Abendliche Landstraße: vorn ein fahrerloses Fahrzeug mit einem älteren Ehepaar hinter der Scheibe, rechts ein Oldtimer unter einer Eiche, dahinter ein Pferd auf der Koppel
Autonomes Fahren Ins Theater, ohne selbst zu fahren Das Auto holt ab, bringt hin und fährt allein weiter. Was sich damit ändert und wann es bei uns so weit ist.

Ein Abend auf dem Land, wenn niemand mehr fahren muss: Das ältere Ehepaar ist unterwegs ins Theater, der Oldtimer bleibt unter der Eiche stehen, das Pferd steht auf der Koppel.

Themenseite

Autonomes Fahren in Deutschland 2026: was sich ändert, wenn keiner mehr am Steuer sitzt

In Austin, Texas, USA, befördert seit dem 4. September 2026 ein Auto ohne Lenkrad zahlende Fahrgäste. Deutschland hat schon 2021 ein Gesetz beschlossen, das fahrerlose Autos in festgelegten Gebieten erlaubt. Fünf Jahre später fährt hier kein einziges Robotaxi. Mercedes und BMW bieten Level 3 in ihren neuen Modellen 2026 sogar nicht mehr an. Ein in Grünheide gebautes Model Y darf in Belgien mit FSD fahren, in Brandenburg nicht. Diese Seite rechnet nach, was ein eigenes Auto wirklich kostet, was ein Fahrzeug ohne Fahrer daran ändern würde, wer weltweit tatsächlich fährt, und woran es in Deutschland hängt. Alle Zahlen mit Quelle und Standdatum.

Stand: 22. September 2026
Austin, Texas, USA, seit dem 4. September 2026
Ein Auto ohne Lenkrad, und jeder kann mitfahren

Man steigt ein, und vorn ist kein Lenkrad. Pedale gibt es auch keine, und zur Sicherheit fährt niemand mit. Seit dem 4. September 2026 kann in Austin jeder zahlende Fahrgast über die Robotaxi-App von Tesla eine Fahrt im Cybercab rufen, vorerst nur in Teilen der Stadt. Kaufen kann man das Cybercab dagegen noch nicht: Tesla setzt alle gebauten Wagen in die eigene Flotte, einen Bestellknopf, einen Listenpreis oder einen Liefertermin für Privatleute gibt es bisher nicht. Auch den Robotaxi-Dienst mit dem Model Y gibt es nur als Fahrt, nicht als Auto zum Kaufen. Tesla hat vorher nie ein Auto ohne Lenkrad gebaut. Dieses eine Fahrzeug hat die ganze Geschichte ins Rollen gebracht, weil es zeigt, wohin die Reise geht: Das Auto wird nicht mehr für einen Fahrer gebaut.

169Cybercab in Texas zugelassen live
589Tesla-Robotaxis in Texas insgesamt live
0Lenkräder im Cybercab

Wie Tesla das geschafft hat, steht in Abschnitt 9. Wer weltweit heute fahrerlos fährt, zählt der Live-Zähler in Abschnitt 8.

Die mit live gekennzeichneten Zahlen stammen aus dem Zulassungsregister der texanischen Verkehrsbehörde TxDMV, ausgewertet von texasavtracker.com. Das ist eine private Auswertung, keine amtlich veröffentlichte Zahl; Tesla selbst nennt keine Flottengröße.

Neu am 15. September 2026

In Edermünde bei Kassel fährt seit heute ein Lastwagen ohne Fahrerhaus über eine öffentliche Straße, zwischen einem Lidl-Lager und der Filiale nebenan. Niemand sitzt darin, auch kein Sicherheitsfahrer. Nach Angabe von Einride ist es der erste Lastwagen ohne Fahrerhaus auf einer öffentlichen Straße in Deutschland, genehmigt vom Kraftfahrt-Bundesamt. Das deutsche Level-4-Gesetz gibt es seit 2021. Der erste Wagen, der es nutzt, transportiert Paletten, keine Menschen. Was dahintersteckt, steht in Abschnitt 11.

1. Die Stufen null bis fünf

Alle reden von autonomem Fahren und meinen sechs verschiedene Dinge. Die Einteilung stammt von der amerikanischen Ingenieursvereinigung SAE Sie ist eine technische Einteilung und kein Gesetz; das deutsche Straßenverkehrsgesetz regelt automatisierte und autonome Fahrfunktionen mit eigenen Begriffen. Zwei Fragen entscheiden fast alles: Wer muss hinsehen, und wer fährt, wenn niemand hinsieht.

0
Keine Automatisierung

Der Mensch fährt. Das Auto darf warnen und im Notfall bremsen.

Fahrer verantwortlich
1
Assistiert

Abstand halten oder Spur halten, nie beides zugleich. Abstandstempomat.

Fahrer verantwortlich
2
Teilautomatisiert

Lenken und bremsen zusammen. Die Augen bleiben auf der Straße. Hier sitzt Teslas „Full Self-Driving“, BMWs Highway Assistant, Ford BlueCruise.

Fahrer verantwortlich
3
Bedingt automatisiert

Der Mensch darf wegsehen und muss auf Aufforderung übernehmen. Mercedes Drive Pilot, BMW Personal Pilot. In den neuen Modellen 2026 nicht mehr im Angebot.

System fährt, Fahrer bleibt bereit
4
Hochautomatisiert

Kein Mensch nötig, aber nur im genehmigten Gebiet. Waymo, Cybercab, ID. Buzz AD, der Lidl-Lastwagen.

Betreiber mit technischer Aufsicht
5
Vollautomatisiert

Überall, jede Straße, jedes Wetter. Ein Lenkrad braucht es dann nicht mehr. Gibt es nirgends, von niemandem, auch nicht im Versuch.

existiert nicht
Hier steht das deutsche Serienauto im September 2026.
Hier steht seit dem 15. September ein Lastwagen in Edermünde.
Verantwortung beim Menschen Verantwortung beim System Die gestrichelte Stufe gibt es noch nicht.

Die wichtigste Zeile steht ganz unten in jeder Stufe. Der Sprung von Stufe zwei auf Stufe drei verschiebt die Verantwortung: Solange ein Stufe-3-System im zugelassenen Bereich fährt, muss der Mensch nicht mehr hinsehen, aber übernehmen, sobald das System ihn auffordert. Wer bei einem Unfall zahlt, entscheidet trotzdem keine Stufe allein. In Deutschland haftet zuerst der Halter über seine Versicherung, der Hersteller dann, wenn sein System einen Fehler hatte.

Daraus folgt fast alles, was 2026 passiert ist. Ein Hersteller, der Stufe 2 verkauft, verkauft Komfort und lässt das Risiko beim Kunden. Ein Hersteller, der Stufe 3 verkauft, steht dafür ein, dass sein System in dieser Zeit fehlerfrei fährt. Das ist die teuerste Zeile in jedem Businessplan dieser Branche.

Und es erklärt auch, warum Teslas Produkt trotz seines Namens in Stufe 2 fällt. „Full Self-Driving“ klingt nach Stufe 5. Zugelassen ist es als Assistenzsystem, bei dem der Fahrer jederzeit die Verantwortung trägt. Die niederländische Zulassungsbehörde hat es im April 2026 als Fahrerassistenz genehmigt, bei der der Fahrer die Straße fortlaufend überwachen muss.

2. Was Ihr Auto wirklich kostet

Über Autokosten wird meistens in Litern und Kaufpreisen geredet. Beides führt in die Irre, weil der größte Posten weder an der Zapfsäule noch beim Händler sichtbar wird: Wertverlust, Versicherung und Steuer laufen weiter, ob Sie fahren oder nicht.

Daraus folgt eine Regel, die fast niemand auf dem Zettel hat. Der Kilometer wird umso teurer, je weniger man fährt. Drei Haushalte, dieselben vier Möglichkeiten:

Auf dem Land20.000 km

Zwei Erwachsene, ein Auto, jeden Tag pendeln, Einkauf und Arztfahrten obendrauf.

Gebrauchter Benziner34 ct/km
6.720 € im Jahr · gekauft für 14.000 €
Neues Elektroauto34 ct/km
6.870 € im Jahr · gekauft für 38.000 €
Robotaxi zum heutigen Flottenpreis105 ct/km
21.000 € im Jahr · eigene Rechnung, Mittelwert
Eigenes fahrerloses Auto22 ct/km
4.480 € im Jahr · Modellrechnung, siehe unten
Wer viel fährt, fährt mit dem eigenen Auto billig. Ein Robotaxi zum heutigen Preis wäre hier dreimal so teuer. Diese Gruppe wechselt zuletzt.
In der Stadt10.000 km

Ein Auto vor der Tür, das meiste läuft zu Fuß, mit Rad oder Bahn. Das Auto steht.

Gebrauchter Benziner46 ct/km
4.560 € im Jahr · gekauft für 14.000 €
Neues Elektroauto58 ct/km
5.810 € im Jahr · gekauft für 38.000 €
Robotaxi zum heutigen Flottenpreis105 ct/km
10.500 € im Jahr · eigene Rechnung, Mittelwert
Eigenes fahrerloses Auto36 ct/km
3.590 € im Jahr · Modellrechnung, siehe unten
Hier kostet das neue Elektroauto mehr als der alte Benziner, weil der Wertverlust auf wenige Kilometer trifft. Der Abstand zum Robotaxi schrumpft, und der Parkplatz ist noch nicht eingerechnet.
Wenigfahrer4.000 km

Ein älteres Ehepaar auf dem Dorf. Einkauf, Arzt, ab und zu die Kinder besuchen.

Gebrauchter Benziner82 ct/km
3.264 € im Jahr · gekauft für 14.000 €
Neues Elektroauto129 ct/km
5.174 € im Jahr · gekauft für 38.000 €
Robotaxi zum heutigen Flottenpreis105 ct/km
4.200 € im Jahr · eigene Rechnung, Mittelwert
Eigenes fahrerloses Auto76 ct/km
3.056 € im Jahr · Modellrechnung, siehe unten
Der wichtigste Fall. Ein Robotaxi kostet hier schon heute kaum mehr als das eigene Auto, und ein neues Elektroauto ist mit Abstand die teuerste Lösung. Diese Gruppe wechselt zuerst.
gebrauchter Benziner neues Elektroauto Robotaxi zum heutigen Flottenpreis eigenes fahrerloses Auto, Modellrechnung

Woher diese Zahlen kommen

Der gebrauchte Benziner ist der häufigste Fall auf deutschen Straßen: gekauft mit fünf Jahren und 100.000 Kilometern für rund 14.000 Euro, nach fünf Jahren für 5.000 Euro wieder verkauft. Das ergibt 1.800 Euro Wertverlust im Jahr. Diese Haltedauer setzen wir für alle drei Haushalte gleich an, auch wenn Wenigfahrer in der Zeit weit unter 200.000 Kilometern bleiben. Dazu 600 Euro Versicherung und Steuer, 6,5 Liter auf hundert Kilometer bei 2,40 Euro je Liter, und 6 Cent je Kilometer für Wartung, Reifen und Reparatur.

Das neue Elektroauto der Kompaktklasse kostet 38.000 Euro und ist nach fünf Jahren rund 17.000 Euro wert, also 4.200 Euro Wertverlust im Jahr. Strom rechnen wir mit 35 Cent je Kilowattstunde als Mischung aus Hausanschluss und öffentlicher Säule; der deutsche Durchschnitt liegt Mitte September 2026 bei 24,9 Cent im Neuvertrag, 31,1 Cent für Bestandskunden und 42,8 Cent in der Grundversorgung. Bei 16 Kilowattstunden auf hundert Kilometer sind das 5,6 Cent je Kilometer, dazu 5 Cent für Wartung und Reifen und 550 Euro Versicherung. Zum Abgleich: Der ADAC kommt für einen Mini Countryman Elektro bei 15.000 Kilometern im Jahr auf 56,1 Cent je Kilometer, unsere Rechnung liegt bei dieser Fahrleistung in derselben Größenordnung.

Das Robotaxi zum heutigen Flottenpreis ist keine Prognose, sondern der obere Rand der Wirklichkeit: 0,90 bis 1,20 Euro je Kilometer. Das ist unsere eigene Umrechnung aus Betriebskosten großer Flotten von 1,70 bis 2,20 Dollar je Meile, nicht die Zahl einer Studie. Wir setzen den Mittelwert von 1,05 Euro an. Was ein Betreiber tatsächlich verlangt, steht auf einem anderen Blatt, weil derzeit niemand ein solches Fahrzeug kaufen kann.

Die vierte Zeile ist eine Modellrechnung und keine Marktbeobachtung. Ein fahrerloses Auto in Privatbesitz gibt es nicht zu kaufen, also gibt es auch keinen Preis. Wir rechnen mit 26.000 Euro Anschaffung, weil Elon Musk das Cybercab im Oktober 2024 mit „unter 30.000 Dollar“ angekündigt hat, mit zehn Jahren Nutzung statt fünf, weil ohne Verbrennungsmotor weniger verschleißt, mit 14 Kilowattstunden auf hundert Kilometer, 4 Cent je Kilometer für Reifen und Wartung und 600 Euro Versicherung. Nach zehn Jahren setzen wir einen Restwert von 5.000 Euro an, das sind 2.100 Euro Wertverlust im Jahr. Vor allem die Versicherung ist geraten: Wie ein Versicherer ein Privatfahrzeug ohne Fahrer einstuft, weiß heute niemand, weil es noch keins zu kaufen gibt. Rechtsfrei wäre so ein Auto nicht, auch privat bräuchte es einen genehmigten Betriebsbereich und eine technische Aufsicht.

Die Gegenprobe zur Haltedauer. Die längere Nutzung trägt einen großen Teil des Vorsprungs, deshalb rechnen wir sie gegen. Auf fünf Jahre gestellt, mit demselben Restwertanteil wie beim Elektroauto (45 Prozent, also 11.700 Euro), steigt der Wertverlust von 2.100 auf 2.860 Euro im Jahr. Dann kostet das fahrerlose Privatauto 26,2 statt 22,4 Cent bei 20.000 Kilometern, 43,5 statt 35,9 Cent bei 10.000 und 95,4 statt 76,4 Cent bei 4.000. Der Vielfahrer fährt damit weiter deutlich günstiger als mit dem Benziner (33,6 Cent), der Durchschnittsfahrer nur noch knapp (45,6 Cent), und der Wenigfahrer fährt teurer als mit dem Benziner (81,6 Cent), aber immer noch billiger als mit dem Robotaxi (105 Cent). Wer die Zahlen gegen uns prüft, soll diese Spanne sehen und nicht nur den günstigsten Fall.

Die Rechnung hat einen Punkt, an dem sie kippt. Allein Energie und Verschleiß kosten beim Benziner rund 22 Cent je Kilometer, und die fallen auch dann an, wenn das Auto längst abbezahlt ist. Sinkt der Preis einer Robotaxi-Fahrt jemals unter diese Marke, ist das eigene Auto in dieser Rechnung bei keiner Fahrleistung mehr billiger, auch nicht bei 50.000 Kilometern im Jahr. Wartezeit, Leerfahrten und Verfügbarkeit stehen dann auf einem anderen Blatt.

3. Wem das Auto gehört

Sobald Fahrzeuge verkauft werden, ändert sich die Frage. Aus „was verlangt der Betreiber“ wird „was kostet der Betrieb“. Und dann sind Eigentümer denkbar, die es beim Taxi nie gab.

Eine Familie kauft das Fahrzeug wie heute ein Auto, zahlt danach aber nur noch Strom, Reifen und Versicherung. Eine Gemeinde beschafft ein einziges Fahrzeug für alle; bei zwei oder drei Fahrten am Tag rechnet sich das gegen jeden Rufbus. Ein Betrieb hält zehn Wagen für seine Leute, tagsüber für Dienstfahrten, abends für alle anderen. Ein Supermarkt stellt Fahrzeuge bereit, die kommen, wenn jemand einkaufen will, und macht den Weg zum Kunden zum Werbemittel, so wie heute den Parkplatz.

Was in diesem Bild endet, ist nicht das Autofahren. Es ist die Selbstverständlichkeit, dass jedem sein Auto gehört.

Ausrechnen lässt sich das heute nicht, weil es keinen Markt gibt, auf dem sich ein Preis bilden könnte. Begründen lässt es sich: Der teuerste Posten am Privatauto ist die stehende Zeit, und die verteilt sich in jedem dieser Modelle auf mehrere Nutzer.

4. Der Verkehr selbst wird besser

Sie stehen an der Ampel, als Zehnter in der Reihe. Es wird grün. Vorn fährt einer los, dann der nächste, dann einer, der gerade noch aufs Handy geschaut hat. Bis die Bewegung bei Ihnen ankommt, zeigt die Ampel schon wieder Gelb. Jeder kennt diesen Moment, und jeder hat sich darüber geärgert.

Automatisierte Fahrzeuge warten nicht aufeinander. Sie fahren gemeinsam los, fast wie ein Zug.

Für Sie heißt das ganz praktisch: In derselben Grünphase kommen mehr Autos über die Kreuzung. Die Ampel bleibt dieselbe, die Straße auch. Und es muss längst nicht jedes Auto selbst fahren, damit Sie es merken. Schon ein kleiner Anteil automatisierter Fahrzeuge macht die ganze Reihe spürbar flüssiger.

Der Stau, an dessen Spitze nichts ist

Auf der Autobahn gibt es einen Stau, den jeder erlebt hat und den keiner erklären kann. Man steht, man kriecht, und plötzlich geht es weiter. Kein Unfall weit und breit, keine Baustelle. Irgendwo vorn hat jemand kurz gebremst, sein Hintermann etwas stärker, der nächste noch stärker. Nach zwanzig Autos steht die Reihe. Diese Welle wandert rückwärts durch den Verkehr, während vorn längst wieder alles rollt.

Forscher haben genau das nachgestellt. 22 Autos fuhren auf einer Kreisbahn von 260 Metern, ohne Hindernis und mit der einzigen Bitte, gleichmäßig zu fahren. Nach kurzer Zeit war die Welle trotzdem da, ganz von allein. Dann übernahm ein einziges Auto mit automatischer Regelung. Eines von 22.

−40 %
weniger Kraftstoff für die ganze Kolonne, sobald dieses eine Auto mitregelt. Die harten Bremsmanöver verschwanden fast vollständig, von 8,58 auf 0,12 je Fahrzeug und Kilometer, und die Geschwindigkeit schwankte um 81 Prozent weniger. Quelle: Stern et al., Transportation Research Part C 89:205, 2018.

Das ist die schönste Zahl in diesem Kapitel, weil sie so wenig verlangt. Im Versuch brauchte es dafür keine neue Straße. Der Stau aus dem Nichts ist ein menschlicher Stau, und er löst sich auf, lange bevor die Mehrheit autonom fährt.

Beim Elektroauto kommt etwas dazu. Wer gleichmäßig und vorausschauend fährt, braucht weniger Strom, nach einer Untersuchung von 2023 im Mittel 10 bis 21 Prozent, im günstigen Fall bis 35 Prozent. Der Gewinn entsteht vor allem im zähen Stadtverkehr, also genau dort, wo man sich heute am meisten ärgert. Rechner und Sensoren brauchen selbst Strom. Solange es nach dieser Untersuchung weniger als etwa 1.000 Watt sind, bleibt unter dem Strich eine Ersparnis.

Und die Fahrt wird ruhiger. Das Ruckeln im Stop-and-go fällt weg, das Bremsen in letzter Sekunde auch. Wer hinten sitzt, liest oder schaut aus dem Fenster und kommt entspannter an. Die Beschleunigung, die man im Bauch spürt, gibt es weiterhin: im schönen Auto, am Wochenende.

5. Berlin hat fast genau so viele Parkplätze wie Autos

Die Senatsverkehrsverwaltung hat den öffentlichen Straßenraum mit Kameras erfassen lassen und im November 2024 veröffentlicht: 1.276.312 Parkplätze. Zugelassen sind in Berlin rund 1,24 Millionen Autos.

Rechnerisch reicht es also, mit etwa drei Prozent Luft. Wer in der Innenstadt trotzdem keinen Platz findet, hat recht: Innerhalb des S-Bahn-Rings sind es nur rund 230.000 Stellplätze, davon etwas mehr als die Hälfte Anwohnerparken. Dort ist der Parkdruck am größten.

15,3 km²
Fläche, die Berlins Parkplätze binden, bei rund 12 Quadratmetern je Stellplatz. Das ist das gut vierfache Tempelhofer Feld, verteilt in Streifen links und rechts entlang jeder Straße. Eigene Berechnung nach der Erfassung der Senatsverkehrsverwaltung.
Luftbild des Tempelhofer Felds in Berlin, vollständig mit geparkten Autos belegt, dahinter die Stadt

Berlins Parkplätze binden rund 15,3 Quadratkilometer Straßenland, gut das Vierfache des Tempelhofer Felds. Auf das Feld selbst passt etwa ein Viertel der Berliner Autos. KI-generierte Darstellung.

Diese Fläche verschwindet nicht dadurch, dass Autos autonom fahren. Sie verschwindet dadurch, dass ein Fahrzeug, das nach der Fahrt weiterfährt, keinen Platz an genau der Stelle braucht, an der Sie ausgestiegen sind. Ein privates Auto steht dort, wo sein Besitzer wohnt. Ein Flottenfahrzeug steht dort, wo die nächste Fahrt beginnt, oder gar nicht.

6. Einer der größten Taxikunden ist die Krankenkasse

2023 wurden mehr als 55 Millionen Beförderungen mit der gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet. Gut drei Viertel davon entfielen auf Taxi und Mietwagen, also rund 41 Millionen Fahrten im Jahr. Die Ausgaben für Fahrtkosten insgesamt haben sich in neun Jahren fast verdoppelt.

JahrFahrtkosten der GKV
20154,96 Milliarden Euro
20195,50 Milliarden Euro
20249,56 Milliarden Euro

Auf Taxi und Mietwagen entfallen davon 21 Prozent, also rund zwei Milliarden Euro. Legt man die 41 Millionen Fahrten von 2023 auf diese Ausgaben um, sind das grob gerechnet knapp 49 Euro je Fahrt. Eine sitzende Krankenfahrt über 30 Kilometer kostet nach Taxitarif 50 bis 80 Euro, die 49 Euro entsprechen also einer Strecke in der Größenordnung von 20 Kilometern.

41 Millionen Fahrten zu je 20 Kilometern ergeben rund 820 Millionen Kilometer im Jahr. Zur Veranschaulichung: die Strecke zum Mond, zweitausendmal.

SzenarioKosten im JahrErsparnis
heute, mit Fahrerrund 2,00 Mrd. €–
bei 1,00 € je Kilometer (heutige Flottenkosten)rund 0,83 Mrd. €1,2 Mrd. €
bei 0,30 € je Kilometerrund 0,25 Mrd. €1,8 Mrd. €

Eine Einschränkung gehört dazu, und sie ist wichtig. Ein Teil dieser Fahrten braucht einen Menschen, der beim Ein- und Aussteigen hilft, den Tragestuhl bedient oder bis zur Wohnungstür begleitet. Dafür ersetzt kein Fahrzeug den Fahrer. Die Rechnung gilt für den Teil, bei dem wirklich nur transportiert wird.

Trotzdem bleibt der Befund: Hier liegt die Rechnung bei Institutionen, die rechnen können und rechnen müssen. Gut möglich, dass eine Krankenkasse das erste Robotaxi in der deutschen Provinz bezahlt.

7. Kamera oder Lidar: der Streit, an dem die Branche hängt

Die Industrie zerfällt in zwei Lager, und der Unterschied ist im Kern einer. Eine Kamera schätzt die Entfernung. Ein Lidar misst sie.

Eine Autokamera ist ein passiver Sensor. Sie sammelt vorhandenes Licht ein, wie das menschliche Auge, und liefert ein flaches Farbbild. Wie weit etwas entfernt ist, muss die Software daraus errechnen, aus Perspektive, Objektgröße und Bewegung über die Zeit. Tesla verbaut acht Außenkameras, seit der vierten Hardwaregeneration mit fünf Megapixeln statt vorher 1,2. Der Dynamikumfang liegt bei rund 120 Dezibel, also etwa auf Augenniveau.

Ein Lidar schickt kurze, unsichtbare Infrarot-Laserpulse aus und misst deren Laufzeit. Licht legt rund 30 Zentimeter je Nanosekunde zurück, jede Messung ergibt damit direkt eine Entfernung, auf Zentimeter genau. Millionenfach pro Sekunde in verschiedene Richtungen wiederholt entsteht eine dreidimensionale Punktwolke. Aktuelle Sensoren dieser Art sehen nach Herstellerangaben über 200 Meter weit, liefern Millionen Messpunkte je Sekunde und wiegen nur noch einige hundert Gramm.

Das Wetterproblem, und zwar auf beiden Seiten

Michael Bertelsen fragte bei der Recherche nach der einfachsten aller Fragen: Was passiert eigentlich, wenn die Kameras dreckig werden? Die Antwort ist unangenehm konkret.

Nur die zwei bis drei Kameras hinter der Windschutzscheibe profitieren vom normalen Scheibenwischer. Alle anderen, an B-Säule, Kotflügel, Heck und vorderer Stoßstange, sitzen ungeschützt im Fahrtwind, im Spritzwasser und im Salznebel. Kamera-Entfroster gibt es seit 2016, belegt ist die Funktion für die Kameras hinter der Scheibe; ob die Seitenkameras beheizt sind, ist öffentlich nicht belegt.

Waschdüsen für Seiten- und Heckkameras haben Serienfahrzeuge nicht. An der Robotaxi-Flotte sind sie nach Beobachtungen seit Januar 2026 nachgerüstet, auch am Cybercab sind Waschdüsen zu sehen. Tesla führt zudem eigene Fehlercodes für verdeckte Kameras, die den Assistenten abschalten, darunter „Camera blocked or blinded“.

Die US-Verkehrsbehörde NHTSA prüft genau diesen Punkt seit Oktober 2024. Am 19. März 2026 wurde aus der Voruntersuchung wegen FSD-Versagen bei Sonnenblendung, Nebel und aufgewirbeltem Staub eine Engineering Analysis, die vertiefte Stufe. An ihrem Ende kann ein Rückruf stehen, muss aber nicht. Betroffen sind 3.203.754 Fahrzeuge, neun Unfälle, ein Todesfall.

Auch Lidar hat Grenzen, nur andere. Wassertröpfchen in Nebel, Regentropfen und Schneeflocken streuen das Laserlicht. Ein Teil der Pulsenergie kommt nie am Ziel an, und der Nebel selbst wirft Licht zurück und erzeugt eine Geisterwand aus Messpunkten unmittelbar vor dem Fahrzeug. Belastbare, öffentlich zugängliche Zahlen zur Reichweiteneinbuße bei definierter Sichtweite gibt es nicht.

Dafür sieht ein Lidar in völliger Dunkelheit, weil er sein eigenes Licht mitbringt, und tiefstehende Sonne stört ihn weit weniger als eine Kamera. Umgekehrt sieht er eine Ampel als Metallkasten, nicht als rot. Ohne Kameras fährt auch kein Robotaxi mit Lidar. Die Frage ist nur, ob Kameras allein genügen.

Das Kostenargument ist tot, die Position lebt weiter

Elon Musk nannte Lidar 2019 auf dem Tesla Autonomy Day „a fool's errand“ und setzte nach: „Anyone relying on lidar is doomed.“ Damals war das wirtschaftlich schlüssig. Ein Waymo-Lidar hatte 2009 noch rund 65.000 Euro gekostet (75.000 Dollar), 2017 waren es nach Waymos eigener Angabe noch rund 6.500 Euro.

rund 170 €
Durchschnittserlös je Lidar im zweiten Quartal 2026, gerechnet aus 628.275 ausgelieferten Stück und 109 Millionen Euro Nettoumsatz des Herstellers Hesai. Da im Umsatz auch Dienstleistungen stecken, ist das eher eine Obergrenze, und es ist ein Mischwert über alle Modelle, kein Listenpreis. Ein Preisverfall um mehr als den Faktor 350 seit 2009, gegenüber 2017 etwa um den Faktor 38. Eigene Berechnung nach dem Hesai-Quartalsbericht vom 18. August 2026.

Musks Position ist geblieben, die Begründung hat er dreimal ausgetauscht. 2016 argumentierte er physikalisch, Lidar dringe nicht durch Regen und Nebel. 2019 ökonomisch, die Sensoren seien zu teuer und unnötig. Seit August 2025 architektonisch: „Lidar and radar reduce safety due to sensor contention.“ Wenn Kamera und Lidar sich widersprechen, welcher gewinnt?

Die Gegenseite hält dagegen, dass genau dieser Widerspruch der Sinn der Sache ist. Waymos Co-Vorstandschef Dmitri Dolgov am 4. August 2026: „Menschen können natürlich mit bloßen Augen fahren, das ist der Existenzbeweis. Aber schwache Sensorik führt zu einer Sicherheitskurve, die viel zu früh abflacht." Und Marc Vrecko, der bei Valeo die Sparte Fahrerassistenz leitet und den Lidar für Mercedes' Drive Pilot geliefert hat: „Level-3-Automatisierung lässt sich nur mit Lidar erreichen. Ohne ihn bleiben manche Objekte unentdeckt."

Eine Randnotiz, die selten erwähnt wird: Tesla stand im ersten Quartal 2024 für elf Prozent des Umsatzes beim Lidar-Hersteller Luminar, nach Scale AI der zweitgrößte Kunde. Wofür, hat Tesla nicht erklärt; naheliegend ist eine Referenzmessung, um die Tiefenschätzung der Kameras zu prüfen. Luminar meldete im Dezember 2025 Insolvenz an.

Einen fairen Sicherheitsvergleich gibt es nicht

Für Waymo existiert eine unabhängige Prüfung. Das amerikanische Versicherungsinstitut IIHS fand im Juli 2026 0,80 gegen 2,52 Unfälle je Million Kilometer, also 68 Prozent weniger als bei menschlichen Fahrern in denselben Gebieten. Der Schnitt verdeckt allerdings große Unterschiede zwischen den Städten: Phoenix minus 76 Prozent, Los Angeles minus 71, San Francisco minus 35, in Austin dagegen vier Prozent mehr Unfälle als bei Menschen. Waymo selbst weist rund 437 Millionen fahrerlose Kilometer aus, Stand Juni 2026, und veröffentlicht seine Methodik.

Tesla liefert Eigenangaben aus überwachtem Betrieb, bei dem ein Mensch die Fehler wegfängt. Eine Reuters-Untersuchung vom 28. Mai 2026 kam zu dem Ergebnis, der behauptete Sicherheitsvorsprung sei um den Faktor drei aufgebläht. Zehn von elf befragten Verkehrssicherheitsforschern nannten die Methodik gegenüber Reuters irreführend.

Wer beide Zahlen nebeneinanderlegt, vergleicht zwei verschiedene Dinge: ein Lidar-System im fahrerlosen Betrieb gegen ein Kamera-System, bei dem ein Mensch hinsieht und eingreift, bevor es kracht.

DatenbestandUmfangArt des Betriebs
Tesla FSD weltweit20,0 Milliarden Kilometer (18. Juli 2026)überwacht, der Fahrer greift ein
Waymo437 Millionen Kilometer (Juni 2026)fahrerlos
Tesla FSD in Europa100 Millionen Kilometer (26. August 2026)davon null in Deutschland

Was FSD kostet

Den Einmalkauf gibt es nicht mehr. In den USA hat Tesla ihn am 14. Februar 2026 gestrichen, in Europa am 21. Mai 2026; vorher kostete er hier 7.500 Euro. Seitdem gilt nur noch das Abonnement: 99 Euro im Monat, für Besitzer des Erweiterten Autopiloten 49 Euro. Über zehn Jahre sind das rund 11.900 Euro statt 7.500.

In Deutschland ist FSD buchbar, aber nicht nutzbar. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat die Funktion nicht freigegeben. Die niederländische Behörde RDW erteilte am 10. April 2026 als erste in der EU eine Genehmigung, nach anderthalb Jahren Prüfung, 1,6 Millionen Testkilometern und über 13.000 Demofahrten. Litauen, Estland, Dänemark, Belgien und am 7. September 2026 Slowenien haben sie übernommen. Deutschland und Frankreich haben die vorzeitige Anerkennung abgelehnt.

8. Wer heute fährt, live gezählt

Vier Räume, vier Zahlen. Die Zahlen aus Texas stammen aus Zulassungsdaten der texanischen Verkehrsbehörde TxDMV, die der Texas AV Tracker laufend auswertet (private Auswertung, keine amtliche Zahl). Jedes neu gemeldete Cybercab erscheint hier, sobald es registriert ist.

LIVERobotaxis und fahrerlose Fahrzeuge weltweitStand 15.09.2026
USA
169live
Tesla Cybercab ohne Lenkrad und Pedale, in Texas zugelassen
  • Tesla-Robotaxis in Texas589live
  • Waymo in Texas988live
  • Waymo in den USA insgesamtüber 4.000Sept. 2026
  • Zoox in Texas44live
Als Nächstes

Volkswagen will mit MOIA und Uber in Los Angeles Ende 2026 den bezahlten Betrieb starten. Aurora will bis Jahresende mindestens 200 fahrerlose Lastwagen im Einsatz haben.

China
über4.775
Robotaxis bei Pony.ai, WeRide und Baidu zusammen
  • Pony.ai1.97530.06.2026
  • WeRideüber 1.80031.07.2026
  • Baidu Apollo Goüber 1.000Mai 2025
Als Nächstes

Pony.ai will bis Jahresende über 3.500 Robotaxis auf der Straße haben. Ab Juli 2027 gilt ein verbindlicher nationaler Sicherheitsstandard.

Deutschland
1
fahrerloses Fahrzeug auf öffentlicher Straße: der Lidl-Lastwagen in Edermünde
  • Fahrgäste fahrerlos befördert015.09.2026
  • ID. Buzz AD in Hamburg, mit Sicherheitsfahrerbis zu 10seit 15.07.2026
  • Vom KBA genehmigte Level-4-Fahrzeuge34Ende 2025
Als Nächstes

Der ID. Buzz AD geht 2027 in Serie. Momenta testet seit Juli deutschlandweit Level 4 auf Stadtstraßen, und Lidl will aus der kurzen Strecke eine Rundtour über mehrere Filialen machen.

Europa
0
Robotaxis ohne Menschen an Bord im kommerziellen Betrieb
  • Uber in London, mit Fahrer an Bord15seit 03.09.2026
  • Länder mit Freigabe für Tesla FSD (überwacht)6Sept. 2026
  • Zagreb, kommerziell mit Operatorin Betriebseit April 2026
Als Nächstes

In Luxemburg testet Stellantis mit Bolt ein Robotaxi mit Software von Pony.ai. Die Niederlande haben Tesla FSD im April freigegeben. Deutschland und Frankreich haben die vorzeitige Anerkennung bisher abgelehnt.

Mit „live“ markierte Zahlen: Zulassungen beim Texas Department of Motor Vehicles (TxDMV), ausgewertet vom Texas AV Tracker (private Auswertung, keine amtliche Zahl), stündlich abgerufen. Alle übrigen Zahlen mit dem angegebenen Stand aus den Quellen am Ende dieser Seite.

Die Null in der Europa-Karte ist die interessanteste Zahl auf dieser Seite. Sie wird eines Tages springen, und dann wird man wissen, wann es angefangen hat.

9. Für zehn Kilometer zum Supermarkt braucht niemand ein schönes Auto

Wenn ein Fahrzeug 23 Stunden am Tag unter einem Baum steht und eine Stunde fährt, ist der Innenraum das Letzte, worüber man nachdenkt. Genau darauf aber ist die deutsche Autoindustrie gebaut: auf Marke, Materialanmutung und Fahrgefühl. Also auf alles, was man schätzt, solange man selbst am Steuer sitzt.

Das schöne Auto verschwindet deshalb nicht. Es wird zum Hobby, so wie das Pferd zum Hobby wurde, als das Auto kam. Wer Freude am Fahren hat, kauft sich einen Oldtimer und bewegt ihn am Sonntag. Was er nicht mehr kauft, ist ein bequemes Auto als Gebrauchsgegenstand. Diese beiden Märkte trennen sich, und nur einer davon ist groß.

2026 ist das Jahr, in dem Europa die Stufe 3 wieder verlassen hat. Innerhalb von sechs Monaten haben die drei deutschen Premiumhersteller ihre Level-3-Funktionen kassiert, nachdem Stellantis schon im August 2025 vorangegangen war.

Teslafährt fahrerlos

Austin, Texas · mehrere Städte in den USA

Am 4. September 2026 öffnete Tesla in Austin, Texas, USA, ein Fahrzeug ohne Lenkrad und Pedale für beliebige zahlende Fahrgäste. Nicht als Demonstration, nicht mit Begleitperson auf dem Beifahrersitz, sondern als Dienstleistung, die man bezahlt.

So fährt man in Austin, Texas, USA, mit dem Cybercab. Lenken muss niemand, es gibt nichts zu lenken. Alles läuft über die kostenlose App „Tesla Robotaxi“. Sie steht nur im App Store der USA und Kanadas und im amerikanischen Google Play Store. In Deutschland lässt sie sich nicht herunterladen, Stand 15. September 2026.

  1. Ziel eingeben. Man tippt ein Ziel innerhalb des Fahrgebiets ein, das die App auf der Karte zeigt. Vor dem Bestätigen sieht man den Fahrpreis und die Wartezeit. Man kann wählen zwischen dem Cybercab mit zwei Plätzen und dem Model Y mit bis zu vier. Kinder unter 13 Jahren dürfen nicht ins Cybercab.
  2. Den eigenen Wagen erkennen. Die Leuchtleiste vorn leuchtet in einer Farbe, die auch in der App erscheint. Zur Sicherheit vergleicht man das Kennzeichen.
  3. Einsteigen. Die Tür öffnet sich von selbst, sobald der Wagen das Handy des Bestellers erkennt. Gepäck kommt in den Kofferraum.
  4. Losfahren. Wer sich anschnallt, schließt damit die Tür. Dann tippt man auf dem Bildschirm auf „Start Ride“, also Fahrt starten.
  5. Unterwegs. Der Bildschirm zeigt Strecke und Ankunftszeit. Man stellt dort Temperatur und Unterhaltung ein, das Ziel ändert man in der App. Mit „Pull Over“ hält der Wagen am Straßenrand an, mit „Support“ meldet sich ein Mitarbeiter von Tesla. Während der Fahrt bleibt man angeschnallt sitzen.
  6. Aussteigen. Am Ziel parkt der Wagen und schaltet die Warnblinker ein. Man öffnet die Tür, holt sein Gepäck und schließt die Fahrt in der App ab.

Tesla erklärt das nur auf Englisch: die Anleitung „Ride with Cybercab“ Schritt für Schritt, die Hilfeseite zum Robotaxi mit Preisen, Fahrzeiten und Links zur App, und die Übersicht unter tesla.com/robotaxi. Die App im App Store (USA) und bei Google Play (USA).

Das ist eine Leistung, die man nüchtern anerkennen muss. Tesla hat das Problem anders angefasst als alle anderen: kein Lidar, keine vorab vermessenen Straßen, stattdessen acht Kameras und ein Netz, das aus den Fahrten von Millionen Serienfahrzeugen gelernt hat. Über 20 Milliarden Kilometer hat diese Flotte mit dem System zurückgelegt, Stand 18. Juli 2026. Teslas eigener Live-Zähler zeigt höhere Werte, ist aber eine Hochrechnung und keine Messung. Die Fachwelt hat diesen Ansatz lange für aussichtslos gehalten.

Ebenso nüchtern gehört dazu: Tesla fährt bisher nur in wenigen amerikanischen Städten, die Flotte ist klein, und die eigenen Sicherheitszahlen halten einer unabhängigen Prüfung nicht in dem Maß stand, wie Tesla sie darstellt. Der Name „Full Self-Driving“ verspricht mehr, als die Zulassung hergibt. Beides ändert nichts daran, dass Tesla als erster großer Autohersteller ein Fahrzeug ohne Lenkrad in den bezahlten Dienst gebracht hat.

20 Mrd kmmit FSD gefahren, überwacht, Stand 18.07.2026
99 €im Monat kostet FSD in Europa, nutzbar ist es hier nicht

Es hilft nichts, das schönzureden. Das Auto ohne Lenkrad im bezahlten Dienst hätte aus Stuttgart, München oder Wolfsburg kommen können. Die Ingenieure dafür gibt es hier, das Level-4-Gesetz gab es hier schon 2021. Gefahren ist es dann in Texas. Wer die deutschen Hersteller mag, und wir mögen sie, liest die nächsten Absätze mit einem gewissen Ziehen.

Die deutschen Hersteller
Volkswagenfährt mit Fahrgästen

Hamburg, Berlin, Los Angeles · Marke MOIA

Der einzige europäische Konzern, der ein eigens gebautes Level-4-Fahrzeug in Serie bringen will. Der ID. Buzz AD ist kein Umbau, sondern ein eigens gebautes Fahrzeug, und er ist der maximale Gegenentwurf zu Tesla: 13 Kameras, neun Lidar, fünf Radar, die Fahrsoftware kommt von Mobileye.

Seit dem 15. Juli 2026 fährt er in Hamburg mit Fahrgästen durch Winterhude, Barmbek und Wandsbek. Kostenlos, mit Sicherheitsfahrer an Bord, im Rahmen des Projekts ALIKE mit der Hochbahn. In Berlin läuft ein Test mit der BVG, in Los Angeles einer mit Uber, dort soll Ende 2026 der kommerzielle Betrieb beginnen.

Im Juli 2026 hat VW die gemeinsame Entwicklung mit Bosch beendet. Beim Privatauto bleibt der Konzern bei Stufe 2.

10Fahrzeuge in Hamburg, im Projekt bis zu 20
~500Vorserienfahrzeuge 2026, Serie ab 2027
9 Lidarauf einem Fahrzeug, gegen null bei Tesla
Mercedes-BenzLevel 3 pausiert

Stuttgart · Robotaxi-Projekt in Abu Dhabi

Mercedes hatte, was sonst niemand hatte: die weltweit erste zugelassene Level-3-Serienfunktion. Der Drive Pilot durfte auf allen 13.191 Autobahnkilometern Deutschlands bis 95 km/h fahren, während der Fahrer aufs Display schauen durfte. Über dreißig Sensoren, darunter ein Lidar von Valeo.

Beim Facelift der S-Klasse im Januar 2026 fiel er weg, beim EQS ebenfalls. Die Begründung war technisch und wirtschaftlich zugleich: Die Hardware sei an ihrer Leistungsgrenze, und der Aufpreis von rund 8.800 Euro fand zu wenige Käufer.

Der Nachfolger heißt MB.Drive Assist Pro, ist Stufe 2 und hat keinen Lidar, dafür Technik von Nvidia. In Deutschland kommt er ab Ende 2026, zuerst in Stuttgart und München. Parallel baut Mercedes mit dem chinesischen Partner Momenta eine Robotaxi-S-Klasse für Abu Dhabi, und die hat wieder Lidar.

95 km/hso schnell durfte der Drive Pilot Stufe 3 fahren
5.950 €Listenaufpreis, mit dem nötigen Assistenzpaket rund 11.000 €
2 bis 3 Jahrebis zur angekündigten Rückkehr, dann mit 130 km/h
BMWLevel 3 gestrichen

München · nur in Deutschland angeboten

Der Personal Pilot L3 war in einem Punkt besser als alles andere auf dem Markt: Er funktionierte auch bei Dunkelheit. 6.000 Euro Aufpreis, nur im 7er, nur in Deutschland, nur bis 60 km/h. Ende April 2026 wurde er mit dem Facelift gestrichen.

Entwicklungsvorstand Joachim Post hat offen gesagt, warum: „Wir hatten das Level-3-System in den Fahrzeugen. Aber wir haben festgestellt, dass die Nachfrage danach nicht auf einem Niveau war, auf dem wir profitabel hätten sein können."

An seine Stelle tritt ein Stufe-2-System für 1.450 Euro, freihändig bis 130 km/h. Die Zahl, die die Entscheidung erklärt, steht daneben: Mit dem einfachen Autobahnassistenten sind BMW-Kunden bis Juni 2026 über 200 Millionen Kilometer freihändig gefahren. Stufe 3 kaufte fast niemand.

6.000 €kostete Level 3, gekauft hat es kaum jemand
1.450 €kostet der Nachfolger auf Stufe 2
über 200 Mio kmhat der Stufe-2-Assistent bis Juni 2026 freihändig zurückgelegt
Audinie ausgeliefert

Ingolstadt · erstes Level-3-Auto der Welt, das nie fuhr

Die bitterste Geschichte im Feld. Audi stellte 2017 den A8 als weltweit erstes Serienauto mit Level-3-Fähigkeit vor. Die Technik war fertig, verbaut und bezahlt.

Freigeschaltet wurde sie nie. 2020 gab Audi auf. Neben den fehlenden Zulassungsregeln nennen Berichte einen zweiten Grund: Die Konzernjuristen warnten vor der Haftung. Ein Auto, das fährt, während der Fahrer wegsieht, macht den Hersteller verantwortlich.

Heute, neun Jahre später, bringt Audi im Q9 erstmals freihändiges Fahren auf Stufe 2, bis 137 km/h. Kameras, Radar, GPS, Fahrerüberwachung. Kein Lidar.

2017vorgestellt als erstes Level-3-Serienauto der Welt
0Kunden haben die Funktion jemals nutzen dürfen
2020wurde sie ersatzlos eingestellt
Porschebewusst nur Stufe 2

Zuffenhausen · sagt es als Einziger offen

Porsche macht aus der Zurückhaltung keine Ankündigung. Im eigenen Ausstattungsleitfaden steht wörtlich, alle Assistenzsysteme erforderten die Überwachung durch den Fahrer, es seien bestenfalls Systeme der Stufe 2 und kein autonomes Fahren.

Das höchste Angebot ist InnoDrive mit aktiver Spurführung, das bis etwa drei Kilometer vorausschauend die Geschwindigkeit anpasst, dazu ein Stauassistent bis 60 km/h. Kamera, Radar, Ultraschall, Wärmebild. Kein Lidar.

Bei einer Marke, deren Produkt das Fahren selbst ist, ist das keine Schwäche, sondern eine Positionierung. Die Frage ist nur, wie lange ein Hersteller davon leben kann, dass Menschen gern selbst fahren.

OpelStufe 2, Hände ans Lenkrad

Rüsselsheim · gehört zu Stellantis

Opel bietet Intelli-Drive 2.0 an: halbautomatischer Spurwechsel, adaptive Geschwindigkeitsregelung mit Stop-and-go, aktiver Spurhalteassistent. Die Hände müssen am Lenkrad bleiben, das System mahnt ausdrücklich, sobald man loslässt.

Freihändiges Fahren gibt es nicht, Stufe 3 auch nicht. Der Mutterkonzern Stellantis hat sein Level-3-System im August 2025 gestoppt. Was Opel aus der neuen Partnerschaft mit dem britischen Unternehmen Wayve bekommt und wann, ist nicht terminiert.

Fordfreihändig zugelassen

Werk Köln · BlueCruise seit Oktober 2023

Wenig beachtet, aber bemerkenswert: Ford war der erste Hersteller mit einer europäischen Freigabe für freihändiges Fahren. BlueCruise ist in Deutschland seit dem 12. Oktober 2023 bestellbar, freihändig bis 130 km/h, allerdings nur auf freigegebenen Abschnitten der Bundesautobahnen.

Eine Infrarotkamera überwacht dabei die Augen des Fahrers. Es bleibt Stufe 2, die Verantwortung liegt beim Menschen. Bezahlt wird im Abo für 24,99 Euro im Monat, die ersten 90 Tage sind frei. Ab Frühjahr 2026 kommt es auch in Puma, Kuga und Ranger.

Der Rest Europas
StellantisLevel 3 gestoppt

Opel, Peugeot, Fiat, Citroën, Jeep · Robotaxi-Test in Luxemburg

Stellantis stellte STLA AutoDrive im Februar 2025 vor und legte es ein halbes Jahr später auf Eis. Der Sprecher formulierte es klar: Was man gezeigt habe, sei Level-3-Technik, für die es derzeit nur begrenzte Marktnachfrage gebe.

Seit Mai 2026 läuft stattdessen eine Partnerschaft mit Wayve, einem britischen KI-Unternehmen, für freihändiges überwachtes Fahren. Serienziel ist 2028, zuerst in Nordamerika. In Luxemburg testet Stellantis mit dem Fahrdienst Bolt ein Robotaxi, dessen Fahrsoftware von Pony.ai aus China kommt.

Renaultanderer Weg

Paris · Level 4 nur im Nahverkehr

Renault sagt offen, dass Level 3 im Privatauto keine Priorität hat, und nennt die Gründe: unfertige Gesetze, ungeklärte Haftung, zu hohe Kosten.

Stattdessen baut Renault Level 4 dort, wo es einfacher ist: im Nahverkehrs-Shuttle auf fester, vollständig vermessener Route, 30 bis 70 km/h, fernüberwacht. Die Technik kommt von WeRide aus China. Im Einsatz ist es bei Roland Garros in Paris, in der Drôme und in Barcelona, jeweils mit einem einzigen Fahrzeug.

VolvoWette verloren

Göteborg · Lidar-Projekt gescheitert

Volvo kündigte 2022 als erster Hersteller überhaupt unbeaufsichtigtes autonomes Fahren an. „Ride Pilot“ sollte im EX90 kommen, mit einem Lidar des amerikanischen Herstellers Luminar auf dem Dach.

Es kam nie. Im November 2025 kündigte Volvo den Vertrag, im Dezember meldete Luminar Insolvenz an. Im Juli 2026 strich Volvo die Lidar-Funktionen endgültig und entschädigte die Käufer, in den Niederlanden mit 1.500 Euro. Die Autos waren mit der Dachhardware ausgeliefert worden, die Software kam nie.

China
Chinafährt fahrerlos, in großer Zahl

Baidu, Pony.ai, WeRide, BYD, Xpeng, Huawei, Momenta

Zwei Ebenen gehören auseinandergehalten. Auf der Robotaxi-Ebene meldet WeRide über 1.800 Fahrzeuge in mehr als sechzig Städten und dreizehn Ländern, Pony.ai 1.975 mit dem Ziel, bis Jahresende über 3.500 zu erreichen. Baidus Apollo Go hat seit dem Start über 23 Millionen Fahrten absolviert.

Auf der Ebene des normalen Autos ist der Abstand noch größer. BYD liefert sein Assistenzsystem kostenlos und serienmäßig aus, bis hinunter in ein Modell für rund 8.200 Euro. Über 2,3 Millionen Fahrzeuge waren Anfang 2026 damit unterwegs und erzeugen mehr als 160 Millionen Kilometer Fahrdaten am Tag. Huaweis System steckt in 1,4 Millionen Fahrzeugen. In Europa kostet vergleichbare Technik zwischen 1.450 und 8.800 Euro Aufpreis.

Gegen das Bild vom rechtsfreien Raum spricht der Frühling 2026: Nachdem in Wuhan über hundert Robotaxis gleichzeitig stehen blieben, setzte China landesweit alle neuen Genehmigungen für drei Monate aus und erließ einen verbindlichen Sicherheitsstandard. Verletzt worden war niemand.

Und ein Satz, der in Deutschland untergegangen ist: Seit dem 29. Juli 2026 darf das chinesische Unternehmen Momenta deutschlandweit Level 4 auf Stadtstraßen testen, genehmigt vom Kraftfahrt-Bundesamt. Mercedes-Benz ist an Momenta seit 2017 beteiligt.

1.975Robotaxis bei Pony.ai, Stand 30. Juni 2026
1.800+Robotaxis bei WeRide, Stand 31. Juli 2026
2,3 MioAutos mit kostenlosem Assistenzsystem von BYD
Japan und Südkorea
Japan und Südkoreazurückhaltender als erwartet

Toyota, Honda, Nissan, Hyundai

Honda war 2021 der erste Hersteller der Welt mit einem Level-3-Serienfahrzeug, allerdings nur hundert Leasingwagen. Der für Anfang 2026 versprochene Robotaxi-Dienst in Tokio startete nie, weil der amerikanische Partner GM Cruise das Geschäft aufgab. Ein Ersatzprogramm gibt es nicht.

Nissan testete von November 2025 bis Januar 2026 fünf Fahrzeuge in Yokohama, ausdrücklich auf Stufe 2 und mit Sicherheitsfahrer. Kommerziell soll es ab dem Geschäftsjahr 2027 werden. Toyota hat mit Waymo eine Absichtserklärung, mehr ist daraus bisher nicht geworden.

Hyundai geht den konservativsten Weg von allen: Das Ziel für 2029 heißt Stufe 2 plus plus, also ausdrücklich unterhalb von Stufe 3. Dafür will der Konzern bis 2033 mehr Fahrdaten gesammelt haben als Tesla, aus über sieben Millionen verkauften Fahrzeugen im Jahr.

USA, jenseits von Tesla
Die anderen Amerikanerfahren längst fahrerlos

Waymo, Zoox, Aurora, Kodiak

Waymo ist der eigentliche Maßstab: über 4.000 Fahrzeuge, etwa 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche, fünfzehn Metropolregionen, seit dem 1. September 2026 auch Denver, San Diego und Tampa. Und als Einziger mit einer unabhängigen Sicherheitsprüfung: Das Versicherungsinstitut IIHS fand 68 Prozent weniger Unfälle als bei menschlichen Fahrern in denselben Gebieten. Die sechste Fahrzeuggeneration trägt 13 Kameras, 4 Lidar und 6 Radar, bei 42 Prozent weniger Sensoren als die vorige.

Zoox, eine Amazon-Tochter, betreibt seit dem 10. August 2026 in Las Vegas einen bezahlten Dienst mit einem Fahrzeug, das von vornherein ohne Lenkrad und Pedale gebaut wurde.

Bei den Lastwagen ist Amerika Deutschland weit voraus. Aurora meldete bis Ende Juni 2026 rund 708.000 fahrerlose Kilometer auf zehn Strecken im Süden der USA und will bis Jahresende mindestens 200 fahrerlose Trucks im Einsatz haben. Kodiak betreibt 35 fahrerlose Lastwagen im Permian Basin.

In diesen Abschnitten steckt ein Riss, der leicht zu übersehen ist. Im Privatauto streichen VW, Mercedes und BMW den Lidar. In der Robotaxi-Flotte derselben Konzerne sitzen neun davon auf dem Dach. Die Trennlinie verläuft nicht zwischen Herstellern, sondern zwischen Produktarten.

10. Warum verstehen sie das nicht? Sie verstehen es. Das ist das Problem.

Die ehrlichste Antwort hat BMWs Entwicklungsvorstand Joachim Post am 17. März 2026 selbst gegeben:

„Wir hatten das Level-3-System in den Fahrzeugen. Aber wir haben festgestellt, dass die Nachfrage danach nicht auf einem Niveau war, auf dem wir profitabel hätten sein können."

Das ist eine kaufmännische Rechnung, und genau deshalb ist es gefährlich. Ein Hersteller, der jedes Jahr Millionen Autos an Privatleute verkauft, kann Level 3 nur als Sonderausstattung anbieten. Für 6.000 Euro, damit man im Stau bis 60 km/h aufs Handy schauen darf. Das kauft fast niemand, also lohnt es sich nicht, also lässt man es. Jede einzelne dieser Entscheidungen ist für sich betrachtet richtig.

Der Denkfehler liegt eine Ebene höher. Die Rechnung geht von einem Kunden aus, der weiterhin ein Auto kauft. Sie fragt, was er für ein besseres Auto zusätzlich bezahlt, und nicht, was passiert, wenn er gar keins mehr kauft. Ein Flottenbetreiber rechnet umgekehrt: Für ihn ersetzt die Technik einen Fahrer, also den größten Kostenblock überhaupt.

Dieselbe Technik ist im Privatauto ein unverkäufliches Extra und im Flottenfahrzeug das ganze Geschäftsmodell. Das ist der Grund, warum die Antwort aus einer ganz anderen Ecke kommt: von Uber, von Waymo und von einer Handvoll chinesischer Softwarefirmen.

11. Die Lastwagen fahren vor

Eine Premiere in Deutschland, seit dem 15. September 2026

Weißer Elektro-Lastwagen ohne Fahrerhaus steht nachts im Regen an der Rampe einer Lidl-Filiale
Nachts an der Rampe: Der Lastwagen hat kein Fahrerhaus, keine Scheibe, keinen Platz für einen Menschen. Wo sonst die Kabine sitzt, ist Ladefläche. Foto: Einride, freigegeben am 16. September 2026

Das Bild oben zeigt, wie wenig spektakulär die Sache im Alltag aussieht. Ein weißer Kasten auf sechs Rädern rollt bei Regen an die Rampe einer Filiale, die Scheinwerfer liegen flach auf dem nassen Asphalt, über dem Tor leuchtet das Ladenschild. Es gibt keine Fahrertür, an der jemand aussteigen könnte, und keine Kabine, in der jemand auf die Entladung wartet. Das deutsche Kennzeichen an der Front ist der einzige Hinweis darauf, dass hier etwas fährt, das in Deutschland zugelassen werden musste.

Seit dem 15. September 2026 fährt in Edermünde bei Kassel ein Lastwagen ohne Fahrerhaus über öffentliche Straßen. Er gehört zu einem Lidl-Verteilzentrum, fährt bis zu dreimal am Tag fünfzehn Europaletten zur nahen Filiale und zurück, gebaut hat ihn das schwedische Unternehmen Einride. Die Genehmigung kommt vom Kraftfahrt-Bundesamt, der Versuch läuft vier Monate. Eine technische Aufsicht überwacht ihn aus der Ferne, so schreibt es das Gesetz vor. Kein umgebauter Lastwagen also, sondern ein eigens gebautes Fahrzeug: Nach Angabe von Einride ist es der erste Lastwagen dieser Bauart auf einer öffentlichen Straße in Deutschland.

Niemand sitzt im Fahrzeug. Einride schreibt ausdrücklich, es fahre „without a driver or safety operator on board“. Ein Mensch überwacht aus der Ferne und kann im Schritttempo eingreifen, etwa beim Andocken an die Rampe. Die Fernüberwachung schreibt das deutsche Gesetz vor, was die Aufsicht im Einzelnen darf, legt die Genehmigung fest. Lidl nennt es eine Premiere im deutschen Lebensmittelhandel.

Zur Einordnung gehört allerdings die Größe des Vorhabens. Lager und Filiale liegen in derselben Straße, direkt benachbart. Eine Streckenlänge nennen weder Einride noch Lidl; was öffentlich befahren wird, ist ein kurzes Stück Gemeindestraße zwischen zwei eigenen Grundstücken. Kein Mischverkehr in Kassel, keine Autobahn, keine Nacht im Schneetreiben. Der eigentliche Test beginnt, wenn daraus wie geplant eine Rundtour über mehrere Filialen wird.

1
fahrerloses Fahrzeug im deutschen Güterverkehr, seit dem 15. September 2026. Im Personenverkehr sind es weiterhin null. Quelle: Einride und Lidl Deutschland, Mitteilung vom 15. September 2026.

Dass der Güterverkehr vorfährt, hat einen einfachen Grund. In der Logistik fehlen die Fahrer. Der Bundesverband Güterkraftverkehr rechnet seit Jahren mit einer Lücke im sechsstelligen Bereich, und sie wächst, weil die Altersstruktur der Branche schlecht ist. Wer keine Fahrer findet, sucht eine Alternative. Wer Fahrgäste befördert, hat das Problem so nicht.

Deshalb lohnt sich der Blick auf beides. Die Technik ist dieselbe, die Wirtschaftlichkeit nicht.

Beim Lastwagen fehlt der Fahrer schon heute. Das verschiebt die Rechnung komplett: Wer keine Fahrer findet, vergleicht die Technik mit einer Fahrt, die sonst gar nicht stattfindet.

Daimler Truck entwickelt gemeinsam mit der Tochter Torc Robotics einen fahrerlosen Freightliner Cascadia. Die autonomiefähige Plattform mit redundanter Bremse und Lenkung wurde im April 2025 übergeben, das Serienziel ist 2027, die Skalierung 2028. Getestet wird mit Sicherheitsfahrer in Texas, New Mexico und Arizona, der Hauptkorridor ist die I-35 zwischen Laredo und Dallas. Für Europa ist bei Daimler Truck nichts belegt; die Autonomie-Strategie ist auf Nordamerika beschränkt.

MAN hat das Forschungsprojekt ATLAS-L4 im Mai 2025 abgeschlossen, drei Jahre Laufzeit, 59,1 Millionen Euro, gefördert vom Bundeswirtschaftsministerium. Am 18. April 2024 fuhr ein MAN rund zehn Kilometer autonom über die A9, mit Sicherheitsfahrer an Bord. Ein Serientermin existiert nicht. Die Muttergesellschaft TRATON hat im Januar 2026 ihre Partnerschaft mit dem amerikanischen Softwareunternehmen PlusAI ausgebaut, bis zu rund 22 Millionen Euro für Entwicklung, Flottentests laufen in Texas.

Die Zulieferer sind weiter als die Hersteller. Knorr-Bremse bringt 2027 ein redundantes Bremssystem für Level-4-Nutzfahrzeuge in Serie, Leitmarkt Nordamerika. Bosch will sein Nutzfahrzeuggeschäft von über vier auf über acht Milliarden Euro bis Mitte der 2030er Jahre verdoppeln, mit Level 4 für definierte Betriebsbereiche als Ziel.

In den USA ist der fahrerlose Lastwagen längst Realität. Aurora meldete bis Ende Juni 2026 rund 708.000 fahrerlose Kilometer auf zehn Strecken im Sun Belt und will bis Jahresende mindestens 200 kommerziell fahrerlose Trucks im Einsatz haben. Kodiak betreibt 35 fahrerlose Lastwagen im Permian Basin, bisher abseits der Autobahn, der Fernverkehr soll bis Ende 2026 folgen.

34
Level-4-Genehmigungen hatte das Kraftfahrt-Bundesamt bis Ende 2025 erteilt, für Pkw, Lastwagen und Busse zusammen. Darunter VW/MOIA mit 14 Shuttles in Hamburg, DB Regio mit sechs, Mobileye mit vier und MAN mit zwei Lastwagen. Quelle: t3n-Auswertung, 24. Dezember 2025; der Stand dürfte inzwischen höher liegen.

12. Der Blick nach außen: China, Japan, Korea, USA

Zum 15. September 2026 fährt in Europa kein einziges Robotaxi ohne Menschen an Bord im kommerziellen Betrieb. London hat seit dem 3. September einen bezahlten Uber-Dienst mit 15 Fahrzeugen; in jedem sitzt ein lizenzierter Fahrer, der rechtlich verantwortlich ist. Zagreb fährt seit April kommerziell, mit Operator. Hamburg fährt kostenlos, mit Sicherheitsfahrer.

BetreiberLandRobotaxisStandfahrerlos
WaymoUSAüber 4.000, etwa 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche, 15 MetropolregionenFahrten: Mai bis September 2026; Metropolregionen: 2. Oktober 2026ja
WeRideChinaüber 1.800 Robotaxis, über 60 Städte in 13 Ländern31. Juli 2026ja
Pony.aiChina1.975, Ziel über 3.500 bis Jahresende30. Juni 2026ja
Baidu Apollo GoChinaüber 1.000, letzte veröffentlichte ZahlMai 2025ja
TeslaUSA589 Robotaxis in Texas zugelassen, davon 169 Cybercab (Texas AV Tracker, keine amtliche Zahl)2. Oktober 2026teilweise
ZooxUSAunter 100, Las Vegas, Fahrzeug ohne Lenkrad und Pedaleseit 10. August 2026ja
MotionalSüdkorea/USALas Vegas mit Uber, Zahl nicht veröffentlichtseit März 2026nein, Operator am Lenkrad
Hamburg, ALIKEDeutschlandbis zu 10, Projekt gesamt bis 20seit 15. Juli 2026nein, Sicherheitsfahrer

Noch deutlicher wird der Abstand eine Stufe tiefer, bei den Assistenzsystemen im normalen Auto. BYD liefert sein System „God's Eye“ kostenlos und serienmäßig aus, bis hinunter in ein Modell für rund 8.200 Euro. Über 2,3 Millionen Fahrzeuge waren Anfang 2026 damit unterwegs und erzeugen mehr als 160 Millionen Kilometer Fahrdaten am Tag. Huaweis System steckt in 1,4 Millionen Fahrzeugen. In Europa kostet vergleichbare Technik zwischen 1.450 und 8.800 Euro Aufpreis.

Japan und Südkorea sind zurückhaltender, als man erwarten würde. Honda brachte 2021 als weltweit erster Hersteller ein Level-3-Serienfahrzeug auf den Markt, allerdings nur 100 Leasingfahrzeuge. Der für Anfang 2026 versprochene Robotaxi-Dienst in Tokio startete nie, weil der Partner GM Cruise das Geschäft aufgab. Nissan testete von November 2025 bis Januar 2026 fünf Fahrzeuge in Yokohama, ausdrücklich auf Level 2 mit Sicherheitsfahrer; kommerziell soll es ab dem Geschäftsjahr 2027 werden. Hyundai zielt mit eigener Plattform auf Level 2++ im Jahr 2029, also ausdrücklich unterhalb von Level 3, will aber bis 2033 Teslas gesammelte Fahrdaten übertreffen.

Ein Gegengewicht zur Erzählung vom Wilden Osten

In der Nacht des 31. März 2026 blieben in Wuhan über hundert Robotaxis von Baidu gleichzeitig stehen, teils auf Hochstraßen, Passagiere saßen bis zu zwei Stunden fest. Verletzt wurde niemand. Ende April setzte China daraufhin landesweit alle neuen Genehmigungen aus, ließ die Branche prüfen und erteilte erst ab dem 23. Juli wieder Lizenzen. Baidus fahrerlose Fahrten brachen im zweiten Quartal von 3,2 auf rund eine Million ein. Seit August 2026 gibt es einen verbindlichen Sicherheitsstandard, gültig ab Juli 2027.

In den USA führte im selben Zeitraum kein Vorfall zu einer bundesbehördlichen Maßnahme.

Und noch eine Zahl, die in Deutschland kaum beachtet wurde: Seit dem 29. Juli 2026 darf das chinesische Unternehmen Momenta deutschlandweit Level 4 auf Stadtstraßen testen, genehmigt vom Kraftfahrt-Bundesamt, ohne Einzelgenehmigung je Stadt. Mercedes-Benz ist seit 2017 an Momenta beteiligt.

13. Was die Politik dazu sagt

Bürger haben mehrfach nachgefragt, warum ein in Grünheide gebautes Auto in Belgien mit FSD fahren darf und in Brandenburg nicht. Die Antworten stehen öffentlich auf abgeordnetenwatch.de.

Christian Hirte (CDU), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, antwortete am 18. Juli 2026, die niederländische Genehmigung sei eine Ausnahme nach Artikel 39 der EU-Verordnung 2018/858 und gelte nicht automatisch in jedem Mitgliedstaat. Das Kraftfahrt-Bundesamt sollte im Juli ein Testfahrzeug erhalten. Sein Schlusssatz: „Das Bundesministerium für Verkehr misst der Entwicklung des autonomen Fahrens und der Vereinfachung der Zulassungsvorschriften große Bedeutung bei."

Patrick Schnieder (CDU), Bundesminister für Verkehr, antwortete am 7. September 2026 auf eine Frage vom 12. Juni fast wortgleich: „Die niederländische Ausnahmegenehmigung gilt nicht automatisch in Deutschland.“ Eine Freigabe könne erst nach Abschluss des europäischen Verfahrens erfolgen.

Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) nannte am 28. August 2026 als einziger inhaltliche Gründe: Bedenken gegen die rein kamerabasierte Technik, gegen eine unzureichende Fahrerüberwachung in urbanen Situationen, und dagegen, dass Tesla sich bei der Geschwindigkeit am Verkehrsfluss orientiert statt am Tempolimit. Sein Schlusssatz: „Eine europäische Abstimmung zur Klärung der Kriterien ist aber in Vorbereitung. Ein konkreter Zeitplan liegt uns nicht vor."

Allen drei Antworten gemeinsam ist das Verfahren. Man prüft, man stimmt sich ab, man wartet auf Europa. Nur eine nennt einen inhaltlichen Grund, und sie kommt aus der Opposition. Ein Datum nennt keine.

Der nächste Termin, an dem sich das ändern könnte, ist eine Abstimmung im zuständigen EU-Ausschuss TCMV: Sie ist für den 6. Oktober 2026 angesetzt und soll über die EU-weite Anerkennung von Tesla FSD entscheiden, mehrere Mitgliedstaaten haben die niederländische Zulassung bereits übernommen. Für die nötige Mehrheit fehlen noch Stimmen, der Ausgang ist offen.

14. Und was sagen die Menschen?

Im Bekanntenkreis hört man zwei Sätze immer wieder: „Ich fahre lieber selbst“ und „Ein Elektroauto kommt mir nicht ins Haus.“ Beides ist keine Einbildung, beides steht in den Umfragen. Nur anders, als man denkt.

62 %
2021
62 %
2024
−5
57 %
2025

So viele Menschen in Deutschland würden einen autonom fahrenden Privatwagen nutzen. Dieselbe Frage, dasselbe Institut, dieselbe Methode über vier Jahre. Die Akzeptanz steigt nicht, sie sinkt, während die Technik sichtbar besser wird. Bitkom Research, telefonisch, jeweils rund 1.000 Befragte ab 16 Jahren, repräsentativ.

Eine zweite repräsentative Erhebung kommt auf einen viel niedrigeren Wert: Bei der TÜV Mobility Studie vom 25. August 2026 sagten nur 27 Prozent, sie würden ein autonom fahrendes Auto nutzen. Der Abstand liegt an der Fragestellung, nicht an der Wahrheit. Wer nach der Vorstellungskraft fragt, bekommt hohe Werte. Wer im selben Atemzug nach der nächsten Kaufentscheidung fragt, bekommt niedrige. Beide Zahlen sind sauber erhoben, und beide gehören nebeneinander.

Was die Menschen abschreckt

Ungeklärte Haftung, wenn etwas passiert73 %
Angst vor technischen Fehlfunktionen63 %
Sorge vor Hackerangriffen55 %
Trauen der Technik schwierige Situationen nicht zu49 %
Wollen auf den Fahrspaß nicht verzichten38 %

Was sie sich davon versprechen

Weniger Lärm auf den Straßen50 %
Besserer Verkehrsfluss, weniger Stau47 %
Mehr Sicherheit für alle anderen43 %
Mehr Komfort auf der Fahrt37 %
Sehen gar keinen Vorteil9 %

Bitkom Research im Auftrag des Bitkom, Sommer 2025, 1.004 Befragte ab 16 Jahren, telefonisch, repräsentativ. Mehrfachnennungen möglich.

Der meistgenannte Grund ist also nicht die Technik, sondern das Recht. Und die Angst vor dem Kontrollverlust ist messbar: 81 Prozent der Befragten in einer europäischen Erhebung der Allianz halten es für wichtig oder sehr wichtig, jederzeit selbst wieder ans Steuer zu können.

Aber es gibt eine Zahl, die alles dreht: Von denen, die ein Assistenzsystem der Stufe 2 bereits selbst benutzt haben, bewerten es 58 Prozent positiv bis sehr positiv. Wer es erlebt hat, urteilt anders als der, der davon liest.

Es ist nicht die deutsche Angst

Ein verbreitetes Erklärungsmuster lautet, die Deutschen seien beim autonomen Fahren besonders zögerlich. Der beste verfügbare Ländervergleich sagt etwas anderes.

19 %
Deutschland

vertrauen selbstfahrenden Autos. 41 Prozent vertrauen ihnen gar nicht.

19 %
USA

exakt derselbe Wert. In der Kategorie „gar kein Vertrauen“ liegen die Amerikaner mit 51 Prozent sogar darüber.

55 %
China

fast dreimal so viel Vertrauen. Dort fahren auch die meisten Robotaxis.

Global Public Opinion on Artificial Intelligence, Schwartz Reisman Institute und PEARL, University of Toronto, Erhebung Oktober bis November 2023, 21 Länder, rund 24.000 Befragte, über 1.000 je Land. Aktuellerer Ländervergleich in dieser Qualität liegt nicht vor.

Der Ausreißer ist also nicht Deutschland, sondern China. Und dort ist die Reihenfolge womöglich umgekehrt zu dem, was man vermutet: Nicht das Vertrauen kam zuerst und dann die Fahrzeuge, sondern die Fahrzeuge kamen zuerst. Wer täglich sieht, wie ein Wagen ohne Fahrer an der Ampel wartet, gewöhnt sich daran.

Und das Elektroauto?

Hier deckt sich der Eindruck aus dem Bekanntenkreis mit der Statistik. Nach der TÜV Mobility Studie vom 25. August 2026 würden beim nächsten Autokauf 25 Prozent ein reines Elektroauto bevorzugen, ebenso viele einen Hybrid, und 35 Prozent einen Verbrenner. Die genannten Gründe sind in allen Erhebungen dieselben drei: 57 Prozent der Preis, 52 Prozent die Reichweite, 50 Prozent das Laden.

Und eine Zahl, die zu denken gibt: Wer selbst schon elektrisch fährt, lehnt autonome Technik nur halb so oft ab wie Diesel- und Benzinfahrer, 17 gegenüber 36 Prozent. Die Ablehnung hängt weniger am Thema als an der Gewohnheit.

Trotzdem wären 65 Prozent der Menschen mit Auto im Haushalt bereit, auf den eigenen Wagen zu verzichten, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Ganz oben auf der Liste stehen ein besser ausgebauter Nahverkehr und, an dritter Stelle, flexible und günstige Taxen. Genau das ist die Lücke, in die ein Robotaxi stößt.

15. Was dann möglich wird

Im Alltag vergisst man, wie viel Aufwand ein eigenes Fahrzeug macht, und wie viele Dinge man unterlässt, weil einer fahren muss.

Essen gehen, ohne die ganze Zeit an den Rückweg zu denken. Beim Gastwirt hängt die Marge am Getränk. Für ihn ist ein Fahrzeug ohne Fahrer deshalb ein Umsatzthema.

Wer weit draußen wohnt, entscheidet jedes Wochenende neu, ob er ausgeht. Hundertdreißig Kilometer bis in die Stadt, vier Stunden Fahrt für einen Abend, die Rückfahrt im Morgengrauen und nüchtern. Diese Rechnung stellt sich dann nicht mehr.

Ein älteres Ehepaar, das abends nicht mehr fährt, käme wieder ins Theater. Nicht wegen des Preises. Weil es überhaupt wieder geht.

Und der Arzttermin richtet sich nach dem Arzt statt nach dem Fahrdienst. Keine Bittstellerei bei Nachbarn und Kindern.

Mit siebzehn und mit siebenundachtzig ist Mobilität heute eine Frage der Fahrerlaubnis. Sie würde eine Preisfrage, und Preise kann man senken.

Auf dem Land kostet ein Taxi zum nächsten Bahnhof leicht 70 Euro für zwanzig Kilometer, weil der Fahrer An- und Rückfahrt mitberechnet. Von achtzig gefahrenen Kilometern sind zwanzig die eigenen. Ein Fahrzeug, das im Ort steht, streicht drei Viertel der Strecke ersatzlos. Das ist der Faktor drei bis vier, noch vor jedem technischen Fortschritt. Und um zehn Uhr abends geht bei keinem Unternehmen mehr jemand ans Telefon; da hilft kein Preis, weil das Angebot nicht existiert.

Häufige Fragen

Fährt in Deutschland schon ein Robotaxi?

Nein. Zum 15. September 2026 befördert in Deutschland kein Fahrzeug Menschen fahrerlos. In Hamburg läuft seit dem 15. Juli 2026 ein Pilotbetrieb mit bis zu zehn autonomen VW ID. Buzz AD, allerdings kostenlos und mit Sicherheitsfahrer an Bord. Eine öffentlich bekannte Genehmigung für Personenbeförderung ohne Sicherheitsfahrer gibt es bislang nicht. Im Güterverkehr ist die Lage anders: Seit dem 15. September 2026 fährt in Edermünde bei Kassel ein Lastwagen ohne Fahrerhaus von Lidl und Einride im öffentlichen Straßenverkehr, genehmigt vom Kraftfahrt-Bundesamt.

Welche Stufe hat Teslas Full Self-Driving?

Stufe 2. Trotz des Namens ist FSD (Supervised) ein Assistenzsystem, bei dem der Fahrer durchgehend hinsehen und jederzeit eingreifen muss. Die niederländische Zulassungsbehörde RDW hat es im April 2026 als Fahrerassistenz genehmigt, bei der der Fahrer die Straße fortlaufend überwachen muss. Erst ab Stufe 3 darf der Fahrer während der automatisierten Fahrt den Blick von der Straße nehmen.

Warum ist Tesla FSD in Deutschland nicht freigegeben?

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat die Funktion nicht freigegeben. Die niederländische Genehmigung vom 10. April 2026 ist eine Ausnahme nach Artikel 39 der EU-Verordnung 2018/858 und gilt nicht automatisch in anderen Mitgliedstaaten. Litauen, Estland, Dänemark, Belgien und am 7. September 2026 Slowenien haben sie übernommen, Deutschland und Frankreich haben die vorzeitige Anerkennung abgelehnt. Eine Abstimmung im zuständigen EU-Ausschuss TCMV über die EU-weite Anerkennung ist für den 6. Oktober 2026 angesetzt, der Ausgang ist offen.

Warum bieten Mercedes und BMW kein Level 3 mehr an?

Wegen fehlender Nachfrage. BMW-Entwicklungsvorstand Joachim Post sagte am 17. März 2026, man habe das Level-3-System in den Fahrzeugen gehabt, die Nachfrage sei aber nicht auf einem Niveau gewesen, auf dem man profitabel hätte sein können. Mercedes nannte zusätzlich technische Gründe: Die Hardware sei an ihrer Leistungsgrenze angekommen. Der BMW Personal Pilot kostete 6.000 Euro und funktionierte nur bis 60 km/h, der Mercedes Drive Pilot bis 95 km/h.

Was kostet ein eigenes Auto pro Kilometer?

Das hängt stark von der Fahrleistung ab, weil Wertverlust, Versicherung und Steuer fix sind. Ein gebrauchter Kompaktwagen kostet bei 20.000 Kilometern im Jahr rund 6.720 Euro, also etwa 34 Cent je Kilometer. Bei nur 4.000 Kilometern im Jahr sind es rund 82 Cent je Kilometer. Der ADAC nennt für einen neuen VW Golf 1.5 bei 15.000 Kilometern 56,9 Cent je Kilometer. Wer wenig fährt, zahlt je Kilometer am meisten.

Was kostet Tesla FSD in Deutschland?

Den Einmalkauf für 7.500 Euro hat Tesla am 21. Mai 2026 europaweit gestrichen. Seitdem gibt es nur noch das Abonnement für 99 Euro im Monat, beziehungsweise 49 Euro für Besitzer des Erweiterten Autopiloten. In Deutschland ist FSD buchbar, aber nicht nutzbar, weil das Kraftfahrt-Bundesamt die Funktion nicht freigegeben hat.

Wie viele Robotaxis fahren weltweit?

Belegbar sind Einzelwerte, keine Gesamtsumme. Waymo betreibt in den USA über 4.000 Fahrzeuge mit etwa 500.000 bezahlten Fahrten pro Woche; bedient werden Fahrgäste in 15 Metropolregionen (Stand 2. Oktober 2026). WeRide meldet über 1.800 Robotaxis zum 31. Juli 2026, Pony.ai 1.975 zum 30. Juni 2026. Für Tesla zählt der Texas AV Tracker 589 in Texas zugelassene Robotaxis, davon 169 Cybercab (Stand 2. Oktober 2026, private Auswertung der Zulassungen, keine amtliche Zahl); Tesla selbst nennt keine Flottengröße. In Europa fährt kein einziges Robotaxi ohne Menschen an Bord im kommerziellen Betrieb.

Quellen und Stand

Deutschland: Recht, Genehmigungen, Projekte

Kosten und Verkehr

Technik und Sicherheit

Hersteller

Lastwagen

China, Japan, Korea, USA

Passend dazu auf KIPODE: Autoindustrie Deutschland · Humanoide Roboter · KI Radar

Hinweis zur KI-Unterstützung: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI-Werkzeugen recherchiert und aufbereitet. Alle Inhalte wurden redaktionell durch Michael Bertelsen geprüft und freigegeben. Das Kopfbild ist eine KI-generierte Darstellung und im Bild als solche gekennzeichnet. Originalquellen sind direkt verlinkt, wir empfehlen, diese für eigene Entscheidungen heranzuziehen.