt aber statisch stabile Maschinen voraus, also Geräte, die bei einem Stromausfall einfach stehen bleiben. Ein Humanoid auf zwei Beinen ist dynamisch stabil. Er fällt um. Die Norm passt strukturell nicht.

Die Lücke soll ISO 25785-1 schließen, eine eigene Norm für dynamisch stabile mobile Industrieroboter, erarbeitet unter anderem von Fachleuten aus Agility Robotics und Boston Dynamics. Sie steckt noch im Entwurfsstadium, die Veröffentlichung wird für Ende 2026 oder 2027 erwartet. Bis dahin gilt: Für einen laufenden Humanoiden gibt es keine harmonisierte Norm, die eine Konformitätsvermutung auslöst. Der Hersteller muss die Sicherheit über eine eigene Risikobeurteilung nachweisen, der Betreiber trägt zusätzlich die Gefährdungsbeurteilung am Einsatzort, nach Arbeitsschutzgesetz, Betriebssicherheitsverordnung und den DGUV-Regeln.

Genau deshalb laufen alle deutschen Einsätze bisher als Pilotbetrieb in abgegrenzten Bereichen und nicht als zaunloser Mischbetrieb neben Beschäftigten. Wer sich fragt, warum bei BMW in Leipzig zwei AEON stehen und nicht zweihundert, findet hier einen guten Teil der Antwort. Ein zweites Datum kommt hinzu: Am 20. Januar 2027 löst die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 die alte Maschinenrichtlinie ab, mit erstmals ausdrücklichen Anforderungen an Software-Sicherheit, Cybersicherheit und Maschinen mit selbstentwickelndem Verhalten. Für Betreiber ist das ein Umstellungsdatum, für Zulieferer ein Marktzugangsdatum, und für europäische Anbieter womöglich ein Vorteil: Wer funktionale Sicherheit früh nachweisen kann, wird zum bevorzugten Lieferanten in westlichen Märkten.

Dass Sicherheit hier nicht nur Kollisionsschutz bedeutet, hat der Anlass des amerikanischen Importverbots gezeigt: Ausgelöst hat es keine Verletzung, sondern eine Hintertür in der Software. Ein Humanoid ist ein fahrender, vernetzter Computer mit Kameras, Mikrofonen und Sensoren. Verletzungen gab es allerdings auch: Der Vorfall-Monitor der OECD führt unter dem 5. Februar 2026 zwei Fälle aus China, bei denen ein Humanoid in Chengdu einen älteren Zuschauer anfuhr und verletzte und ein Roboter von XPeng in Shenzhen auf einer Bühne stürzte.

Kapitel 08

Mai 2026, was sich technisch verschoben hat

Zwischen Mitte April und Mitte Mai 2026 sind zwei Ereignisse passiert, die die Diskussion ein Stück konkreter machen. Beide haben mit derselben Frage zu tun: Wann arbeiten humanoide Roboter nicht mehr nur in der Demo, sondern in der Fertigung? Die zwei Antworten kommen aus zwei Welten. Eine aus dem kalifornischen Figure AI-Lager mit einem Live‑Stream im Web. Eine aus dem Siemens-Elektronikwerk in Erlangen mit einer Pressemitteilung am 16. April. Sie sind nicht vergleichbar im Setup, aber sie ergänzen sich.

Figure AI: 100.000 Pakete in 81 Stunden mit Helix 02

Ab dem 13. Mai 2026 ließ Figure AI vier Figure 03-Roboter in einer Versuchs‑Logistikhalle Pakete von einem Förderband nehmen, den Barcode auslesen, das Paket so drehen, dass der Barcode nach unten zeigt, und es auf ein anderes Förderband legen. Das Ganze als 24/7-Livestream auf X und YouTube, vier baugleiche Roboter, die ihre Batterien autonom selbst tauschten. Aufgabe und Geschwindigkeit entsprechen menschlicher Schichtarbeit, das Tempo lag bei rund drei Sekunden pro Paket.

100.000
Pakete in 81 Stunden ohne menschlichen Eingriff sortiert (Figure AI, Mai 2026). Zwischenstände: 28.000 nach 24 h, ca. 50.000 nach 40 h, 88.000 nach 72 h. Quellen: Interesting Engineering, Seoul Economic Daily.

Die technische Grundlage ist Helix, Figures eigenes Vision‑Language‑Action-Modell. Helix arbeitet in zwei Ebenen: System 2, ein Bild‑Sprach‑Modell mit etwa sieben Milliarden Parametern, das die Szene auf rund 7 bis 9 Hertz versteht und plant; System 1, eine sichtgesteuerte Bewegungs‑Policy, die die Aktuatoren bei 200 Hertz ansteuert. In der Logistik‑Version, die Figure im Februar 2025 ausführlich dokumentiert hat (figure.ai/news/helix-logistics), kamen unter anderem eine Stereo‑Sicht für Tiefen‑Schätzung, gelernte Selbst‑Kalibrierung für die Übertragung der Policy auf jeden einzelnen Roboter ohne manuellen Kalibrierungsaufwand, und ein Test‑Time‑Speed‑Up („Sport‑Mode") dazu, mit dem die Policy bis zu 50 Prozent schneller läuft als ihre Trainings‑Demonstration. Die Demo‑Halle ist keine echte Fabrik, die Pakete sind eine eng definierte Aufgabe, und kein Auftraggeber außerhalb von Figure hat die Zahlen unabhängig nachgemessen.

Siemens Erlangen: HMND 01 Alpha vom britischen Humanoid Ltd.

Im Januar 2026 lief im Siemens‑Elektronikwerk in Erlangen über zwei Wochen ein anderer Versuch. Der HMND 01 Alpha, ein radgetriebener Humanoid des britischen Startups Humanoid Ltd. (London/Boston/Vancouver, gegründet 2024 von Artem Sokolov, rund 200 Mitarbeiter), bewegte autonom Logistik‑Tote in einer laufenden Produktionsumgebung neben Menschen und anderen Transportsystemen. Anders als bei Figure war das kein Livestream, sondern Siemens nutzte das eigene Werk als ersten echten Industrie‑Testfall.

60 / h
Tote‑Bewegungen pro Stunde, kontinuierlich über mehr als 8 Stunden Schichtdauer, mit über 90 Prozent erfolgreichem Pick‑and‑Place. Quelle: Siemens-Pressemitteilung, 16. April 2026.

Der Roboter selbst läuft auf dem NVIDIA Physical AI Stack: NVIDIA Jetson Thor als Onboard‑Recheneinheit, Isaac Sim für die Simulation der Bewegungsabläufe vor dem realen Einsatz, Isaac Lab für das Verstärkungs‑Lernen der Policies. Eingebunden wurde der Humanoid in das Werk über die Siemens Xcelerator‑Plattform, die den digitalen Zwilling, die SPS‑Roboter‑Schnittstelle, das Flotten‑Management und die industrielle Kommunikation bereitstellt. Diese Integration ist der eigentliche Punkt der Erlanger Demonstration: Ein Roboter, der nicht in einer Versuchsbude steht, sondern in einem Werk mit anderen automatischen Transportsystemen, Maschinen und Menschen synchron läuft. Laut Siemens und Humanoid hat die simulationsgetriebene Entwicklung außerdem dazu geführt, dass der Prototyp in sieben statt der branchenüblichen 18 bis 24 Monate fertig war.

Was die zwei Daten zusammen zeigen

Die zwei Versuche sind nicht das Gleiche. Figure zeigt Ausdauer und generalistische Autonomie in einer kontrollierten Demo‑Halle, mit beeindruckenden Zahlen, aber ohne fremden Auftraggeber. Siemens zeigt Zuverlässigkeit in einer realen Fertigung mit Anbindung an die Werkssteuerung, dafür mit deutlich kleineren Zahlen und einer einzelnen Aufgabe. Im Lieferketten‑Bild des Kapitels davor ist es interessant, dass beide Versuche von einer britischen bzw. amerikanischen Hardware leben, deren Aktuatoren, Lager und Antriebe aber zu einem signifikanten Teil aus Deutschland kommen (siehe Schaeffler). Die deutsche Frage ist deshalb weniger „Wann bauen wir unseren eigenen Helix‑Roboter?" als „Wann setzen wir die hier vorhandenen Komponenten in eigene Fertigungs‑Demonstrationen um?". Erlangen ist der Anfang einer Antwort, mehr nicht.

Was die Fraunhofer-Institute dazu sagen

Fast alle Zahlen auf dieser Seite stammen von Herstellern, Regierungen oder Marktforschern, also von Beteiligten. Es gibt in Deutschland zwei unabhängige Stimmen, die 2026 nachgemessen haben, und ihr Befund fällt nüchterner aus als die Produktionsrekorde vermuten lassen.

Das Fraunhofer IML in Dortmund hat im März 2026 zur LogiMAT die Studie „Automation auf zwei Beinen?" vorgelegt. Die Marktanalyse zählt rund 80 verschiedene Systeme und beschreibt einen stark zersplitterten Markt, der überwiegend von nicht-europäischen Anbietern beherrscht wird. Rund drei Viertel der befragten Unternehmen erwarten einen produktiven Einsatz innerhalb der nächsten zehn Jahre, nicht innerhalb der nächsten zwei. Institutsleiterin Alice Kirchheim fasst die europäische Aufgabe so zusammen, dass jetzt gehandelt werden müsse und Europa deutlich stärker in autonome Systeme investieren müsse, um seine technologische Souveränität zu sichern.

Das Fraunhofer IPA in Stuttgart hat im März 2026 gemeinsam mit der Beratung P3 die Hardware-Wertschöpfungskette zerlegt. Kernbefund: Trotz aller KI-Fortschritte entscheidet die Hardware über Wirtschaftlichkeit, Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit, und standardisierte Hardwarearchitekturen fehlen bislang. Aktuatoren, Getriebe, Batterien und Sensoren erfüllen die industriellen Anforderungen an Robustheit, Lebensdauer und Kosten nach dieser Analyse nur teilweise. Und der engste Punkt ist genau der, an dem auch Tesla seit Jahren scheitert: flexible Hände sind derzeit das größte Nadelöhr. Dazu hat das IPA einen Benchmark mit sechs Kriterien und einen Reifegrad-Navigator veröffentlicht, damit Betriebe die Marketing-Videos von der tatsächlichen Einsatzfähigkeit trennen können.

Für diese Seite heißt das: Produzierte Stückzahlen und produktive Arbeit sind zwei verschiedene Dinge. Ein chinesischer Branchenbericht vom August 2026 rechnet vor, dass bis zum dritten Quartal 2025 über 70 Prozent von Unitrees Humanoid-Umsatz aus Forschung und Lehre stammten und nur 9 Prozent aus der Industrie. Der Anteil industrieller Anwendungen steigt zwar deutlich, er lag im ersten Halbjahr 2026 weltweit erstmals über 70 Prozent der Auslieferungen. Aber zwischen „ausgeliefert" und „verrichtet wirtschaftlich sinnvolle Arbeit" liegt weiterhin eine Strecke, die keine Statistik dieser Seite misst.

Kapitel 09

Was jetzt zählt, ehrliche Schlussfolgerungen

Erstens: Bei den Stückzahlen ist das Rennen vorerst entschieden. Chinesische Hersteller stellten im ersten Halbjahr 2026 über 97 Prozent der weltweiten Auslieferungen. Das ist eine gemessene Tatsache, kein Trend. Es ist aber ausdrücklich keine Aussage über das nächste Jahrzehnt: Der Markt ist zu jung und die Reife der Geräte zu gering, als dass daraus schon die langfristige Rangfolge folgte. Wer den Rückstand bei der Fertigung aufholen wollte, müsste nach KIPODE-Einschätzung innerhalb von zwei bis drei Jahren mit zweistelligen Milliardensummen reagieren; das ist eine Schätzung dieser Redaktion, keine Zahl aus einer Studie. Beim Bewusstsein für die Dringlichkeit ist der Befund eindeutiger: 100 Millionen Euro Robotikbooster sind gegen Pekings Fondsvolumen kein Programm, sondern ein Signal.

Zweitens: Das Rennen ist offen, was die Wertschöpfung angeht. Ein Roboter kostet zwischen 16.000 und 200.000 Dollar. Auf Aktuatoren, Antriebe, Sensorik und Rechenhardware entfallen davon nach der Stücklisten-Analyse von McKinsey vom April 2026 zusammen 60 bis 95 Prozent, allein die Aktuatoren machen 40 bis 60 Prozent aus. Das ist genau das, was deutsche und schweizerische Zulieferer bauen können. Hier gibt es Spielraum, der über das nächste Jahrzehnt hinweg substanziell ist. Schaeffler ist der Beweis.

Drittens: Das Rennen ist verloren, wenn Deutschland nicht den eigenen Bedarf erkennt. Pflegenotstand, Fachkräftemangel, alternde Industriearbeiter, Deutschland gehört wegen Alterung, Arbeitskräftemangel und hoher Personalkosten zu den europäischen Ländern mit dem größten potenziellen Bedarf an humanoiden Robotern. Wenn dieser Bedarf nicht in eine politische Strategie übersetzt wird, werden wir die Roboter, die wir am dringendsten brauchen, in Shenzhen kaufen müssen.

Viertens, und das ist die Kipode-These: Es gibt keinen Blindflug bei einem solchen Thema. Die Zahlen sind da, die Trends sind eindeutig, die Lieferketten sind kartiert. Wer 2026 noch glaubt, humanoide Roboter seien Zukunftsmusik, hat entweder die letzten zwölf Monate verschlafen, oder will die Realität nicht sehen. Beides kann sich Deutschland nicht mehr leisten.

Häufig gestellte Fragen, Humanoide Roboter 2026

Wie viele humanoide Roboter werden 2026 produziert?

Weltweit ausgeliefert wurden im ersten Halbjahr 2026 rund 19.100 humanoide Roboter, gut das Dreifache des Vorjahres; über 97 Prozent davon stammen von chinesischen Herstellern (Smart Analytics Global, 10. August 2026). Für das Gesamtjahr werden rund 60.000 Auslieferungen erwartet. Davon zu unterscheiden sind Produktionszahlen: China meldet für das erste Halbjahr über 40.000 gebaute Humanoide und peilt laut Industrieministerium MIIT über 100.000 im Gesamtjahr an; Morgan Stanley erwartet für China 50.000 Auslieferungen. Allein AgiBot meldete Ende Juni 2026 die Produktion seines 15.000sten Humanoiden. Unitree plant für 2026 zwischen 10.000 und 20.000 Einheiten. Bei Tesla Optimus nannte das Unternehmen im Quartalsbericht am 22. Juli 2026 keine Stückzahl.

Wo steht Deutschland bei humanoiden Robotern?

Deutschland baut bislang keine humanoiden Roboter in nennenswerten Stückzahlen. Zwei Hoffnungsträger sind NEURA Robotics (Metzingen, Auftragsbuch über 1 Mrd. $, Bewertung rund 7 Mrd. $ nach der Rekord-Series‑C vom Juni 2026) und Agile Robots (München, Agile ONE, Serie ab 2026 in Bayern). Die eigentliche deutsche Stärke liegt im Zulieferbereich: Schaeffler hat sich als Schlüssellieferant für Aktuatoren etabliert und beliefert Hersteller in den USA, Großbritannien und China.

Was ist die Rekord-Finanzierungsrunde von NEURA Robotics?

Am 10. Juni 2026 hat NEURA Robotics (Metzingen) eine Series‑C über bis zu 1,4 Milliarden US-Dollar abgeschlossen (gestaffelt nach Meilensteinen ausgezahlt), nach Medienberichten bei einer Bewertung von rund 7 Milliarden US-Dollar. Es ist nach Einordnung des Handelsblatts die größte Venture-Finanzierungsrunde eines deutschen Startups überhaupt. Lead-Investor ist Tether, beteiligt sind außerdem NVIDIA, Amazon, Qualcomm, Bosch, Schaeffler und die Europäische Investitionsbank. Das Geld fließt in die Serienproduktion, das Neuraverse und die NEURA Gyms.

Welche Rolle spielt Schaeffler bei humanoiden Robotern?

Schaeffler ist 2025/26 zum strategischen Schlüssellieferanten der globalen Humanoiden-Industrie geworden. Der fränkische Konzern liefert Aktuatoren, Wälzlager und Präzisionsgetriebe an Agility Robotics (USA, Digit), das britische Humanoid sowie Leju Robotics in China und kooperiert mit NEURA Robotics. Schaeffler kauft selbst Roboter, der Agility Digit arbeitet bereits in 8-Stunden-Schichten im Schaeffler-Werk in South Carolina. Bis 2030 sollen mehrere hundert Humanoide in den 100 Schaeffler-Werken weltweit eingesetzt werden.

Was kostet ein humanoider Roboter?

Der Unitree G1 aus China kostet rund 16.000 US-Dollar, der mit Abstand günstigste auf dem Markt. Der Heimroboter 1X NEO kostet 20.000 US-Dollar oder 499 US-Dollar im Monatsabo; für die angekündigte Figure-Heimversion gibt es noch keinen bestätigten Preis. Industrielle Modelle (Boston Dynamics Atlas, Apptronik Apollo, Agility Digit) liegen pro Einheit im hohen fünf- bis sechsstelligen Bereich, häufig im Mietmodell mit Servicepaketen.

Werden humanoide Roboter in der Pflege eingesetzt?

2026 noch kein Massenmarkt, aber Deutschland forscht intensiv. Die wichtigsten Projekte sind Garmi (MIRMI/TU München), Robody (Devanthro Garching), JuBot (KIT Karlsruhe) und das SMILE-Ökosystem des DLR. Angesichts der demografischen Lage Deutschlands mit fast 22 Prozent über 65-Jährigen ist der Bedarf hoch, der Markt aber noch im Forschungsstadium.

Was ist das TUM RoboGym?

Das TUM RoboGym ist ein am 10. März 2026 angekündigtes Gemeinschaftsprojekt der TU München (MIRMI) und NEURA Robotics. Standort: TUM Convergence Center am LabCampus des Münchner Flughafens. Start mit 2.300 m² ab Mitte 2026, Investition rund 17 Millionen Euro. Nach Eigenangaben das größte wissenschaftliche Trainingszentrum Europas für Physical AI und humanoide Roboter.

Wann startet Tesla die Optimus-Serienproduktion, und was ist Terafab?

Tesla betreibt in Fremont eine Pilotlinie, die Serienproduktion war Ende Juli 2026 aber noch nicht angelaufen: Beim Quartalsbericht am 22. Juli nannte Tesla keine Stückzahl, als Start nennt Tesla nur noch „später in diesem Jahr", auf der Fläche der ausgelaufenen Model‑S/X‑Produktion. Das Kosten‑Ziel liegt bei rund 20.000 US‑Dollar pro Roboter, langfristig nennt Tesla bis zu 1 Million Einheiten pro Jahr in Fremont plus eine Optimus‑Megafactory in Texas (ab frühestens 2027). Parallel treibt Tesla eine eigene Chip‑Strategie voran: Der KI‑Chip AI5 ging am 15. April 2026 zur Fertigung und kommt zuerst in Optimus, AI6 soll bis Ende 2026 folgen. Terafab, die am 21. März 2026 angekündigte gemeinsame Chipfabrik von Tesla und SpaceX, hat seit dem 6. August 2026 einen bestätigten Standort: Grimes County in Texas. Erste Phase über 16,8 Mrd. US‑Dollar und mindestens 3.000 Arbeitsplätze, alle Ausbaustufen laut Börsenprospekt bis zu 119 Mrd. Gefertigt werden soll in Intels 14A‑Technik der 2‑Nanometer‑Klasse; Intel ist seit dem 7. April 2026 Technologiepartner ohne Kapitalbeteiligung. Ein Vorläufer‑Werk in Austin ist seit dem 22. April 2026 im Bau. Für 2025 hatte Tesla rund 5.000 Roboter angepeilt und nur einige hundert gebaut.

Was hat sich im Mai 2026 bei Figure und Siemens technisch verändert?

Zwei Daten zur Einordnung. Ab dem 13. Mai 2026 ließ Figure AI vier mit Helix 02 ausgerüstete Roboter im Livestream Pakete sortieren, ohne menschlichen Eingriff: rund 28.000 Pakete in 24 Stunden, etwa 50.000 in rund 40 Stunden, 88.000 in 72 Stunden und 100.000 in 81 Stunden, Tempo rund drei Sekunden pro Paket. Helix ist Figures Vision‑Language‑Action‑Modell mit zwei Ebenen: System 2 als 7‑Milliarden‑Parameter‑VLM für Szenenverständnis bei 7 bis 9 Hz und System 1 als Visuomotor‑Policy bei 200 Hz. Parallel hat Siemens am 16. April 2026 bekanntgegeben, dass im Elektronikwerk Erlangen der HMND 01 Alpha des britischen Startups Humanoid Ltd. zwei Wochen lang autonom Behälter umsetzte: 60 Tote‑Moves pro Stunde, über 8 Stunden Schicht, über 90 Prozent Pick‑and‑Place‑Erfolg. Technikstack: NVIDIA Jetson Thor plus Isaac Sim und Isaac Lab, eingebunden über Siemens Xcelerator.

Quellen, Stand Juni 2026

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