Fossile Energie Deutschland 2026 — was uns Erdöl, Erdgas und Kohle täglich kosten
Deutschland deckt rund 69 Prozent seines Primärenergieverbrauchs aus Erdöl, Erdgas und Kohle. Der ganz überwiegende Teil davon kommt aus dem Ausland: bei Erdöl 98 Prozent, bei Erdgas 95 Prozent, bei Steinkohle 100 Prozent. Wir zahlen dafür im Schnitt rund 208 Millionen Euro pro Tag ans Ausland. Diese Seite trägt zusammen, wie viel das ist, wer davon profitiert, was die Krisen der letzten Jahre zusätzlich gekostet haben — und was ein Nachbarland wie Dänemark anders macht. Mit Primärquellen, ohne Moralisierung. Wer am Ende beim Verbrenner und der Gasheizung bleiben will, soll das aus den Zahlen heraus entscheiden, nicht aus dem Bauch.
1. Was uns das fossile Festhalten täglich kostet
Die Zahlen stammen aus der jüngsten KfW-Research-Analyse vom April 2025 und aus dem Außenhandel des Statistischen Bundesamts. Sie zeigen, wie viel Geld jedes Jahr in Pipelines, Tankschiffe und Kohlefrachter fließt — und das Land wieder verlässt.
2. Der deutsche Energiemix 2025 — wie viel ist fossil?
Die AG Energiebilanzen (AGEB) misst den Primärenergieverbrauch nach Energieträgern. Der Mix für 2025 zeigt: Drei von vier Energieeinheiten kommen weiterhin aus fossilen Quellen, der Erneuerbaren-Anteil wächst nur langsam.
| Energieträger | Anteil 2025 | Visualisierung | Vorjahr |
|---|---|---|---|
| Mineralöl | 35,7 % | 36,5 % | |
| Erdgas | 26,9 % | 26,0 % | |
| Steinkohle | ~7 % | ~7,5 % | |
| Braunkohle | ~7 % | ~7,5 % | |
| Erneuerbare | 20,6 % | 19,8 % | |
| Sonstige (Kernkraft-Rest, Müll) | ~2,8 % | ~2,7 % |
Quelle: AG Energiebilanzen (AGEB) · Energieverbrauch Deutschland 2025. Gesamtenergieverbrauch 2025: 10.553 Petajoule. Balkenbreite proportional zum Anteil.
Fossile Energieträger zusammen: ~76 Prozent des Primärenergieverbrauchs. Davon ist nur die Braunkohle weitgehend heimisch — alles andere wird importiert. Erneuerbare wachsen langsam aber stetig (plus 0,8 Prozentpunkte gegenüber Vorjahr), Mineralöl verliert leicht (minus 0,8). Bei diesem Tempo dauert die vollständige Ablösung von Öl und Gas noch Jahrzehnte.
3. Erdöl — der dickste Brocken
Erdöl ist mit 35,7 Prozent der größte fossile Posten im deutschen Energieverbrauch — vor allem in Verkehr (Diesel, Benzin, Kerosin) und beim Heizen (Heizöl). 2024 importierte Deutschland rund 79 Millionen Tonnen Rohöl im Wert von 51 Milliarden Euro. Das sind rund 140 Millionen Euro pro Tag — allein für diesen einen Energieträger.
Top-Lieferanten Rohöl 2024
| Rang | Lieferland | Anteil | Hinweis |
|---|---|---|---|
| 1 | Norwegen 🇳🇴 | ~30 % | Nordsee-Förderung, stabil und EU-nah |
| 2 | USA 🇺🇸 | ~19 % | Stark gewachsen seit Russland-Embargo |
| 3 | Niederlande 🇳🇱 | ~17 % | Weiterverteilung aus dem Hafen Rotterdam |
| 4 | Kasachstan 🇰🇿 | ~8 % | Über Druschba-Pipeline nach Schwedt |
| 5 | Libyen, Großbritannien u. a. | Rest | Diversifizierung seit 2022 deutlich erhöht |
Quelle: KfW Research / Destatis Außenhandel 2024. Russland-Anteil 2021: 35 Prozent — 2024: 0,1 Prozent.
- Vorhandene Infrastruktur: Zwölf Raffinerien, 14.000 Tankstellen, Heizölkessel in vielen Häusern — Ersatz braucht Jahrzehnte.
- Hohe Energiedichte: Diesel und Kerosin sind beim Schwer- und Luftverkehr aktuell ohne praktikable Alternative.
- Chemie-Grundstoff: Petrochemie (Kunststoffe, Düngemittel, Medikamente) braucht Erdöl als Rohstoff, nicht als Brennstoff.
- Diversifizierte Lieferanten: Nach Russland-Aus steht keine Einzelmacht hinter mehr als 30 Prozent der Lieferungen.
- 51 Mrd. € pro Jahr fließen ab — das Geld stützt fremde Volkswirtschaften, nicht die heimische Wertschöpfung.
- Preisschocks treffen sofort: Iran-Konflikt 2026 — Kraftstoffpreise plus 20 Prozent in wenigen Wochen (Destatis, März).
- 98 Prozent Importabhängigkeit bedeutet vollständige Abhängigkeit von geopolitischen Entscheidungen anderer.
- CO₂-intensiv: Verkehrssektor verfehlt die Klimaziele am deutlichsten — Hauptursache Verbrenner.
4. Erdgas — die einstige „Brücke", die nicht enden will
Erdgas deckt 26,9 Prozent des deutschen Energieverbrauchs — vor allem für Heizung (rund die Hälfte der Wohnungen), Industrieprozesse (Stahl, Glas, Chemie) und einen Teil der Stromerzeugung. 2024 wurden dafür 19 Milliarden Euro ans Ausland gezahlt. 2025 importierte Deutschland insgesamt 1.031 Terawattstunden — die Lieferantenstruktur ist heute eine völlig andere als noch vor vier Jahren.
Top-Lieferanten Erdgas 2025
| Rang | Lieferland | Anteil 2025 | Anteil 2024 | Trend |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Norwegen 🇳🇴 | 44 % | 48 % | ↓ leicht |
| 2 | Niederlande 🇳🇱 | 24 % | 25 % | → stabil |
| 3 | Belgien 🇧🇪 | 21 % | 18 % | ↑ wachsend |
| 4 | LNG-Terminals (USA, Katar u. a.) | 10,3 % | 8 % | ↑ wachsend |
Quelle: Bundesnetzagentur · Gasrückblick 2025, 09. Januar 2026. Russland-Anteil 2021: rund 55 Prozent — 2025: 0 Prozent.
- Brückentechnologie: Erdgaskraftwerke können schnell hoch- und runterfahren — wichtig als Backup für Wind/Solar.
- Industrie-Grundstoff: Stahl, Glas, Keramik, Chemie brauchen Prozesswärme, die heute kaum anders erzeugt werden kann.
- Bestehende Heizungen: Rund die Hälfte der deutschen Wohnungen heizt mit Gas — Austausch wäre eine Generation Arbeit.
- Geringere CO₂-Emissionen als Kohle oder Öl pro Kilowattstunde.
- 95 Prozent Importabhängigkeit — die „Brücke" hält schon seit 30 Jahren und wird tendenziell länger statt kürzer.
- Volatile Weltmarktpreise: TTF-Spitze 2022 bei über 300 €/MWh, 2026 wieder über 60. Verbraucher zahlen jede Bewegung mit.
- Methan-Leckagen: Beim LNG-Transport gehen 1–3 Prozent als Methan in die Atmosphäre — Methan ist klimaschädlicher als CO₂.
- LNG aus USA ist teuer: Schiffstransport plus Verflüssigung verdoppelt den Preis gegenüber Pipeline-Gas.
5. Steinkohle — vollständig importiert
Steinkohle macht nur noch rund 7 Prozent des Energiemix aus, ist aber zu 100 Prozent importiert — seit der Stilllegung der letzten deutschen Zeche 2018. Wert der Einfuhren 2024: 5 Milliarden Euro. Die Hauptverwendung: Stromerzeugung (vor allem Spitzenlast und Reserve) und Stahlindustrie (Koks). Mit dem geplanten Kohleausstieg bis 2038 (NRW bis 2030) sinkt der Bedarf weiter.
- Reserve-Funktion: Kohlekraftwerke können bei Dunkelflauten (kein Wind, keine Sonne) einspringen.
- Lagerbar: Anders als Gas kann Kohle Monate vorgehalten werden — wichtig für Versorgungssicherheit.
- Stahlindustrie: Hochöfen brauchen Koks. Wasserstoff-basierte Direktreduktion ist erst im Aufbau.
- Politisch eingepreist: Ausstieg bis 2038 bereits beschlossen — kein neuer politischer Konflikt nötig.
- Höchste CO₂-Intensität aller fossilen Träger — pro Kilowattstunde Strom doppelt so viel CO₂ wie Erdgas.
- 5 Mrd. € pro Jahr für einen sterbenden Markt — das Geld fehlt für den Aufbau von Speichern und Reserven.
- Importrisiko Kolumbien: Politische Lage instabil, Frachtwege lang.
- Stahl-Alternative entsteht: Salzgitter, ThyssenKrupp, Arcelor investieren in wasserstoffbasierte Reduktion.
6. Zehn Jahre Importrechnung — was die Krisen sichtbar machen
Die Importrechnung schwankt stark mit den Weltmarktpreisen. Im Mittel der letzten zehn Jahre lag sie laut KfW bei rund 81 Milliarden Euro pro Jahr — kumuliert also rund 810 Milliarden Euro in einer Dekade. Zwei Krisenjahre stechen besonders heraus.
Verlauf der fossilen Importrechnung 2015–2024 (in Mrd. €)
| Jahr | Mrd. € | Visualisierung | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| 2015 | ~80 | Normaljahr | |
| 2016–2020 | 65–80 | Niedrige Preise, Corona 2020 | |
| 2021 | ~90 | Erholung nach Corona | |
| 2022 | 131 | Ukraine-Schock | |
| 2023 | ~95 | Preise sinken wieder | |
| 2024 | 76 | Neue Lieferantenstruktur | |
| Summe 2015–2024 | ~810 Mrd. € | Knapp eine Billion Euro flossen in zehn Jahren ans Ausland | |
Quellen: KfW Research · Destatis Außenhandel. 2022 Spitzenwert offiziell für Öl + Gas zusammen 131,1 Mrd. € (Destatis), zuzüglich Kohle.
7. Was die geopolitischen Krisen Deutschland kosten
Fossile Energie macht Deutschland verwundbar — die letzten vier Jahre zeigen das mit zwei Lehrstunden.
- Importrechnung 131 Mrd. € — fast doppelt so viel wie 2021 (plus 79 Prozent).
- TTF-Gaspreis-Spitze über 300 €/MWh — zehnfacher Normalpreis.
- Außenhandelsüberschuss halbiert (von 175 auf 80 Mrd. €).
- Gaspreisbremse, Strompreisbremse, Heizkostenzuschuss: rund 200 Mrd. € Doppelwumms aus dem Bundeshaushalt.
- Bau der ersten vier LNG-Terminals in Rekordzeit (acht Monate).
- Kraftstoffe an Tankstellen plus 20 Prozent (März, Destatis).
- Leichtes Heizöl plus 44,4 Prozent gegenüber Vorjahr.
- Energiepreise insgesamt plus 10,1 Prozent — stärkster Anstieg seit Februar 2023.
- Verbraucherpreisindex April: 2,9 Prozent (zweiter Monat in Folge gestiegen).
- ifo-Geschäftsklima auf 84,4 — niedrigster Wert seit Mai 2020.
Alle vier Jahre etwa ein größerer geopolitischer Schock im fossilen System — 2014 Krim, 2018/19 US-Iran-Spannungen, 2022 Ukraine, 2026 Iran. Jeder einzelne kostet zweistellige Milliardenbeträge zusätzlich. Bei weiter steigender Importabhängigkeit summiert sich das. Die einzige Versicherung dagegen ist weniger Bedarf — entweder durch Effizienz oder durch Substitution. Beides liegt in deutscher Hand.
8. Was Dänemark anders macht — und der Urlauber sieht es jedes Jahr
Wer in Hvide Sande, Skagen oder auf Bornholm Urlaub macht, sieht es schon vom Strand aus: Offshore-Windparks am Horizont, Fernwärmerohre statt Schornsteine, Ladepunkte an jedem dritten Parkplatz. Dänemark hat in den letzten zwanzig Jahren die fossile Importrechnung systematisch heruntergefahren. Die harten Zahlen aus Eurostat, Energinet und der Internationalen Energieagentur (IEA):
| Kennzahl 2024/2025 | Deutschland 🇩🇪 | Dänemark 🇩🇰 | Vorteil |
|---|---|---|---|
| Energie-Importabhängigkeit | 67 % | ~44 % | DK deutlich unabhängiger |
| Erneuerbare am Strommix | 58,8 % | 88,4 % | DK +30 Prozentpunkte |
| Erneuerbare am Endenergieverbrauch | 22,5 % | 46,5–46,8 % | DK gut doppelt so hoch |
| Fossile Importrechnung pro Jahr | ~76 Mrd. € | ~8 Mrd. € | DK Faktor ~10 niedriger |
| Fernwärme im Wohnbestand | ~14 % der Haushalte | ~66 % der Haushalte | DK Faktor ~5 |
| Strom-Handel mit Nachbarn | Nettoimporteur 2023/24 | Netto-Exporteur, oft nach DE | Rollen vertauscht |
| Verbrenner-Auslauf Neuwagen | 2035 (technologieoffen) | 2030 | 5 Jahre Vorsprung |
Quellen: Eurostat · Energistyrelsen DK · Energinet · IEA · Bundesnetzagentur. Stand 2024/2025.
Dänemark hat etwa ein Sechzehntel der deutschen Einwohnerzahl und ein Vierundzwanzigstel der Wirtschaftsleistung — und trotzdem nur ein Zehntel der deutschen fossilen Importrechnung. Wer im Sommer in Hvide Sande Brötchen kauft, zahlt mit Krone für überwiegend fossilfrei produzierten Strom. Wer im Winter in Düsseldorf duscht, mit zu rund 60 Prozent norwegischem Gas. Das Geld nimmt unterschiedliche Wege. In Dänemark bleibt es im Land — in Form von Windradtechnik, Fernwärmenetzen, Wartungsjobs. In Deutschland geht es zur Equinor in Stavanger und zu Chevron in Houston. Der Hauptunterschied liegt nicht in der Geographie (auch Deutschland hat eine Nordseeküste), sondern im politischen Konsens, der in Dänemark seit den 80er-Jahren parteiübergreifend trägt.
Fünf Hebel, die Dänemark anders gezogen hat — und Deutschland kopieren könnte
Der wichtigste Unterschied liegt in der Wärme. Fernwärme deckt in Dänemark 63 bis 70 Prozent der Haushalte ab (in Kopenhagen bis 98 Prozent), in Deutschland nur 14 bis 16 Prozent. Und die dänische Fernwärme ist zu 75 Prozent erneuerbar (Biomasse, Abwärme, Solarthermie, Großwärmepumpen) — die deutsche überwiegend noch gas- und kohlebasiert. Fünf Hebel hat Dänemark gezogen, die übertragbar sind:
| # | Hebel | Dänemark | Was Deutschland davon nehmen kann |
|---|---|---|---|
| 1 | Kommunale Wärmeplanung als Pflicht | Seit 1979 gesetzlich verpflichtend, sozioökonomisch begründet, ergebnisverbindlich | Die deutsche Wärmeplanungspflicht (2024) konsequenter umsetzen, mit Geld und Fachkräften für die Kommunen |
| 2 | Bürgerhand statt Konzern | Viele Netze als gemeinnützige Genossenschaften — kein Gewinnmaximierungs-Druck | Bürger- und Genossenschaftsmodelle in der Fernwärme stärker fördern — erhöht Akzeptanz und drückt Preise |
| 3 | 4. Generation Fernwärme + Power-to-Heat | Niedrige Vorlauftemperaturen 20–95 °C, Großwärmepumpen mit Seewasser (Esbjerg 70 MW), 2025 schon 97 % neu installierte Wärme strombasiert | Windstrom-Überschuss in Wärme speichern statt abregeln. 4GDH bringt weniger Netzverluste und passt zu gut gedämmten Häusern |
| 4 | Abwärme + Biomasse systematisch nutzen | Industrielle Abwärme, Müllverbrennung, Biomasse seit Jahrzehnten integriert. Ziel: bis 2035 keine Gasheizungen mehr | Abwärme aus Industrie und Rechenzentren systematischer in Fernwärmenetze einbinden — riesiges ungenutztes Potenzial |
| 5 | Preisstabilität durch Regulierung | Preise decken nur die Kosten, keine hohen Gewinne. Oft günstiger als fossile Alternativen | Stärkere Preisregulierung und Transparenz bei Fernwärme baut Misstrauen gegen den Umstieg ab |
Quellen: Energistyrelsen DK · Heat · Danish District Heating Association · RAP · „Making Europe's homes Hygge", Januar 2025.
Eine eigene Themenseite zur Fernwärme in Deutschland — Technik, Generationen, Netze, Kosten, Vergleich mit Dänemark im Detail — ist in Vorbereitung. Sobald sie steht, verlinken wir sie an dieser Stelle.
9. Die Gegenrechnung — Energiewende vs. fossile Importe
Das stärkste Argument der Skeptiker lautet: „Die Energiewende ist zu teuer." Studien von Aurora Energy Research, dem Öko-Institut, dem Fraunhofer ISE und der KfW rechnen seit Jahren gegen: Was die Energiewende kostet — und was wir gleichzeitig an Importrechnung sparen.
| Zeitraum | Kosten Energiewende | Vermiedene Importrechnung | Netto |
|---|---|---|---|
| Jährlich (aktuell) | 80–100 Mrd. € (Netze + EE-Ausbau + EEG) | ~80 Mrd. € durch wachsenden EE-Anteil | Geld bleibt im Land |
| Bis 2045 (Aurora) | 3,44 Bio. € Systemkosten gesamt | Stark sinkender fossiler Bedarf | Einsparpotenzial bis 700 Mrd. € |
| Bis 2049 (DIHK/Frontier) | 4,8–5,4 Bio. € (Netze + Erzeugung) | Restimporte 2,0–2,3 Bio. € | Gleich oder günstiger als „weiter so" |
Quellen: Aurora Energy Research, DIHK / Frontier Economics, Öko-Institut, Fraunhofer ISE. Konsens der Studien: Energiewende kostet vorne viel, spart hinten mehr — vor allem weil die heimische Wertschöpfung steigt und Preisschocks entfallen.
Die Rechnung „Energiewende ist zu teuer" funktioniert nur, wenn man die Importrechnung von 76 Milliarden Euro pro Jahr ignoriert. Wer beides nebeneinander legt, sieht: Die Größenordnungen sind ähnlich. Der entscheidende Unterschied ist nicht die Höhe, sondern wohin das Geld fließt. Fossile Importe stützen norwegische Pensionsfonds, amerikanische Schieferöl-Investoren und kasachische Staatskassen. Energiewende-Investitionen stützen Anlagenbauer, Handwerksbetriebe, Stromnetz-Wartung und Forschungseinrichtungen im eigenen Land.
10. Die offene Frage
Diese Seite trägt die Zahlen zusammen, die in der öffentlichen Debatte oft fehlen. Sie ersetzt keine politische Entscheidung. Was sie kann: aus dem „zu teuer" der Skeptiker und dem „alternativlos" der Befürworter eine gemeinsame Datenbasis machen. Wer am Ende eine eigene Schlussfolgerung zieht, soll wissen, womit gerechnet wurde.
Häufig gestellte Fragen
Quellen
- KfW Research · One-Pager Nr. 251, April 2025 — fossile Importrechnung Deutschlands
- AG Energiebilanzen (AGEB) · Energieverbrauch Deutschland 2025 — Anteile am Primärenergiemix
- Bundesnetzagentur · Jahresrückblick Gasversorgung 2025 (Pressemitteilung 09. Januar 2026)
- BAFA · Amtliche Rohöl-Statistik (Jahresübersichten nach Ursprungsländern)
- Statistisches Bundesamt (Destatis) · Einfuhr von Steinkohle 2019–2025
- Destatis · Verbraucherpreisindex April 2026 (Pressemitteilung 12. Mai 2026)
- Destatis · Energiepreise wie in früheren Krisen (Pressemitteilung 7. Mai 2026)
- Deutsche Rohstoffagentur (DERA) · Commodity Top News & Energierohstoffimporte
- Energistyrelsen Dänemark · Jahres- und Monatsstatistiken
- Energinet Dänemark · Erneuerbare im dänischen Energiesystem
- Eurostat · Energiestatistiken EU (Importabhängigkeit, RES-Anteile)
- Internationale Energieagentur (IEA) · Country Profiles Deutschland und Dänemark
- Öko-Institut · Kosten der Energieimporte nach Deutschland und Europa
- Deutsche Bundesbank · Außenhandelsstatistik
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