Fossile Energie Deutschland 2026, was uns Erdöl, Erdgas und Kohle täglich kosten
Deutschland deckt rund 77 Prozent seines Primärenergieverbrauchs aus fossilen Quellen: Mineralöl 35,7 %, Erdgas 26,9 %, Stein- und Braunkohle je rund 7 % (AG Energiebilanzen 2025). Der überwiegende Teil davon kommt aus dem Ausland: bei Erdöl 98 Prozent, bei Erdgas 95 Prozent, bei Steinkohle 100 Prozent. Nur die Braunkohle ist heimisch. Wir zahlen für die fossilen Importe im Schnitt rund 175 Millionen Euro pro Tag ans Ausland. Diese Seite trägt zusammen, wie viel das ist, wer davon profitiert, was die Krisen der letzten Jahre zusätzlich gekostet haben, und was ein Nachbarland wie Dänemark anders macht. Mit Primärquellen, ohne Moralisierung. Wer am Ende beim Verbrenner und der Gasheizung bleiben will, soll das aus den Zahlen heraus entscheiden, nicht aus dem Bauch.
Was uns das fossile Festhalten täglich kostet
Die Zahlen stammen aus dem Außenhandel des Statistischen Bundesamts (Destatis) für das Jahr 2025 und aus der KfW-Research-Analyse vom April 2025. Sie zeigen, wie viel Geld jedes Jahr in Pipelines, Tankschiffe und Kohlefrachter fließt, und das Land wieder verlässt.
Der deutsche Energiemix 2025, wie viel ist fossil?
Die AG Energiebilanzen (AGEB) misst den Primärenergieverbrauch nach Energieträgern. Der Mix für 2025 zeigt: Drei von vier Energieeinheiten kommen weiterhin aus fossilen Quellen, der Erneuerbaren-Anteil wächst nur langsam.
| Energieträger | Anteil 2025 | Visualisierung | Vorjahr |
|---|---|---|---|
| Mineralöl | 35,7 % | 36,5 % | |
| Erdgas | 26,9 % | 26,0 % | |
| Steinkohle | ~7 % | ~7,5 % | |
| Braunkohle | ~7 % | ~7,5 % | |
| Erneuerbare | 20,6 % | 19,8 % | |
| Sonstige (Kernkraft-Rest, Müll) | ~2,8 % | ~2,7 % |
Quelle: AG Energiebilanzen (AGEB) · Energieverbrauch Deutschland 2025. Gesamtenergieverbrauch 2025: 10.553 Petajoule. Balkenbreite proportional zum Anteil.
Fossile Energieträger zusammen: ~77 Prozent des Primärenergieverbrauchs. Davon ist nur die Braunkohle weitgehend heimisch, alles andere wird importiert. Erneuerbare wachsen langsam aber stetig (plus 0,8 Prozentpunkte gegenüber Vorjahr), Mineralöl verliert leicht (minus 0,8). Bei diesem Tempo dauert die vollständige Ablösung von Öl und Gas noch Jahrzehnte.
Wichtige Unterscheidung, Primärenergie vs. Strom: Die Zahlen oben beschreiben den gesamten Energieverbrauch (Verkehr + Wärme + Industrie + Strom). Beim reinen Strom sieht es deutlich grüner aus: Erneuerbare lagen 2025 bei 58,8 Prozent des Strommix (Fraunhofer ISE / BNetzA). Die fossile Dominanz steckt vor allem in den Sektoren Wärme (Heizöl + Erdgas, rund die Hälfte der Wohnungen) und Verkehr (Diesel + Benzin + Kerosin). Genau dort liegen die hartnäckigsten Importkosten.
Erdöl, der dickste Brocken
Erdöl ist mit 35,7 Prozent der größte fossile Posten im deutschen Energieverbrauch, vor allem in Verkehr (Diesel, Benzin, Kerosin) und beim Heizen (Heizöl). 2025 importierte Deutschland 75,7 Millionen Tonnen Rohöl im Wert von rund 35,8 Milliarden Euro. Das sind rund 98 Millionen Euro pro Tag, allein für diesen einen Energieträger.
Ein Teil des Erdöls wird gar nicht verbrannt, sondern stofflich genutzt: als Grundstoff für Kunststoffe, Farben, Medikamente und Kosmetik. Für die chemische Industrie sind das in Deutschland rund 8 Prozent des Verbrauchs. Dieser Anteil lässt sich deutlich schwerer ersetzen als Diesel oder Heizöl, weil es bisher kaum bezahlbare Alternativen zum Kohlenstoff aus Erdöl gibt. Der Verkehrs- und Heizungsanteil lässt sich elektrifizieren, der Rohstoffanteil bleibt vorerst. Quelle: Mineralölwirtschaft, Statista.
Top-Lieferanten Rohöl 2025
| Rang | Lieferland | Anteil | Hinweis |
|---|---|---|---|
| 1 | Norwegen 🇳🇴 | 16,6 % | 12,5 Mio. t, Nordsee-Förderung, stabil und EU-nah |
| 2 | USA 🇺🇸 | 16,4 % | 12,4 Mio. t, stark gewachsen seit Russland-Embargo |
| 3 | Libyen 🇱🇾 | 13,8 % | 10,4 Mio. t, über Mittelmeerhäfen |
| 4 | Irak 🇮🇶 | 4,2 % | 3,1 Mio. t, wichtigster Lieferant aus dem Nahen Osten |
| 5 | Kasachstan, weitere u. a. | Rest | Diversifizierung seit 2022 deutlich erhöht |
Quelle: Destatis · Rohöl-Importe 2025 (Anteile nach Rohöl-Herkunft, Warennummer 27090090). Aus dem Nahen Osten stammten 2025 nur 6,1 Prozent.
- Vorhandene Infrastruktur: Zwölf Raffinerien, 14.000 Tankstellen, Heizölkessel in vielen Häusern, Ersatz braucht Jahrzehnte.
- Hohe Energiedichte: Diesel und Kerosin sind beim Schwer- und Luftverkehr aktuell ohne praktikable Alternative.
- Chemie-Grundstoff: Petrochemie (Kunststoffe, Düngemittel, Medikamente) braucht Erdöl als Rohstoff, nicht als Brennstoff.
- Diversifizierte Lieferanten: Nach Russland-Aus steht keine Einzelmacht hinter mehr als 30 Prozent der Lieferungen.
- 35,8 Mrd. € pro Jahr fließen ab, das Geld stützt fremde Volkswirtschaften, nicht die heimische Wertschöpfung.
- Preisschocks treffen sofort: Iran-Konflikt 2026, Kraftstoffpreise plus 20 Prozent in wenigen Wochen (Destatis, März).
- 98 Prozent Importabhängigkeit bedeutet vollständige Abhängigkeit von geopolitischen Entscheidungen anderer.
- CO₂-intensiv: Verkehrssektor verfehlt die Klimaziele am deutlichsten, Hauptursache Verbrenner.
Erdgas, die einstige „Brücke", die nicht enden will
Erdgas deckt 26,9 Prozent des deutschen Energieverbrauchs, vor allem für Heizung (rund die Hälfte der Wohnungen), Industrieprozesse (Stahl, Glas, Chemie) und einen Teil der Stromerzeugung. 2025 wurden dafür rund 24,8 Milliarden Euro ans Ausland gezahlt. Insgesamt importierte Deutschland 1.031 Terawattstunden, die Lieferantenstruktur ist heute eine völlig andere als noch vor vier Jahren.
Top-Lieferanten Erdgas 2025
| Rang | Lieferland | Anteil 2025 | Anteil 2024 | Trend |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Norwegen 🇳🇴 | 44 % | 48 % | ↓ leicht |
| 2 | Niederlande 🇳🇱 | 24 % | 25 % | → stabil |
| 3 | Belgien 🇧🇪 | 21 % | 18 % | ↑ wachsend |
| 4 | LNG-Terminals (USA, Katar u. a.) | 10,3 % | 8 % | ↑ wachsend |
Quelle: Bundesnetzagentur · Gasrückblick 2025, 09. Januar 2026. Russland-Anteil 2021: rund 55 Prozent, 2025: 0 Prozent.
Die deutschen LNG-Terminals 2026
Seit dem Wegfall des russischen Pipeline-Gases hat Deutschland in Rekordzeit eine eigene Flüssiggas-Infrastruktur aufgebaut. Die staatliche Deutsche Energy Terminal (DET) betreibt die Standorte Wilhelmshaven (zwei schwimmende Terminals, seit Dezember 2022 und Mai 2025), Brunsbüttel und Stade. Das größte einzelne Terminal ist privat: Mukran auf Rügen, betrieben von der Deutschen Regas. Das feste Landterminal in Brunsbüttel mit 8 bis 10 Milliarden Kubikmetern Kapazität pro Jahr soll 2026 ans Netz gehen, das Landterminal in Stade folgt 2027.
- Brückentechnologie: Erdgaskraftwerke können schnell hoch- und runterfahren, wichtig als Backup für Wind/Solar.
- Industrie-Grundstoff: Stahl, Glas, Keramik, Chemie brauchen Prozesswärme, die heute kaum anders erzeugt werden kann.
- Bestehende Heizungen: Rund die Hälfte der deutschen Wohnungen heizt mit Gas, Austausch wäre eine Generation Arbeit.
- Geringere CO₂-Emissionen als Kohle oder Öl pro Kilowattstunde.
- 95 Prozent Importabhängigkeit, die „Brücke" hält schon seit 30 Jahren und wird tendenziell länger statt kürzer.
- Volatile Weltmarktpreise: TTF-Spitze 2022 bei über 300 €/MWh, 2026 wieder über 60. Verbraucher zahlen jede Bewegung mit.
- Methan-Leckagen: Beim LNG-Transport gehen 1 bis 3 Prozent als Methan in die Atmosphäre, Methan ist klimaschädlicher als CO₂.
- LNG aus USA ist teuer: Schiffstransport plus Verflüssigung verdoppelt den Preis gegenüber Pipeline-Gas.
CCS, das neue Brückenargument fürs Erdgas
Seit dem 28. November 2025 gilt das novellierte Kohlendioxid-Speicherungs- und -Transportgesetz (KSpTG). Es erlaubt in Deutschland erstmals die kommerzielle Abscheidung, den Transport und die unterirdische Speicherung von CO₂, vor allem offshore unter der Nordsee (Bundeskabinett 6. August, Bundestag 6. November, Bundesrat 21. November 2025). Damit könnte Erdgas in Industrie und Backup-Kraftwerken länger genutzt werden, wenn das entstehende CO₂ aufgefangen und eingelagert wird. Die Grenzen sind allerdings klar: Gedacht ist das Gesetz für schwer vermeidbare Restemissionen, etwa aus Zement-, Kalk- und Müllverbrennungsanlagen. Kohlekraftwerke sind vom Zugang zu den CO₂-Leitungen ausdrücklich ausgeschlossen, die ersten Speicher-Hubs in Nord- und Nordwestdeutschland sollen erst bis 2030 ans Netz, und das Abscheiden kostet Geld und zusätzliche Energie. CCS verlängert die Brücke also, kostenlos macht es das Festhalten am Gas nicht. Quelle: Bundesregierung.
Steinkohle, vollständig importiert
Steinkohle macht nur noch rund 7 Prozent des Energiemix aus, ist aber zu 100 Prozent importiert, seit der Stilllegung der letzten deutschen Zeche 2018. 2025 wurden 21,5 Millionen Tonnen eingeführt, der kleinste fossile Posten der Importrechnung mit einem einstelligen Milliardenbetrag pro Jahr. Die Hauptverwendung: Stromerzeugung (vor allem Spitzenlast und Reserve) und Stahlindustrie (Koks). Mit dem geplanten Kohleausstieg bis 2038 (NRW bis 2030) sinkt der Bedarf weiter.
- Reserve-Funktion: Kohlekraftwerke können bei Dunkelflauten (kein Wind, keine Sonne) einspringen.
- Lagerbar: Anders als Gas kann Kohle Monate vorgehalten werden, wichtig für Versorgungssicherheit.
- Stahlindustrie: Hochöfen brauchen Koks. Wasserstoff-basierte Direktreduktion ist erst im Aufbau.
- Politisch eingepreist: Ausstieg bis 2038 bereits beschlossen, kein neuer politischer Konflikt nötig.
- Höchste CO₂-Intensität aller fossilen Träger, pro Kilowattstunde Strom doppelt so viel CO₂ wie Erdgas.
- Ein Milliardenbetrag pro Jahr für einen sterbenden Markt, das Geld fehlt für den Aufbau von Speichern und Reserven.
- Importrisiko Kolumbien: Politische Lage instabil, Frachtwege lang.
- Stahl-Alternative entsteht: Salzgitter, ThyssenKrupp, Arcelor investieren in wasserstoffbasierte Reduktion.
Braunkohle, die heimische Ausnahme
Braunkohle macht mit rund 7 Prozent des Primärenergieverbrauchs einen ähnlich großen Anteil wie Steinkohle aus, taucht aber bewusst nicht in der Importrechnung auf: Sie wird vollständig in Deutschland gefördert, in der Lausitz (Brandenburg/Sachsen), im Rheinischen Revier (NRW) und im Mitteldeutschen Revier (Sachsen-Anhalt/Sachsen). Damit ist sie der einzige fossile Energieträger ohne Auslandsabhängigkeit. Für die Bilanz dieser Seite ist sie deshalb nicht Teil der rund 64 Mrd. €-Importrechnung, sie verdient aber einen kurzen Eintrag, weil sie aus anderen Gründen umstritten ist.
Braunkohle ist gleichzeitig Trumpf und Bürde. Trumpf, weil sie als einziger fossiler Energieträger keine Devisen ans Ausland abfließen lässt, eine Megawattstunde Braunkohle-Strom kostet im Förderbetrieb deutlich weniger als importiertes Erdgas. Bürde, weil sie die mit Abstand höchste CO₂-Intensität aller Energieträger hat und damit das EU-Emissionshandelssystem (ETS) zunehmend teuer macht. Mit jedem Anstieg des CO₂-Preises kippt die Rechnung weiter Richtung Erdgas und Erneuerbare. Strukturpolitisch betroffen sind vier Reviere, in denen über 20.000 direkte Jobs am Tagebau hängen, plus die Zulieferketten. Der Strukturwandel ist eines der politisch heikelsten Themen der nächsten zehn Jahre.
Zehn Jahre Importrechnung, was die Krisen sichtbar machen
Die Importrechnung schwankt stark mit den Weltmarktpreisen. Im Mittel der letzten zehn Jahre lag sie laut KfW bei rund 81 Milliarden Euro pro Jahr, kumuliert also rund 810 Milliarden Euro in einer Dekade. Zwei Krisenjahre stechen besonders heraus.
Verlauf der fossilen Importrechnung 2015 bis 2024 (in Mrd. €)
| Jahr | Mrd. € | Visualisierung | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| 2015 | ~80 | Normaljahr | |
| 2016 bis 2020 | 65 bis 80 | Niedrige Preise, Corona 2020 | |
| 2021 | ~90 | Erholung nach Corona | |
| 2022 | 131 | Ukraine-Schock | |
| 2023 | ~95 | Preise sinken wieder | |
| 2024 | 76 | Neue Lieferantenstruktur | |
| Summe 2015 bis 2024 | ~810 Mrd. € | Knapp eine Billion Euro flossen in zehn Jahren ans Ausland | |
Quellen: KfW Research · Destatis Außenhandel. 2022 Spitzenwert offiziell für Öl + Gas zusammen 131,1 Mrd. € (Destatis), zuzüglich Kohle.
Was die geopolitischen Krisen Deutschland kosten
Fossile Energie macht Deutschland verwundbar, die letzten vier Jahre zeigen das mit zwei Lehrstunden.
- Importrechnung 131 Mrd. €, fast doppelt so viel wie 2021 (plus 79 Prozent).
- TTF-Gaspreis-Spitze über 300 €/MWh, zehnfacher Normalpreis.
- Außenhandelsüberschuss halbiert (von 175 auf 80 Mrd. €).
- Gaspreisbremse, Strompreisbremse, Heizkostenzuschuss: rund 200 Mrd. € Doppelwumms aus dem Bundeshaushalt.
- Bau der ersten vier LNG-Terminals in Rekordzeit (acht Monate).
- Kraftstoffe an Tankstellen plus 20 Prozent (März, Destatis).
- Leichtes Heizöl plus 44,4 Prozent gegenüber Vorjahr.
- Energiepreise insgesamt plus 10,1 Prozent, stärkster Anstieg seit Februar 2023.
- Verbraucherpreisindex April: 2,9 Prozent (zweiter Monat in Folge gestiegen).
- ifo-Geschäftsklima auf 84,4, niedrigster Wert seit Mai 2020.
Alle vier Jahre etwa ein größerer geopolitischer Schock im fossilen System, 2014 Krim, 2018/19 US-Iran-Spannungen, 2022 Ukraine, 2026 Iran. Jeder einzelne kostet zweistellige Milliardenbeträge zusätzlich. Bei weiter steigender Importabhängigkeit summiert sich das. Die einzige Versicherung dagegen ist weniger Bedarf, entweder durch Effizienz oder durch Substitution. Beides liegt in deutscher Hand.
Was Dänemark anders macht, und der Urlauber sieht es jedes Jahr
Wer in Hvide Sande, Skagen oder auf Bornholm Urlaub macht, sieht es schon vom Strand aus: Offshore-Windparks am Horizont, Fernwärmerohre statt Schornsteine, Ladepunkte an jedem dritten Parkplatz. Dänemark hat in den letzten zwanzig Jahren die fossile Importrechnung systematisch heruntergefahren. Die harten Zahlen aus Eurostat, Energinet und der Internationalen Energieagentur (IEA):
| Kennzahl Stand 2025/Frühjahr 2026 | Deutschland 🇩🇪 | Dänemark 🇩🇰 | Vorteil |
|---|---|---|---|
| Fossiler Anteil am Primärenergieverbrauch | ~77 % | ~49 % | DK 28 Punkte weniger fossil |
| Energie-Importabhängigkeit | 67 % | ~44 % | DK deutlich unabhängiger |
| Erneuerbare am Strommix | 58,8 % (2025) | über 92 % (2025) | DK ~34 Punkte voraus |
| Erneuerbare am Endenergieverbrauch | 22,5 % | 46,5 bis 46,8 % | DK gut doppelt so hoch |
| Fossile Importrechnung pro Jahr | ~64 Mrd. € (2025) | ~8 Mrd. € | DK Faktor ~8 niedriger |
| Fernwärme im Wohnbestand | ~14 % der Haushalte | ~66 % der Haushalte | DK Faktor ~5 |
| Elektroautos im Pkw-Bestand | 4,1 % (Januar 2026, KBA) | ~20 % (März 2026) | DK Faktor ~5 |
| Elektroauto-Anteil bei Neuzulassungen | ~17 % (2025) · 22,8 % (Q1 2026) | 68,5 % (2025) · über 80 % (Q1 2026) | DK fast viermal so hoch |
| Strom-Handel mit Nachbarn | Nettoimporteur 2023/24 | Netto-Exporteur, oft nach DE | Rollen vertauscht |
| Verbrenner-Auslauf Neuwagen | 2035 (technologieoffen) | 2030 | 5 Jahre Vorsprung |
Quellen: Eurostat · Energistyrelsen DK · Energinet · Statistics Denmark · KBA (DE Pkw-Bestand) · IEA · Bundesnetzagentur. Stand 2025/Frühjahr 2026.
Dänische E-Auto-Politik im Kurzformat: Dänemark verzichtet auf direkte Kaufprämien und setzt stattdessen auf Steuerentlastung. Reine Elektroautos zahlen bis 2026 nur 40 Prozent der dänischen Zulassungssteuer (Verbrenner: bis zu 180 Prozent), plus festen Steuerabzug von rund 21.700 Euro. Ergebnis: Bei Privatkäufern liegt der BEV-Anteil 2026 zeitweise über 94 Prozent. Keine Subvention, sondern saubere Preissignal-Politik.
Dänemark hat etwa ein Sechzehntel der deutschen Einwohnerzahl und ein Vierundzwanzigstel der Wirtschaftsleistung, und trotzdem nur ein Zehntel der deutschen fossilen Importrechnung. Wer im Sommer in Hvide Sande Brötchen kauft, zahlt mit Krone für überwiegend fossilfrei produzierten Strom. Wer im Winter in Düsseldorf duscht, mit zu rund 60 Prozent norwegischem Gas. Das Geld nimmt unterschiedliche Wege. In Dänemark bleibt es im Land, in Form von Windradtechnik, Fernwärmenetzen, Wartungsjobs. In Deutschland geht es zur Equinor in Stavanger und zu Chevron in Houston. Der Hauptunterschied liegt nicht in der Geographie (auch Deutschland hat eine Nordseeküste), sondern im politischen Konsens, der in Dänemark seit den 80er-Jahren parteiübergreifend trägt.
Fünf Hebel, die Dänemark anders gezogen hat, und Deutschland kopieren könnte
Der wichtigste Unterschied liegt in der Wärme. Fernwärme deckt in Dänemark 63 bis 70 Prozent der Haushalte ab (in Kopenhagen bis 98 Prozent), in Deutschland nur 14 bis 16 Prozent. Und die dänische Fernwärme ist zu 75 Prozent erneuerbar (Biomasse, Abwärme, Solarthermie, Großwärmepumpen), die deutsche überwiegend noch gas- und kohlebasiert. Fünf Hebel hat Dänemark gezogen, die übertragbar sind:
| # | Hebel | Dänemark | Was Deutschland davon nehmen kann |
|---|---|---|---|
| 1 | Kommunale Wärmeplanung als Pflicht | Seit 1979 gesetzlich verpflichtend, sozioökonomisch begründet, ergebnisverbindlich | Die deutsche Wärmeplanungspflicht (2024) konsequenter umsetzen, mit Geld und Fachkräften für die Kommunen |
| 2 | Bürgerhand statt Konzern | Viele Netze als gemeinnützige Genossenschaften, kein Gewinnmaximierungs-Druck | Bürger- und Genossenschaftsmodelle in der Fernwärme stärker fördern, erhöht Akzeptanz und drückt Preise |
| 3 | 4. Generation Fernwärme + Power-to-Heat | Niedrige Vorlauftemperaturen 20 bis 95 °C, Großwärmepumpen mit Seewasser (Esbjerg 70 MW), 2025 schon 97 % neu installierte Wärme strombasiert | Windstrom-Überschuss in Wärme speichern statt abregeln. 4GDH bringt weniger Netzverluste und passt zu gut gedämmten Häusern |
| 4 | Abwärme + Biomasse systematisch nutzen | Industrielle Abwärme, Müllverbrennung, Biomasse seit Jahrzehnten integriert. Ziel: bis 2035 keine Gasheizungen mehr | Abwärme aus Industrie und Rechenzentren systematischer in Fernwärmenetze einbinden, riesiges ungenutztes Potenzial |
| 5 | Preisstabilität durch Regulierung | Preise decken nur die Kosten, keine hohen Gewinne. Oft günstiger als fossile Alternativen | Stärkere Preisregulierung und Transparenz bei Fernwärme baut Misstrauen gegen den Umstieg ab |
Quellen: Energistyrelsen DK · Heat · Danish District Heating Association · RAP · „Making Europe's homes Hygge", Januar 2025.
Die nächste Stufe, grüner Wasserstoff als dänisches Exportgut
Während im dänischen Strom-Mix fossile Energien bereits fast verschwunden sind (Anteil unter zehn Prozent), zielt Dänemark mit grünem Wasserstoff auf den verbleibenden fossilen Rest in Industrie und Verkehr, und auf einen strategischen Exportmarkt nach Deutschland. Die Power-to-X-Strategie aus dem Dezember 2021 ist die Grundlage, die jüngsten Zahlen vom Frühjahr 2026 zeigen die Beschleunigung.
| Kennzahl | Status Mai 2026 | Ziel 2030 |
|---|---|---|
| Elektrolyse-Kapazität DK | 119 MW (39 aktive Projekte) | 4 bis 6 GW |
| Wasserstoff-Pipeline DK → DE | Baustart Mitte 2028, 133 km (Esbjerg → Frøslev) | 3 GW Exportkapazität, Inbetriebnahme 2030 |
| Gemeinsame Investition DK + DE | Vereinbart Anfang 2026 | über 3 Mrd. Euro |
| Speicherkapazität Salzkavernen (Nordjütland) | In Planung (Green Hydrogen Hub) | 400 GWh |
Quellen: Energistyrelsen DK · Hydrogen · Dänisches Ministry of Climate, Energy and Utilities · BMWK-Förderbescheid Januar 2026. Deutscher Bundesförderanteil: 1,3 Mrd. Euro für H₂-Import aus Dänemark.
Deutschland importiert ab 2030 grünen Wasserstoff aus Dänemark, der dort aus überschüssigem Offshore-Windstrom hergestellt wird, und mit dieser Lieferung soll ein Teil der heutigen rund 24,8 Mrd. Euro-Erdgasrechnung in der Industrie ersetzt werden. Die Logik ist dieselbe wie bei Erdgas (Pipeline-Import aus dem Norden), nur klimaneutral und mit politisch verlässlichem Partner. Kritiker aus Schleswig-Holstein verweisen darauf, dass die Bundesförderung deutsche H₂-Projekte (etwa in Brunsbüttel) benachteiligt, der Trade-off zwischen schnellem Import und heimischer Wertschöpfung wird in den nächsten Jahren politisch verhandelt werden müssen.
Die Gegenrechnung, Energiewende vs. fossile Importe
Das stärkste Argument der Skeptiker lautet: „Die Energiewende ist zu teuer." Studien von Aurora Energy Research, dem Öko-Institut, dem Fraunhofer ISE und der KfW rechnen seit Jahren gegen: Was die Energiewende kostet, und was wir gleichzeitig an Importrechnung sparen.
| Zeitraum | Kosten Energiewende | Vermiedene Importrechnung | Netto |
|---|---|---|---|
| Jährlich (aktuell) | 80 bis 100 Mrd. € (Netze + EE-Ausbau + EEG) | ~80 Mrd. € durch wachsenden EE-Anteil | Geld bleibt im Land |
| Bis 2045 (Aurora) | 3,44 Bio. € Systemkosten gesamt | Stark sinkender fossiler Bedarf | Einsparpotenzial bis 700 Mrd. € |
| Bis 2049 (DIHK/Frontier) | 4,8 bis 5,4 Bio. € (Netze + Erzeugung) | Restimporte 2,0 bis 2,3 Bio. € | Gleich oder günstiger als „weiter so" |
Quellen: Aurora Energy Research, DIHK / Frontier Economics, Öko-Institut, Fraunhofer ISE. Konsens der Studien: Energiewende kostet vorne viel, spart hinten mehr, vor allem weil die heimische Wertschöpfung steigt und Preisschocks entfallen.
Die Rechnung „Energiewende ist zu teuer" funktioniert nur, wenn man die fossile Importrechnung von rund 64 Milliarden Euro pro Jahr (2025) ignoriert. Wer beides nebeneinander legt, sieht: Die Größenordnungen sind ähnlich. Der entscheidende Unterschied ist nicht die Höhe, sondern wohin das Geld fließt. Fossile Importe stützen norwegische Pensionsfonds, amerikanische Schieferöl-Investoren und kasachische Staatskassen. Energiewende-Investitionen stützen Anlagenbauer, Handwerksbetriebe, Stromnetz-Wartung und Forschungseinrichtungen im eigenen Land.
Der CO₂-Preis macht Fossile planmäßig teurer
Neben dem Weltmarktpreis verteuert die EU fossile Energie gezielt über den CO₂-Preis. Der europäische Emissionshandel (EU-ETS) lag im April 2026 bei rund 72 Euro je Tonne CO₂. Seit dem 1. Januar 2026 läuft zusätzlich der CO₂-Grenzausgleich CBAM in der scharfen Phase, der erste offizielle Zertifikatspreis betrug 75,36 Euro je Tonne (erstes Quartal 2026). Ab 2027 kommt ein zweiter Emissionshandel (ETS2) für Gebäude und Verkehr hinzu, der direkt auf Heizöl, Gasheizungen und Sprit wirkt; Prognosen erwarten anfangs rund 45 Euro je Tonne. Für Verbraucher heißt das: Wer bei Öl und Gas bleibt, zahlt über die nächsten Jahre einen steigenden Aufschlag zusätzlich zum reinen Brennstoffpreis. Quellen: EU-Kommission, ICAP.
Was eine Kilowattstunde wirklich kostet, nach der Rechnung des Umweltbundesamts
Neben dem Preis auf der Rechnung gibt es einen zweiten, der nirgends auftaucht: die Folgekosten von Emissionen für Gesundheit, Landwirtschaft, Gebäude und Klima. Das Umweltbundesamt beziffert sie seit Jahren in seiner Methodenkonvention. Die aktuelle Fassung ist neu: Das Handbuch Umweltkosten in der Version 4.0 ersetzt die bisherige Fassung 3.2 und trägt auf der Publikationsseite das Datum Februar 2026.
Der zugrunde liegende Kostensatz für Treibhausgase ist im selben Handbuch ausgewiesen: 990 Euro je Tonne Kohlendioxid-Äquivalent für das Emissionsjahr 2025 ohne reine Zeitpräferenz, oder 345 Euro bei einer Rate von 1 Prozent. Für 2026 nennt das UBA 1.000 beziehungsweise 350 Euro, für 2030 dann 1.050 und 375 Euro.
Erstens, der oft zitierte Wert von 300 Euro je Tonne ist veraltet. Er stammt aus der Vorgängerfassung und aus einer UBA-Datenseite, die zuletzt im November 2024 aktualisiert wurde. Wer heute damit rechnet, rechnet mit einem überholten Stand.
Zweitens, die beiden Spalten sind kein Widerspruch. Der Unterschied zwischen 990 und 345 Euro ist keine Unsicherheit, sondern eine ethische Entscheidung: Die reine Zeitpräferenzrate legt fest, wie stark Schäden künftiger Generationen gegenüber heutigen abgewertet werden. Bei null Prozent zählt ein Schaden im Jahr 2080 genauso viel wie einer heute. Diese Entscheidung trifft keine Rechenformel, sondern die Politik.
Drittens, die Werte sind unvollständig, und das UBA sagt das selbst. Erfasst sind Treibhausgase und Luftschadstoffe einschließlich der Vorketten. Landnutzung, Biodiversität und toxische Stoffe sind nicht enthalten. Das UBA bezeichnet die Sätze ausdrücklich als Größenordnungen. Kernenergie kommt in der Stromtabelle gar nicht vor.
Industrie gegen Haushalte, wer welchen Preis zahlt
Die zweite Gegenrechnung betrifft nicht Länder, sondern Gruppen im eigenen Land. Die amtlichen Zahlen des Statistischen Bundesamts für das zweite Halbjahr 2025 sind eindeutig: Haushalte zahlten 40,55 Cent je Kilowattstunde Strom einschließlich Umsatzsteuer, Nicht-Haushaltskunden im Durchschnitt 19,22 Cent ohne Umsatzsteuer. Innerhalb der gewerblichen Kunden liegt die Spanne zwischen 32,58 Cent für die kleinsten und 13,07 Cent für die größten Abnehmer. Beim Gas ist das Muster dasselbe: 12,23 gegen 6,18 Cent, und bei den größten Abnehmern 4,52 Cent.
Der Grund ist kein Rabatt der Lieferanten, sondern die Struktur des Preises. Nach der Strompreisanalyse des BDEW vom April 2026 bestehen 33,9 Prozent des Haushaltsstrompreises aus Steuern, Abgaben und Umlagen, also 12,6 Cent je Kilowattstunde. Auf Beschaffung und Vertrieb entfallen 41,3 Prozent oder 15,17 Cent, auf das Netzentgelt 24,9 Prozent oder 9,26 Cent. Alle drei Anteile beziehen sich auf den BDEW-Preis von 37,0 Cent für Neukundentarife, nicht auf die 40,55 Cent des Statistischen Bundesamts; die Summe der gerundeten Prozentwerte ergibt deshalb 100,1. Genau der Steuer- und Abgabenteil ist es, den die Industrie über eine Reihe von Ausnahmen weitgehend nicht zahlt.
Beschlossen und in Kraft: Die Stromsteuerentlastung von 20 Euro je Megawattstunde, also 2,00 Cent je Kilowattstunde, gilt seit dem 1. Januar 2026, allerdings nur für das produzierende Gewerbe sowie Land- und Forstwirtschaft, mit einem Selbstbehalt von 250 Euro im Jahr. Für private Haushalte wurde sie nicht beschlossen. Ebenfalls beschlossen: ein Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds an die Übertragungsnetzbetreiber, gültig nur für das Jahr 2026 und ohne beschlossene Verlängerung. Er entlastet immerhin alle Netzkunden. Die Gasspeicherumlage entfällt ab 2026 und wird aus dem Haushalt finanziert.
Beschlossen, aber noch nicht ausgezahlt: Der Industriestrompreis. Die Europäische Kommission hat ihn am 16. April 2026 beihilferechtlich genehmigt, für die Jahre 2026 bis 2028 und für 91 Sektoren, mit einem Zielpreis von 5 Cent je Kilowattstunde. Das Antrags- und Auszahlungsverfahren beginnt allerdings erst Anfang 2027, rückwirkend für das Gesamtjahr 2026. Ein Haushaltsansatz ist in der Richtlinie nicht beziffert, die Leistung steht unter Haushaltsvorbehalt mit quotaler Kürzung.
Warum hier zwei verschiedene Haushaltsstrompreise stehen: Das Statistische Bundesamt nennt 40,55 Cent, der BDEW 37,0. Beide sind richtig. Der BDEW erfasst nur abschließbare Neukundentarife, das Statistische Bundesamt alle tatsächlich abgerechneten Preise einschließlich Bestandsverträgen. Die beiden Zahlen dürfen nicht gegeneinander gerechnet werden.
Der Ausblick bis 2045, und was daran wirklich feststeht
Beim Kohleausstieg wird in der Debatte regelmäßig ein Jahr genannt, das im Gesetz nicht steht. Der gesetzliche Endtermin ist 2038, für Braun- und Steinkohle gleichermaßen; das Kohleverstromungsbeendigungsgesetz schreibt für den 1. April 2030 ein Zwischenziel von 17 Gigawatt fest, davon 8 Gigawatt Steinkohle und 9 Gigawatt Braunkohle. Ein vorgezogener Ausstieg 2030 gilt nur für das Rheinische Revier, wo die Anlagen von RWE zum 31. März 2030 abzuschalten sind. Für die Lausitz sieht dasselbe Gesetz die Jahre 2028, 2029, 2035 und 2038 vor. Die vielzitierte EU-Beihilfegenehmigung vom November 2025 über bis zu 1,75 Milliarden Euro für die LEAG ändert daran nichts; sie entschädigt genau diesen bereits geltenden Pfad. Das Wort „vorzeitig" bezieht sich dort auf die betriebswirtschaftliche Restlaufzeit, nicht auf ein Vorziehen gegenüber dem Gesetz.
Der Ersatz ist seit Juli 2026 beschlossen, aber noch nicht genehmigt. Bundestag und Bundesrat haben am 9. und 10. Juli 2026 das Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz verabschiedet. Es schafft einen Kapazitätsmarkt für das Jahr 2031 und sieht rund 10 Gigawatt Ausschreibung im September und Dezember 2026 vor, weitere 2 Gigawatt im Mai 2027 sowie weitere Runden 2027 und 2029. Alle Kraftwerke müssen wasserstofffähig sein und sollen spätestens 2045 vollständig dekarbonisiert werden, 2 Gigawatt bereits 2040 und weitere 2 Gigawatt 2043. Die beihilferechtliche Genehmigung der Europäischen Kommission liegt noch nicht vor. Das Wirtschaftsministerium schreibt lediglich, es sei zuversichtlich, sie rechtzeitig vor dem ersten Ausschreibungstermin im September 2026 zu erhalten.
Der gesetzliche Rahmen darüber ist unverändert: Das Klimaschutzgesetz verlangt Netto-Treibhausgasneutralität bis 2045, minus 65 Prozent bis 2030 und minus 88 Prozent bis 2040 gegenüber 1990. Eine Novelle in den Jahren 2025 oder 2026 hat es nicht gegeben, die letzte Änderung datiert auf Juli 2024.
Und der Ausgangspunkt für all das: 2025 lieferte Kohle 96,8 und Erdgas 70,6 Milliarden Kilowattstunden in das Netz, also 22,1 und 16,1 Prozent der Netzeinspeisung. Der Erdgaswert ist der höchste seit Beginn dieser Erhebung im Jahr 2018. Im ersten Quartal 2026 stiegen beide Anteile auf 24,1 und 20,0 Prozent, was am Winterhalbjahr liegt und nicht auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden darf. Einen Halbjahreswert für 2026 gibt es zum Stand dieser Seite noch nicht, und alle kursierenden Zahlen dazu stammen aus zweiter Hand.
Ihr persönlicher Anteil, kurze Rechnung in 30 Sekunden
Die Durchschnittszahl von rund 765 Euro pro Einwohner ist eine Mittelwertrechnung. Wer in einer großen Altbau-Wohnung mit Erdgas heizt und 20.000 Kilometer Diesel fährt, zahlt deutlich mehr. Wer im Passivhaus mit Wärmepumpe wohnt und ein E-Auto fährt, deutlich weniger. Der Rechner unten zeigt eine grobe Schätzung des persönlichen Anteils an der fossilen Importrechnung, und welche Hebel am stärksten wirken.
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Die offene Frage
Diese Seite trägt die Zahlen zusammen, die in der öffentlichen Debatte oft fehlen. Sie ersetzt keine politische Entscheidung. Was sie kann: aus dem „zu teuer" der Skeptiker und dem „alternativlos" der Befürworter eine gemeinsame Datenbasis machen. Wer am Ende eine eigene Schlussfolgerung zieht, soll wissen, womit gerechnet wurde.
Häufig gestellte Fragen
Quellen
- KfW Research · One-Pager Nr. 251, April 2025, fossile Importrechnung Deutschlands
- Umweltbundesamt · Handbuch Umweltkosten, Methodenkonvention 4.0 (Februar 2026), Kostensätze je Tonne CO₂ und je Kilowattstunde nach Energieträger
- Statistisches Bundesamt · Strom- und Gaspreise 2. Halbjahr 2025 für Haushalte und Nicht-Haushaltskunden (31. März 2026)
- BDEW · Strompreisanalyse April 2026 (Preisbestandteile, Steuern- und Abgabenanteil, Industriestrompreise)
- BMWE · Industriestrompreis, beihilferechtliche Genehmigung der EU-Kommission (16. April 2026)
- BMWE · Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz, Beschluss vom 10. Juli 2026 (Kapazitätsmarkt 2031, rund 10 GW)
- Kohleverstromungsbeendigungsgesetz §§ 2, 4, 44 und Anlage 2 (Ausstiegspfad, Zwischenziel 2030, Entschädigungen)
- Bundes-Klimaschutzgesetz § 3 (Netto-Treibhausgasneutralität 2045, Zwischenziele 2030 und 2040)
- Statistisches Bundesamt · Stromerzeugung 2025, Anteile Kohle und Erdgas an der Netzeinspeisung (6. März 2026)
- Europäische Kommission · Beihilfegenehmigung LEAG, Beihilfesache SA.53625 (18. November 2025)
- AG Energiebilanzen (AGEB) · Energieverbrauch Deutschland 2025, Anteile am Primärenergiemix
- Bundesnetzagentur · Jahresrückblick Gasversorgung 2025 (Pressemitteilung 09. Januar 2026)
- BAFA · Amtliche Rohöl-Statistik (Jahresübersichten nach Ursprungsländern)
- Statistisches Bundesamt (Destatis) · Einfuhr von Steinkohle 2019 bis 2025
- Destatis · Verbraucherpreisindex April 2026 (Pressemitteilung 12. Mai 2026)
- Destatis · Energiepreise wie in früheren Krisen (Pressemitteilung 7. Mai 2026)
- Deutsche Rohstoffagentur (DERA) · Commodity Top News & Energierohstoffimporte
- Energistyrelsen Dänemark · Jahres- und Monatsstatistiken
- Energinet Dänemark · Erneuerbare im dänischen Energiesystem
- Eurostat · Energiestatistiken EU (Importabhängigkeit, RES-Anteile)
- Internationale Energieagentur (IEA) · Country Profiles Deutschland und Dänemark
- Öko-Institut · Kosten der Energieimporte nach Deutschland und Europa
- Deutsche Bundesbank · Außenhandelsstatistik
- Bundesregierung · Kohlendioxid-Speicherungs- und -Transportgesetz (KSpTG, in Kraft seit 28. November 2025)
- Deutsche Energy Terminal (DET) · LNG-Terminals Wilhelmshaven, Brunsbüttel, Stade
- Europäische Kommission · CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM)
- International Carbon Action Partnership (ICAP) · EU-Emissionshandel und ETS2
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