Atomkraft in Deutschland 2026: die Rechnung, der Müll, die Asse
Über kaum eine Frage wird in Deutschland so ausdauernd gestritten wie über die Kernkraft, und über kaum eine wird so selten gerechnet. Diese Seite rechnet. Sie beantwortet vier Fragen mit Zahlen aus Primärquellen: Was kostet der Strom aus einem neuen Kernkraftwerk wirklich, und warum hängt die Antwort fast vollständig am Zinssatz? Taugt Finnland als Vorbild oder als Warnung? Wo genau steht der deutsche Atommüll heute, wie viel ist es, und wer zahlt dafür? Und was zeigt der Fall Asse II über den Umgang mit diesem Erbe? Wir nennen bei jeder Zahl die Quelle, und wir sagen ausdrücklich, welche verbreiteten Zahlen sich nicht belegen lassen.
Der Ausstieg, die Bilanz nach drei Jahren
Am 15. April 2023 gingen die letzten drei deutschen Atomkraftwerke vom Netz: Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2. Die Sorge, es werde danach zu Stromknappheit, Stromausfällen oder einem Rückfall in die Kohleverstromung kommen, hat sich in dieser Schärfe nicht bewahrheitet. Deutschland war 2024 und 2025 in der Jahresbilanz Nettostromimporteur, die Importe ersetzten die wegfallende Atomleistung, ohne dass die Bundesnetzagentur Versorgungsengpässe gemeldet hätte.
Zwei Zahlen ordnen den Vorgang ein. Im letzten vollen Betriebsjahr dieser drei Blöcke, 2022, lieferte die Kernenergie nach Angaben von Destatis auf Basis der AG Energiebilanzen 34,7 Milliarden Kilowattstunden, das sind 6,0 Prozent der Bruttostromerzeugung. Und die Versorgungsqualität hat nicht gelitten: Für 2024, das erste volle Jahr ohne Kernkraft, weist die Bundesnetzagentur eine mittlere Unterbrechungsdauer von 11,68 Minuten je Kunde aus, den zweitbesten Wert seit Beginn der Reihe 2006, als es 21,53 Minuten waren.
Auch die These, der Strompreis sei wegen der Abschaltung gestiegen, findet in den Marktdaten keine Stütze. Im Abschaltmonat April 2023 lag der Börsenstrompreis bei 100,74 Euro je Megawattstunde, im Folgemonat Mai bei 81,72 Euro, also 19 Prozent niedriger. Der Höchstwert der ganzen Reihe fällt auf 2022, als alle drei Blöcke noch liefen und der Gaspreis explodierte. Das ist unsere eigene Auswertung der SMARD-Rohdaten der Bundesnetzagentur, keine Behördenaussage.
Nach Darstellung des Bundesumweltministeriums vom 11. April 2025 nicht mehr. Wesentliche Teile seien bereits unwiederbringlich ausgebaut, bei Isar 2 etwa alle vier Hauptkühlmittelpumpen und die Frischdampfleitungen. Zudem besteht keine gültige Betriebsgenehmigung mehr, und das Atomgesetz verbietet Neugenehmigungen. Der Vorstandsvorsitzende von RWE, Markus Krebber, erklärte am 3. Januar 2026, Emsland werde nicht wieder in Betrieb gehen, und sagte wörtlich: „In Deutschland hat sich die Kernkraft erledigt."
Damit verlagert sich die Debatte auf zwei andere Fragen, und um die geht es auf dieser Seite. Erstens: Wäre ein Neubau wirtschaftlich? Zweitens: Was wird aus dem Müll, der bereits da ist?
Rechnet sich ein neues Kernkraftwerk? Die Rechnung, Schritt für Schritt
Die Rechnung ist nicht kompliziert. Sie braucht drei Zahlen: was der Bau gekostet hat, wie viel Strom die Anlage im Jahr liefert, und zu welchem Zinssatz das Geld geliehen wurde. Wir haben sie an dem einzigen westlichen Reaktor durchgeführt, der lange genug läuft, um echte Betriebsdaten zu liefern, dem finnischen Block Olkiluoto 3.
Ein Kraftwerk, das eigentlich ein Kredit ist
Kernkraftwerke haben eine Eigenschaft, die sie von jedem anderen Kraftwerkstyp unterscheidet: Fast das gesamte Geld ist ausgegeben, bevor die erste Kilowattstunde fließt. Der Brennstoff ist im Vergleich fast umsonst, das Personal überschaubar. Bei einem Gaskraftwerk ist es umgekehrt, dort steckt das Geld im Brennstoff, den man erst kauft, wenn man ihn verbrennt.
Diese eine Eigenschaft erklärt, warum in der Atomdebatte beide Seiten zugleich recht zu haben scheinen. Verteilt man die 11 Milliarden Euro für Olkiluoto 3 zinsfrei auf 45 Betriebsjahre, kostet der Bau 2,4 Cent je Kilowattstunde. Das ist konkurrenzlos billig. Rechnet man dieselbe Summe über denselben Zeitraum zu 7,8 Prozent Zinsen, sind es 8,8 Cent. Das 3,6-Fache, ohne dass sich an Beton, Stahl oder Uran das Geringste geändert hätte.
Der gesamte Streit über die Wirtschaftlichkeit der Kernkraft ist im Kern ein Streit über diesen Zinssatz.
Die Formel, offen gelegt
Jahresrate = Bausumme x [ i x (1+i)^n ] / [ (1+i)^n - 1 ]
i = Zinssatz, n = Laufzeit in Jahren
Beispiel, 7,8 Prozent, 45 Jahre:
Annuitaetenfaktor = 8,075 Prozent
Jahresrate = 11.000 Mio. Euro x 8,075 % = 888 Mio. Euro
Bauanteil je kWh = 888 Mio. Euro / 10,15 Mrd. kWh = 8,75 Cent
Betrieb, fix = 1,6 Mio. kW x 100 Euro/kW = 1,58 Cent
Betrieb, variabel = 0,70 Cent
-----------
Strom ab Werk = 11,03 Cent
Dieselbe Anlage, vier Zinssätze
Vier Zeilen, ein Reaktor. Der Unterschied zwischen der ersten und der letzten Zeile ist reine Finanzmathematik, und er ist größer als der Unterschied zwischen Kernkraft und Windkraft. Bei einem staatlich verbilligten Zins von 3 Prozent läge der finnische Reaktor unter dem deutschen Börsenstrompreis. Zu Marktkonditionen läge er deutlich darüber.
Nicht enthalten sind Rückbau, Zwischenlagerung, Endlagerung, Versicherungsdeckung jenseits der gesetzlichen Haftungsgrenze und die Zinsen, die während der 18 Baujahre auflaufen. Alle fünf Posten würden das Ergebnis nach oben verschieben. Wie deutlich, zeigt Frankreich: Der französische Rechnungshof beziffert den Reaktor Flamanville 3 auf 20,4 Milliarden Euro in Preisen von 2015, während der Betreiber EDF für dieselbe Anlage und dieselbe Preisbasis 13,2 Milliarden nennt. Beide Zahlen sind richtig, sie messen Verschiedenes: Der Rechnungshof zählt die Finanzierungskosten der Bauzeit mit, der Betreiber nicht.
Die Gegenprobe an Hinkley Point C
Eine Rechnung ist nur so viel wert wie ihre Überprüfung. Also dieselbe Formel auf den britischen Reaktor Hinkley Point C angewandt, für den es einen amtlich festgestellten Preis gibt. Eingaben: 35 Milliarden Pfund Baukosten in Preisen von 2015 nach dem EDF-Jahresabschluss vom 20. Februar 2026, 3.260 Megawatt, 90 Prozent Auslastung, 7,8 Prozent Zinssatz, 60 Jahre Laufzeit.
127 Pfund je Megawattstunde
Ergebnis unserer Rechnung, auf Basis der Bausumme in Preisen von 2015.
129 Pfund je Megawattstunde
Amtlicher Wert des britischen Rechnungshofs National Audit Office, in Preisen 2024/25.
Die beiden Zahlen stehen nicht auf derselben Preisbasis, die Übereinstimmung ist also keine Punktlandung. Rechnet man mit der Bausumme in heutigen Preisen, die die Fachpresse mit knapp 49 Milliarden Pfund angibt, ergibt dieselbe Formel rund 170 Pfund. Der amtliche Wert liegt zwischen unseren beiden Varianten, und das ist plausibel: Der garantierte Preis läuft nur 35 Jahre, die Anlage soll 60 Jahre halten. Die Gegenprobe belegt keine Nachkommastelle, sondern eine Größenordnung: Wer die veröffentlichten Baukosten eines westlichen Neubaus in diese Formel einsetzt, landet bei zwölf bis siebzehn Cent je Kilowattstunde, nicht bei fünf.
Der Vergleich, um den es geht
| Erzeugungsart | Cent je Kilowattstunde | Quelle |
|---|---|---|
| Photovoltaik Freifläche | 4,1 bis 6,9 | Fraunhofer ISE 2024 |
| Windkraft an Land | 4,3 bis 9,2 | Fraunhofer ISE 2024 |
| Windkraft auf See | 5,5 bis 10,3 | Fraunhofer ISE 2024 |
| Gas- und Dampfkraftwerk | 10,9 bis 18,1 | Fraunhofer ISE 2024 |
| Kernkraft, Neubau, Modell des ISE | 13,6 bis 49,0 | Fraunhofer ISE 2024 |
| Kernkraft, unsere Olkiluoto-Rechnung | 6,7 bis 13,3 | eigene Berechnung |
| Deutscher Börsenstrompreis 2025, Jahresmittel | 8,9 | Bundesnetzagentur, SMARD |
Unsere eigene Zahl liegt unter der des Fraunhofer ISE, und das hat zwei nachvollziehbare Gründe. Erstens rechnet das Institut mit Investitionskosten von 6.000 bis 16.000 Euro je Kilowatt, Olkiluoto 3 liegt mit 6.875 Euro je Kilowatt nahe am unteren Rand. Dabei ist eine Einschränkung fällig: Die 6.875 Euro sind nominale Ist-Kosten, aufgelaufen zwischen 2005 und 2023, die Spanne des Instituts steht in Preisen von 2024. Der Vergleich fällt damit eher zugunsten der Kernkraft aus. Zweitens setzen wir mit 6.342 Volllaststunden einen Wert an, der über dem oberen Wert des Instituts von 6.300 liegt. Wir rechnen also mit dem günstigsten westlichen Neubau und einer Auslastung am oberen Rand des Üblichen, und landen trotzdem oberhalb von Wind und Sonne, sobald das Geld etwas kostet.
Und zwar jeweils zugunsten der eigenen Seite. Das Fraunhofer ISE schreibt selbst, dass in seinen Kernkraftzahlen die Endlagerung nicht enthalten ist, und dass in den Zahlen für Wind und Sonne weder Netzausbau noch Speicher noch Reservekraftwerke stecken. Wer nur eine der beiden Lücken erwähnt, stellt die Studie schief dar. Diese Rechnung sagt, was eine Kilowattstunde aus einem neuen Kernkraftwerk kostet. Sie sagt nicht, was ein Stromsystem insgesamt kostet.
Wer zahlt die Differenz?
Bevor jemand die 6,70 Cent als Beweis für billigen Atomstrom nimmt, gehört ein Satz dazu: Ein Zinssatz von 3 Prozent ist kein Marktpreis, sondern eine politische Entscheidung. Jemand trägt die Differenz zum Marktzins, und dieser Jemand ist in allen laufenden Projekten der Staat oder der Stromkunde.
Frankreich
Staatsdarlehen für 60 Prozent der Baukosten des Programms von sechs neuen Reaktoren, rund 44 Milliarden Euro, zinsfrei während der Bauzeit, danach fest 3 Prozent über 35 Jahre. Die EU-Kommission prüft das Modell seit dem 31. März 2026 im förmlichen Beihilfeverfahren, Beihilfesache SA.119469.
Großbritannien
Garantierter, inflationsindexierter Abnahmepreis für Hinkley Point C über 35 Jahre, derzeit rund 129 Pfund je Megawattstunde. Beim Nachfolgeprojekt Sizewell C zahlen die Stromkunden schon während der Bauzeit mit.
Deutschland
Keines von beidem, und kein Energieversorger hat danach gefragt. EnBW unterhält seit September 2025 eine eigene Seite mit dem Titel „Drei Gründe, warum sich Kernkraft nicht rechnet".
Daraus lässt sich ein Befund ableiten, den man politisch unterschiedlich bewerten kann: Wo neue Kernkraft entsteht, übernimmt der Staat oder der Stromkunde das Finanzierungsrisiko. Ein westliches Neubauprojekt, das ohne eine solche Absicherung auskommt, ist uns bei dieser Recherche nicht begegnet.
Und die kleinen Reaktoren?
Das Argument lautet, Serienfertigung senke die Kosten. Es ist plausibel, aber es ist bislang eine Annahme und kein Befund. Der Stand im August 2026:
| Frage | Stand August 2026 |
|---|---|
| In kommerziellem Betrieb | Zwei Anlagen: ein schwimmendes Kraftwerk in Russland seit 2020, eine Demonstrationsanlage in China seit Dezember 2023 |
| Serienfertigung | Keine einzige begonnen, wörtliche Feststellung der OECD-Kernenergieagentur |
| Im Westen im nuklearen Bau | Genau ein Block, Darlington in Kanada, Netzanschluss frühestens Ende 2030, 6,1 Milliarden kanadische Dollar für 300 Megawatt |
| Abgebrochenes US-Vorzeigeprojekt | NuScale, November 2023, nachdem der kalkulierte Strompreis von 58 auf 89 Dollar je Megawattstunde gestiegen war, bereits nach Abzug von über 4 Milliarden Dollar Förderung |
| Größe des Serieneffekts | 45 bis 60 Prozent zwischen erstem und drittem Block, 20 bis 30 Prozent bei Serien von rund zehn Blöcken. Das US-Energieministerium nennt die Datenbasis für solche Lernraten selbst dünn |
Selbst die Fachagentur der Kernenergiestaaten formuliert zurückhaltend, dass die Stromkosten eines kleinen Reaktors auch nach den erwarteten Kostensenkungen höher liegen könnten als die von Alternativen, besonders von erneuerbaren Energien. Zugelassen ist inzwischen einiges: Die amerikanische Aufsichtsbehörde NRC hat dem NuScale-Entwurf im Mai 2025 eine Bauartzulassung erteilt, die kanadische Aufsicht CNSC für Darlington am 4. April 2025 eine Baugenehmigung. Zugelassen ist aber nicht gebaut, und gebaut ist nicht in Serie gefertigt.
Der andere Weg zur Kernenergie, die Verschmelzung statt der Spaltung, mit deutschen Akteuren wie Proxima Fusion, Marvel Fusion und Wendelstein 7-X: Themenseite Kernfusion. Die Einordnung in den gesamten deutschen Strommix steht auf der Themenseite Energie.
Finnland, Vorbild oder Warnung?
Finnland ist das Land, das in dieser Debatte am häufigsten genannt wird, von beiden Seiten. Die einen sehen einen Reaktor, der zuverlässig läuft und billigen Strom liefert. Die anderen sehen ein Bauprojekt, das 14 Jahre zu spät fertig wurde und einen Konzern in die Zahlungsunfähigkeit trieb. Beides stimmt, und das ist der Grund, warum Finnland als Beispiel so schwierig ist.
Was der Bau gekostet hat, und wer es bezahlte
Die Zahlen sind unübersichtlich, weil zwei getrennte Bilanzen dahinterstehen. Der französische Rechnungshof beziffert in seiner Synthese vom Juli 2020 den Vertragswert auf 2,28 Milliarden Euro für das Konsortium aus Areva und Siemens, dazu 684 Millionen Euro für die Turbine. Der Käufer TVO zahlte am Ende nach seinem Abschluss von 2022 rund 5,8 Milliarden Euro. Den Hersteller kostete der Bau rund 8,2 Milliarden Euro.
Die häufig zitierten 11 Milliarden Euro hat keine Behörde genannt. Sie sind eine Berechnung des World Nuclear Industry Status Report und entstehen aus dem, was der Käufer zahlte (rund 5,8 Milliarden) plus dem, was der Hersteller verlor (rund 5,5 Milliarden). Wer stattdessen 5,8 und 8,2 Milliarden addiert, zählt denselben Beton zweimal. Wir verwenden die 11 Milliarden in der Rechnung oben, weil sie die volkswirtschaftlichen Gesamtkosten am besten abbilden, und kennzeichnen sie als das, was sie ist: eine Berechnung eines Fachberichts, keine amtliche Feststellung.
Der Vertrag von 2003 war ein Festpreisvertrag mit gesamtschuldnerischer Haftung, und er blieb bis zuletzt in Kraft. Als die Kosten explodierten, blieb der Aufschlag beim Hersteller hängen. Ein Schiedsverfahren endete am 11. März 2018 mit einer Zahlung von 450 Millionen Euro an TVO. Areva wurde 2015 faktisch zahlungsunfähig. Die EU-Kommission genehmigte am 10. Januar 2017 die staatliche Rettung: 4,5 Milliarden Euro Kapitalerhöhung plus 3,3 Milliarden Euro Überbrückungsdarlehen, Beihilfesache SA.44727. EDF übernahm die Verbindlichkeiten aus Olkiluoto 3 ausdrücklich nicht, sie blieben bei der staatseigenen Auffanggesellschaft.
Deshalb tragen die finnischen Stromkunden die Mehrkosten überwiegend nicht. TVO arbeitet nach dem finnischen Mankala-Prinzip zu Selbstkosten und verkauft nicht an Endkunden, die Anteilseigner beziehen den Strom zum Selbstkostenpreis. Die Mehrkosten fielen weit überwiegend in Frankreich an. Wer sagt, Atomstrom in Finnland sei billig, muss diesen Satz dazusagen.
Was der Strom in Finnland heute kostet
Beim Haushaltsstrompreis ist der Abstand groß, und hier stehen beide Werte auf derselben Basis, weil sie aus derselben Eurostat-Erhebung stammen.
Beim Börsenstrompreis wird es interessanter, und zwar gegen die naheliegende Erzählung. Der finnische Verband Finnish Energy weist in seinem Bericht „Energy Year 2025" vom 21. Januar 2026 folgende inflationsbereinigte Jahresmittel für den finnischen Nord-Pool-Bereich aus, in Euro je Megawattstunde: 2021: 84, 2022: 166, 2023: 57, 2024: 46, 2025: 40. Die deutschen Werte lagen nominal bei 96,85, 235,45, 95,18, 78,51 und 89,32. Der deutsche Großhandelsstrom kostete 2025 also gut das 2,2-Fache. Wichtig: Die beiden Reihen stehen nicht auf derselben Preisbasis, die finnische ist inflationsbereinigt, die deutsche nominal.
Als stärksten Grund für den Preisrückgang nennt Finnish Energy den Ausbau der Windkraft, von 8,2 auf 22,1 Terawattstunden zwischen 2021 und 2025, und nicht die Kernkraft. Auch die stark gestiegene Zahl der Stunden mit negativen Strompreisen (2022: 27, 2023: 467, 2024: 725, 2025: 465) führt der Verband auf den Windzubau zurück. Und der günstige Zustand ist nicht stabil: Im ersten Halbjahr 2026 sprang der finnische Preis wegen schwacher Wasserführung auf 70,8 Euro je Megawattstunde, nach 38,6 Euro im Vorjahreszeitraum. Die Erzählung, Kernkraft mache Finnland dauerhaft billig, trägt so nicht.
Die amtliche finnische Antwort auf die Frage
Der stärkste Beleg in dieser Sache kommt aus Finnland selbst. Das finnische Wirtschaftsministerium ließ vom Beratungshaus AFRY prüfen, ob neue Kernkraft für das Land wirtschaftlich sinnvoll ist. Der Bericht wurde am 25. März 2026 übergeben. Sein Kern, sinngemäß: Große neue Kernkraftprojekte sind unter heutigen Annahmen nicht marktwirtschaftlich rentabel und erforderten umfangreiche staatliche Unterstützung. Die Verlängerung der Laufzeit bestehender Anlagen bringe dagegen in allen Szenarien Nettonutzen, und zwar ohne Beihilfen. Der Energiekonzern Fortum war am 24. März 2025 nach eigener Prüfung zum selben Ergebnis gekommen.
Entsprechend sieht die Praxis aus. In Finnland ist derzeit kein großer Reaktor im Bau und kein Investitionsbeschluss gefasst. Gebaut wird stattdessen klein: Das Unternehmen Steady Energy entwickelt mit dem LDR-50 einen reinen Fernwärmereaktor mit 50 Megawatt thermischer Leistung, der erste Beton für die nicht-nukleare Pilotanlage in Helsinki-Salmisaari wurde am 12. Februar 2026 gegossen. Ein neues finnisches Kernenergiegesetz soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten.
Der geplante Reaktor Hanhikivi 1 sollte von Rosatom gebaut werden. Der Vertrag wurde am 2. Mai 2022 gekündigt. Seither laufen fünf Schiedsverfahren vor der Internationalen Handelskammer. Fennovoima fordert knapp 2 Milliarden Euro zurück, Rosatom 3 Milliarden Dollar, dazu kommt eine Moskauer Gegenklage über 227,8 Milliarden Rubel gegen Fortum und Outokumpu. Ein Endschiedsspruch liegt nicht vor.
Die Sache mit den Schweißnähten, genau genommen
Über Olkiluoto 3 kursiert die Geschichte, am Primärkreislauf hätten Firmen geschweißt, die zuvor nur Fensterrahmen gefertigt hätten. Die Aktenlage der finnischen Aufsichtsbehörde STUK ist präziser und trennt zwei Vorgänge, die oft in einen Satz gepackt werden. Erstens: An den Hauptkühlmittelleitungen, also am Primärkreis, gab es dokumentierte Schweißmängel, aber bei der Fertigung in Frankreich. STUK verhängte dort vom 12. Mai bis 11. Juni 2009 einen Arbeitsstopp, dazu kamen undokumentierte Reparaturschweißungen bis August 2010. Zweitens: Der Arbeitsstopp vom Oktober 2009 auf der finnischen Baustelle betraf Rohrleitungen des Kühlsystems ohne Zuordnung zum Primärkreis. Bereits 2006 hatte STUK festgehalten, dass viele beauftragte Firmen keine Erfahrung mit Kerntechnik hatten. Die Zuspitzung mit den Fensterrahmen ist nicht belegbar, ein Zusammenhang mit der Schmiede Creusot Forge ebenfalls nicht.
Der Müll, wo er steht und was er kostet
Der Strom kommt weiter aus der Steckdose. Der Müll aber bleibt. Er steht an sechzehn genau benennbaren Orten in Deutschland, oberirdisch, in Hallen aus Stahlbeton, meist direkt neben den abgeschalteten Kraftwerken. Diese Lager waren nie als Dauerlösung gedacht.
Erst die Zählweise, sonst wirkt jede Zahl falsch
In den Medien kursieren 13 und 16 Standorte, beide Zahlen sind belegbar, sie zählen nur Verschiedenes. Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) nennt 16 Zwischenlager. Davon betreibt die bundeseigene BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung dreizehn: die zentralen Lager Ahaus und Gorleben sowie elf Standortlager. Die drei übrigen gehören nicht der BGZ, nämlich Brunsbüttel (Betreiberin ist eine Gesellschaft von Vattenfall), Lubmin, das Zwischenlager Nord der EWN, und Jülich, betrieben von der JEN.
Wer 13 sagt, meint die Lager in Bundeshand. Wer 16 sagt, meint alle Orte, an denen hochradioaktiver Abfall steht. Die ebenfalls kursierende Zahl 15 ließ sich an keiner Primärquelle festmachen. Nicht dazu gehört Obrigheim: Die dortigen Brennelemente sind 2017 nach Neckarwestheim gebracht worden, in Obrigheim steht nur noch ein Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle.
Wo genau die Castoren stehen
Weder die BGZ noch das BASE veröffentlichen eine Summe aller beladenen Behälter. Die rund 1.610 sind unsere eigene Addition der einzelnen Betreiberangaben, deshalb steht das hier ausdrücklich dabei. Eine Falle steckt darin: Seit dem 25. März 2026 laufen Transporte von Jülich nach Ahaus, zwölf Behälter sind bereits umgezogen. Wer die BASE-Zahl für Jülich (152) mit der BGZ-Zahl für Ahaus (341) addiert, zählt diese zwölf doppelt.
Wie viel es insgesamt ist
Das BASE nennt als Endmenge circa 17.000 Tonnen Schwermetall, das entspricht einem Abfallvolumen von etwa 27.000 Kubikmetern und bis zu 1.750 Behältern. Diese Menge wächst seit dem Ausstieg am 15. April 2023 nicht mehr, sie ist nur noch nicht vollständig verpackt: Ein Teil der Brennelemente liegt weiter in den Abklingbecken der stillgelegten Kraftwerke. Ein Zieljahr, bis wann die 1.750 erreicht sind, nennt das BASE nicht.
Entscheidend für das Verständnis ist das Verhältnis von Menge und Gefahr. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) formuliert es so: Etwa fünf Prozent des radioaktiven Abfalls sind wärmeentwickelnd, und dieser Anteil enthält 99 Prozent der Radioaktivität aller Abfälle. Die verbreitete Zuspitzung „unter ein Prozent des Volumens" ist an keiner amtlichen Quelle belegbar, richtig sind rund fünf Prozent.
Der Beitrag der ZDF-Sendung frontal geht der Frage nach, wie sicher die oberirdischen Hallen bei veränderter Sicherheitslage sind, unter anderem gegen Drohnen. Das Video wird erst geladen, wenn Sie es anklicken, vorher fließen keine Daten zu YouTube. Direktlink: Viele Zwischenlager, kein Endlager (ZDFheute Nachrichten).
Die Uhr läuft: 2034 endet die erste Genehmigung
Die Aufbewahrungsgenehmigungen sind befristet, und die Fristen sind nah. Nach Angaben der BGZ läuft die Genehmigung für Gorleben 2034 aus, für Ahaus 2036, für Lingen 2042, für sechs weitere Standorte 2046 und für Brokdorf, Isar, Philippsburg und Unterweser 2047. Lubmin ist bis 2039 genehmigt. Zwei Lager haben schon heute keine gültige Aufbewahrungsgenehmigung mehr: In Brunsbüttel und Jülich wird auf Grundlage einer aufsichtlichen Anordnung gelagert, in Jülich seit dem Ablauf der Genehmigung am 30. Juni 2013.
Am 29. Juni 2026 hat die BGZ den ersten Antrag auf verlängerte Zwischenlagerung überhaupt gestellt, für Gorleben, befristet bis zum 31. Dezember 2054 und beschränkt auf die dort bereits eingelagerten 113 Behälter. Damit sind weitere Einlagerungen in Gorleben ausgeschlossen. Das BASE führt dazu eine förmliche Öffentlichkeitsbeteiligung durch. Für die übrigen Standorte hat die BGZ bislang nur angekündigt, rechtzeitig Anträge zu stellen.
Was das kostet
~490 Mio. Euro
im Bundeshaushalt 2026 für die Zwischenlagerung veranschlagt, Einzelplan 16. Im Jahr 2025 waren es rund 525 Millionen, 2024 rund 430 Millionen.
~170 Mrd. Euro
schätzt das Bundesumweltministerium in seinem Kostenbericht vom 22. Dezember 2025 als Gesamtkosten der nuklearen Entsorgung bis 2099, mit dem ausdrücklichen Zusatz, dass die Endlagerkosten beim heutigen Verfahrensstand nicht belastbar schätzbar sind.
25,6 Mrd. Euro
hielt der Entsorgungsfonds KENFO zum 31. Dezember 2025 an Vermögen. In ihn haben die Betreiber 2017 einmalig eingezahlt, seither trägt der Bund das Risiko.
Eine oft genannte Zahl von rund 500 Millionen Euro jährlichen Betriebskosten aller Zwischenlager ließ sich in keinem Primärdokument finden. Belegbar ist der Haushaltstitel, und der liegt in dieser Größenordnung. Wir nennen deshalb den Haushaltsansatz und nicht die kursierende Zahl.
Die Endlagersuche, aus 2031 wird frühestens 2046
Nach dem Standortauswahlgesetz von 2017 sollte bis 2031 ein Standort für ein tiefes geologisches Endlager gefunden sein. Daraus wird nichts. Beim Zeithorizont ist die Quellenzuordnung entscheidend, weil vier verschiedene Jahreszahlen kursieren und jede zu einer anderen Institution gehört.
| Jahr | Wer sagt das, und unter welcher Annahme |
|---|---|
| 2046 | BGE, Diskussionsvorschlag vom 30. Januar 2025: Abschluss des Auswahlverfahrens, wenn sechs Standortregionen festgelegt werden |
| 2052 | BGE, dieselbe Unterlage: Abschluss, wenn zehn Standortregionen festgelegt werden |
| 2068 | BASE, abgeleitet aus den Zeitschätzungen der BGE von 2022, pessimistische Annahme. Die Zahl steht in keinem BGE-Originaldokument |
| 2074 | PaSta-Studie im Auftrag des BASE, erstellt vom Öko-Institut: finale Standortfestlegung selbst unter idealen Bedingungen einschließlich aller Beteiligungsverfahren |
Der nächste greifbare Termin liegt näher. Die BGE will am 27. Oktober 2026 eine Karte mit den abgeschlossenen Prüfschritten und ersten Gebieten der Kategorie B vorlegen, und den Vorschlag der Standortregionen bis spätestens 31. Dezember 2027 an das BASE übermitteln. Eine Novelle des Standortauswahlgesetzes ist angekündigt, ein Referentenentwurf lag bis August 2026 nicht vor, das Nationale Begleitgremium hat das am 4. Juni 2026 ausdrücklich festgehalten.
Praktisch heißt das: oberirdische Zwischenlagerung noch für Jahrzehnte, für Material, das je nach Bestandteil hunderttausende Jahre strahlt. Zwischen dem Ende der ersten Genehmigung 2034 und einem betriebsbereiten Endlager liegt eine Lücke, die bisher niemand geschlossen hat.
Die Asse, das Lehrstück
Wer wissen will, warum die Endlagerfrage in Deutschland so schwer wiegt, muss nach Niedersachsen schauen, nicht in die Zukunft. In der Schachtanlage Asse II bei Remlingen liegen seit den 1960er und 1970er Jahren radioaktive Abfälle in einem ehemaligen Salzbergwerk. Es war der Versuch, das Problem für erledigt zu erklären. Er ist gescheitert.
Was damals geschah
Die Anlage wurde als Forschungsbergwerk betrieben und nach Bergrecht genehmigt, nicht nach Atomrecht. Unter Atomrecht steht sie erst seit 2009. Die Fässer wurden im Regelfall nicht geöffnet, der tatsächliche Inhalt nicht systematisch geprüft. Wie belastbar die Deklaration war, zeigt eine Stichprobe: Beim Umpacken in Geesthacht im Jahr 2000 war bei 22 von 155 untersuchten Fässern die Aktivität zu niedrig deklariert. Für rund 10 Prozent der Gebinde liegen bis heute keine Angaben zum Aktivitätsinventar vor.
Herkunft des Abfalls: Rund 67 Prozent des Volumens stammen aus Anlagen der Energieversorgungsunternehmen, mehr als 85 Prozent der eingelagerten Aktivität aus Anlagen der heutigen Betreiber E.on, Vattenfall, RWE und EnBW. Der niedersächsische Untersuchungsausschuss bezeichnete die Einlagerungspraxis nach der Entsorgungsnovelle von 1976 in seinem Abschlussbericht von 2012 als rechtswidrig. Die BGE hält dagegen, nach damals geltendem Recht seien keine Rechtsverstöße begangen worden. Beide Sätze stehen nebeneinander in den Akten.
Wie es dort heute aussieht
Im November 2025 hat die BGE erstmals seit Jahrzehnten eine Kamera in die Kammer 8a auf der 511-Meter-Ebene gebracht, wo 1.301 Fässer liegen, davon 1.293 mittelradioaktive. Der Schnittfilm erschien am 1. Dezember 2025, das vollständige Material am 15. Dezember 2025.
Der Befund der BGE, in ihren eigenen Worten zusammengefasst: Die Fässer sehen überwiegend noch gut und intakt aus. Einige sind durch Gesteinsbrocken, die aus über zehn Metern Höhe von der Decke gestürzt sind, verbeult und verformt. Bei einem Fass hat sich durch die Verformung der Boden gelöst. Loser Abfall war auf dem Filmmaterial nicht zu erkennen. Die Lage der Fässer in der Kammer ist nicht mehr dieselbe wie beim Verschluss. Die Dosisleistung nahe dem Fasskegel erreicht 167 Millisievert pro Stunde.
Der NDR hat die ersten Videoaufnahmen am 2. Dezember 2025 gezeigt, ein Beitrag von 41 Sekunden. Wir binden ihn hier nicht ein, weil Beiträge aus den Mediatheken von ARD und ZDF nicht zur Einbettung auf fremden Seiten vorgesehen sind. Direktlink: Atommüll-Lager Asse: Video zeigt Bilder aus Kammer 8a (NDR). Das ungeschnittene Originalmaterial stellt die BGE selbst bereit: Vollständiges Bildmaterial aus der Inspektion der Einlagerungskammer 8a.
Auch in die Kammer 12 auf der 750-Meter-Ebene, in der 7.464 Gebinde liegen, hat die BGE inzwischen gesehen: am 6. August 2025 durch ein tennisballgroßes Loch am Ende einer 117 Meter langen Bohrung. Der erste Eindruck lautete, die sichtbaren Fässer seien in gutem Zustand. Diese Einschätzung hat die BGE später relativiert, spätere Aufnahmen zeigten, dass die Fässer an einigen Stellen durcheinandergeraten sind.
Das Wasser, das eigentliche Problem
Seit 1988 dringt Wasser in das Bergwerk ein. Die BGE fängt derzeit rund 13 bis 15 Kubikmeter Salzlösung pro Tag auf, im Juni 2026 waren es im Wochenmittel etwa 12,5 Kubikmeter allein auf der 658-Meter-Ebene. Das Auffangen selbst ist eine Daueraufgabe, die zuletzt schwieriger wurde: Ab Oktober 2024 ließ sich an der bisherigen Hauptstelle kein Wasser mehr fassen, der Zutritt verlagerte sich, und erst am 9. März 2026 legten Bergleute den Fließweg wieder frei.
Zur Standsicherheit sagt die Bundesregierung im Juni 2026, die anhaltende Abnahme der Pfeilerstauchungsraten belege die momentane Systemstabilität. Die BGE formuliert die andere Hälfte: Aufgrund des vorgeschädigten Tragsystems bleibe die Möglichkeit eines nicht mehr zu beherrschenden Salzwasserzutritts bestehen. Eine amtliche Jahreszahl, ab wann das Bergwerk absaufen könnte, gibt es nicht. Die oft zitierte Jahreszahl 2020 war nie eine Absaufprognose, sondern die Reichweite einer alten Standsicherheitsprognose. Verbindliche Kriterien, ab wann ein Lösungszutritt als nicht beherrschbar gilt, werden derzeit erst erarbeitet.
Die Rückholung, und warum sie kein Datum mehr hat
Seit 2013 schreibt § 57b Atomgesetz die unverzügliche Stilllegung vor, und zwar nach Rückholung der Abfälle. Derselbe Paragraf enthält den Satz, dass die Rückholung abzubrechen ist, wenn sie für Bevölkerung oder Beschäftigte aus radiologischen oder sicherheitsrelevanten Gründen nicht vertretbar ist.
Am 14. April 2026 teilte die BGE mit, dass sich der geplante Rückholbeginn 2033 nicht mehr darstellen lässt und ein neuer Termin noch nicht valide genannt werden kann. Der dafür nötige Schacht Asse 5 soll nach heutiger Planung erst 2031 im Baufeld beginnen und 2039 einsatzbereit sein. Als Gründe nennt die BGE schwierigere geologische Bedingungen als erwartet und einen verzögerten Grunderwerb. Der niedersächsische Umweltminister Christian Meyer nannte die Verzögerung am Folgetag empörend.
Ob die Rückholung gelingt, ist offen, und das sagen die Behörden selbst. Das BASE schreibt, ob sie gelingen werde, sei derzeit offen. Die BGE sagt, ob sie technisch machbar sei und ob das Bergwerk noch die nötige Zeit lasse, sei nicht sicher vorhersagbar. Die Bundesregierung hält im Juni 2026 dagegen, es lägen keine belastbaren Erkenntnisse vor, die eine Rückholung derzeit als nicht vertretbar erscheinen ließen. Das Wort „scheitern" verwendet keine Behörde.
Kosten und Umwelt
Die Asse kostet den Bund derzeit rund 191 Millionen Euro im Jahr (Ist 2025), für 2026 sind 269 Millionen geplant. Von 2009 bis 2020 waren es amtlich rund 1,3 Milliarden Euro. Eine belastbare Gesamtkostenschätzung bis zum Ende der Stilllegung gibt es nicht, die Bundesregierung sagt das am 9. Juni 2026 ausdrücklich. Die einzige offizielle BGE-Zahl, rund 4,7 Milliarden Euro bis zum Beginn der Rückholung, steht auf einer Seite, die die BGE selbst als nicht mehr aktuell gekennzeichnet hat. Der Bundesrechnungshof hatte bereits 2019 gewarnt, die Gesamtausgaben könnten die damals geschätzten 2 Milliarden Euro erheblich übersteigen, und dem Ministerium eine Fachaufsicht „auf Abstand" vorgehalten.
Bei den Umweltwirkungen ist die Faktenlage klarer, als die Aufregung vermuten lässt, und das gehört zur Redlichkeit dazu. Kontaminierte Lauge ist ausschließlich innerhalb des Bergwerks nachgewiesen worden. Im Umgebungsmessprogramm für 2025, ausgewertet mit 185 Proben im Umkreis von zehn Kilometern, zeigten alle auf Tritium untersuchten Wasserproben keine messbaren Aktivitäten; die gefundenen Cäsium- und Strontiumwerte stammen aus Kernwaffentests und Tschernobyl. Der Bericht hält fest, ein Aktivitätsbeitrag der Asse sei nicht erkennbar. Auch die Häufung von Leukämie- und Schilddrüsenkrebsfällen, die das Epidemiologische Krebsregister Niedersachsen für die Jahre 2002 bis 2009 festgestellt hatte, ließ sich nicht auf die Anlage zurückführen: Die Strahlenschutzkommission errechnete 2013, dass dafür Dosen nötig gewesen wären, die um drei Größenordnungen über den möglichen Werten liegen. Für die Diagnosejahre 2015 bis 2019 war der Befund unauffällig, das Register empfahl daraufhin, die Beobachtung zu beenden. Eine Ursache für die frühere Häufung hat der Expertenkreis nie gefunden.
Die BGE hat am 14. April 2026 neue Konsequenzenanalysen vorgelegt. Das aus dem Bergwerk ausgepresste Lösungsvolumen wird darin auf rund 650.000 Kubikmeter in 100.000 Jahren geschätzt, statt bisher rund 300.000. Bei vollständiger Umsetzung der Notfallplanung läge die Strahlendosis in der Umgebung im Maximum bei 20 Mikrosievert pro Jahr, erreicht nach rund 2.500 Jahren. Beim heutigen Umsetzungsstand wären es 450 Mikrosievert pro Jahr, erreicht bereits nach rund 800 Jahren. Zur Einordnung: Die natürliche Strahlenbelastung in Deutschland liegt bei rund 2.100 Mikrosievert im Jahr.
Partitionierung und Transmutation, der Gegenentwurf
Seit 2025 liegt ein konkreter Gegenentwurf auf dem Tisch. Die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) hat eine Umsetzungsstudie beauftragt, geprüft von der Technischen Universität München und dem TÜV Nord. Sie geht von einer Anlage des Schweizer Unternehmens Transmutex aus Genf aus. Die Grundidee ist Recycling für Atommüll: In den Gebäuden alter Kraftwerke, wo der Müll ohnehin liegt, wird er elektrochemisch in seine Bestandteile getrennt. Diese Trennung heißt Partitionierung.
Übrig bleiben rund 10 Prozent besonders langlebiger Stoffe, die Transurane wie Plutonium, Americium oder Neptunium. Sie machen nur etwa 1,5 Prozent der Masse aus, strahlen aber am stärksten und am längsten. Genau diese werden in einem Reaktortyp namens START mit Neutronen beschossen und dabei in kürzerlebige oder stabile Stoffe umgewandelt. Das ist die Transmutation. Der Reaktor ist unterkritisch, es gibt also keine selbständige Kettenreaktion. Die Neutronen liefert ein Teilchenbeschleuniger, der Protonen auf flüssiges Blei schießt. Schaltet man den Strahl ab, stoppt die Reaktion in Millisekunden.
So verlockend das klingt, die zuständige Aufsichtsbehörde ist skeptisch. Das BASE hat in einer Fachstellungnahme zur SPRIND-Studie festgehalten, dass es das Konzept nach heutigem Stand als nicht umsetzbar einstuft. Die Anlage besteht aus drei Bausteinen, einem großen Teilchenbeschleuniger, einer Wiederaufarbeitungsanlage und einem neuartigen Reaktor. Keiner davon existiert bisher in dieser Form. Und selbst im Erfolgsfall würde ein tiefes geologisches Endlager nicht überflüssig.
Dazu kommen handfeste Hürden. Die Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente ist in Deutschland seit dem 1. Juli 2005 per Atomgesetz verboten, das Gesetz müsste also erst geändert werden. Wie lange so etwas dauert, zeigt das europäische Vergleichsprojekt MYRRHA im belgischen Mol, das auf demselben Prinzip beruht. Das Forschungszentrum SCK CEN arbeitet seit über 20 Jahren daran, die Inbetriebnahme ist erst für 2036 geplant, die Kosten liegen bei rund 1,6 Milliarden Euro, ein Teil der Finanzierung ist bis heute nicht gesichert.
Was sich nicht belegen lässt
Dieser Abschnitt ist der unbequeme Teil, und er gehört auf jede Faktenseite. Folgende Zahlen kursieren in der Atomdebatte und ließen sich bei dieser Recherche an keiner Primärquelle festmachen. Wir führen sie hier auf, damit niemand sie von uns übernimmt.
„Unter ein Prozent des Volumens"
BGE und BASE nennen rund fünf Prozent des Volumens bei 99 Prozent der Radioaktivität. Die Zuspitzung auf ein Prozent hat keine Quelle.
„500 Millionen Euro Betriebskosten im Jahr"
Kein Primärdokument formuliert das. Belegbar ist der Haushaltstitel Zwischenlagerung mit rund 490 Millionen Euro für 2026.
„Bis 2027/28 werden es 1.750 Behälter"
Die Zahl 1.750 stammt vom BASE, das Zieljahr nicht. Das BASE nennt für die Endmenge keinen Zeitpunkt.
„2068 laut BGE"
Die Jahreszahl steht in keinem BGE-Originaldokument. Sie ist eine Ableitung des BASE aus BGE-Zeitschätzungen von 2022.
„Mehr als 50 Prozent des EU-Urans kommen aus Russland"
Nach den amtlichen Zahlen der Euratom-Versorgungsagentur für 2025: Natururan 16,0 Prozent, Anreicherung 22,6 Prozent, Umwandlung 24,4 Prozent. Kein Wert lag je über 50 Prozent. Richtig ist: Von den eingeführten Anreicherungsleistungen stammen 83 Prozent aus Russland, weil die EU den Großteil selbst herstellt. Uran ist bis heute von keinem EU-Sanktionspaket erfasst.
„Die Firma hatte vorher nur Fensterrahmen geschweißt"
Belegt ist, dass beauftragte Firmen keine Kerntechnik-Erfahrung hatten und dass Arbeitsstopps verhängt wurden. Die Fensterrahmen sind eine nicht belegbare Zuspitzung.
Zum Anlass dieser Seite
Auslöser war ein Interview des Chemikers Maximilian Fichtner, Professor an der Universität Ulm, geschäftsführender Direktor des Helmholtz-Instituts Ulm und Leiter der Abteilung Energiespeichersysteme am Karlsruher Institut für Technologie. Das Interview ist der Anlass dieser Seite, nicht ihre Quelle: Wir haben den Abschnitt aus Primärquellen gebaut und nennen Fichtner als denjenigen, der die Frage aufgeworfen hat.
Zur Einordnung gehört, dass Fichtner kein Kernenergietechniker und kein Energieökonom ist. Seine Aussagen zu Baukosten und Strompreisen sind Einordnungen eines fachnahen, aber fachfremden Naturwissenschaftlers. Nach unserer eigenen Regel gehört auch die Interessenlage dazu: Fichtner sitzt seit Juni 2024 im wissenschaftlichen Beirat eines kommerziellen Entwicklers von Großbatteriespeichern, und als Leiter batterieorientierter Forschungseinrichtungen hat er ein institutionelles Interesse daran, dass Batterien als Schlüsseltechnologie gelten. Das entwertet seine Aussagen nicht, aber es muss dabeistehen.
In der Sache liegt er weitgehend richtig, in Einzelheiten nicht. Zwei Punkte, die wir geprüft haben und korrigieren:
Hinkley Point C zahlt nicht der Steuerzahler
Die Aussage, für den britischen Reaktor sei „extra ein Gesetz gemacht" worden, um den Strom mit Steuergeldern zu subventionieren, trifft so nicht zu. Die Differenzzahlungen aus dem Abnahmevertrag tragen nicht der Staatshaushalt, sondern die Stromkunden. Der britische Rechnungshof beziffert den erwarteten Barwert dieser Ausgleichszahlungen auf 30 Milliarden Pfund, gestiegen von ursprünglich 6 Milliarden, das sind 10 bis 15 Pfund je Haushalt und Jahr bis 2030. Richtig ist der zweite Teil der Aussage: EDF ist staatlich, die Kostenüberschreitungen treffen den französischen Staat, im Februar 2026 kam eine Wertberichtigung von 2,5 Milliarden Euro auf Hinkley Point C dazu.
In Wales stiegen nicht die Chinesen aus
Wylfa Newydd war ein Projekt von Hitachi über die Tochter Horizon, ausgesetzt im Januar 2019 und endgültig aufgegeben im September 2020, mit einer Abschreibung von rund 300 Milliarden Yen. Ein chinesisches Gebot für Horizon hatte es 2012 gegeben, es wurde damals zurückgezogen. Chinesische Beteiligung gab es stattdessen bei Hinkley Point C, Sizewell C und Bradwell B.
Auch beim chinesischen Kernkraftanteil ist eine Präzisierung fällig. Am Strommix sind es 4,6 Prozent (Ember, Jahr 2025) beziehungsweise 5,0 Prozent nach Zählung der World Nuclear Association. Die oft genannten 2 Prozent treffen auf eine andere Bezugsgröße zu, nämlich den Anteil am Primärenergieverbrauch.
Häufig gestellte Fragen, Atomkraft in Deutschland
Was kostet Strom aus einem neuen Kernkraftwerk?
Gerechnet am finnischen Reaktor Olkiluoto 3 mit 11 Milliarden Euro Baukosten, 10,15 Terawattstunden im Jahr und 45 Jahren Abschreibung: 6,70 Cent je Kilowattstunde bei 3 Prozent Zins, 8,38 Cent bei 5 Prozent, 11,03 Cent bei 7,8 Prozent und 13,27 Cent bei 10 Prozent. Der deutsche Börsenstrompreis lag 2025 im Jahresmittel bei 8,9 Cent. Nicht enthalten sind Rückbau, Endlagerung und die Zinsen der Bauzeit.
Warum ist Atomstrom aus alten Kraftwerken billig und aus neuen teuer?
Weil bei einem abbezahlten Kraftwerk nur noch Brennstoff, Personal und Instandhaltung anfallen, rund 2 bis 3 Cent je Kilowattstunde. Bei einem Neubau kommt die Bausumme hinzu, und die macht je nach Zinssatz 4 bis 11 Cent aus. Wer sagt, Atomstrom sei billig, meint fast immer abgeschriebene Anlagen.
Wie viele Zwischenlager für Atommüll gibt es in Deutschland, 13 oder 16?
Beides ist richtig, je nach Zählweise. Das BASE nennt 16 Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle. Davon betreibt die bundeseigene BGZ dreizehn, nämlich die zentralen Lager Ahaus und Gorleben und elf Standortlager. Die drei übrigen gehören anderen Betreibern: Brunsbüttel (Vattenfall-Gesellschaft), Lubmin (EWN) und Jülich (JEN). Wer 13 sagt, meint die Lager in Bundeshand.
Wie viele Castor-Behälter stehen in Deutschland?
Rund 1.610 beladene Behälter, Stand 6. August 2026. Das ist unsere eigene Addition der Betreiberangaben, denn weder BGZ noch BASE veröffentlichen eine Gesamtsumme. Die größten Bestände: Ahaus 341, Gundremmingen 170, Jülich rund 140, Gorleben 113, Biblis 108. Als Endmenge nennt das BASE bis zu 1.750 Behälter mit circa 17.000 Tonnen Schwermetall und rund 27.000 Kubikmetern Volumen.
Wann läuft die erste Genehmigung eines Zwischenlagers aus?
2034 in Gorleben, 2036 in Ahaus, 2042 in Lingen, 2046 an sechs weiteren Standorten und 2047 in Brokdorf, Isar, Philippsburg und Unterweser. Zwei Lager haben schon heute keine gültige Aufbewahrungsgenehmigung: In Brunsbüttel und Jülich wird auf Grundlage einer aufsichtlichen Anordnung gelagert. Die BGZ hat am 29. Juni 2026 den ersten Verlängerungsantrag gestellt, für Gorleben bis Ende 2054.
Wann gibt es ein Endlager in Deutschland?
Frühestens in den 2040er Jahren, und das ist die optimistische Annahme. Die BGE nennt 2046 als Abschluss des Auswahlverfahrens bei sechs Standortregionen und 2052 bei zehn. Das BASE leitet aus älteren BGE-Zeitschätzungen einen Standortentscheid zwischen 2046 und 2068 ab. Eine Studie im Auftrag des BASE hält 2074 für realistisch. Den Vorschlag der Standortregionen will die BGE bis spätestens 31. Dezember 2027 vorlegen, eine erste Karte am 27. Oktober 2026.
Was ist mit der Asse los, und wann wird der Müll herausgeholt?
In der Schachtanlage Asse II liegen 125.787 Abfallgebinde aus den Jahren 1967 bis 1978, eingelagert nach Bergrecht statt nach Atomrecht. Seit 1988 dringt Wasser ein, derzeit rund 13 bis 15 Kubikmeter pro Tag. Die Rückholung ist seit 2013 gesetzlich vorgeschrieben, sollte 2033 beginnen, und hat seit dem 14. April 2026 kein Datum mehr: Der dafür nötige Schacht Asse 5 soll erst 2039 einsatzbereit sein. Ob die Rückholung gelingt, nennen BASE und BGE ausdrücklich offen.
Ist Finnland der Beweis, dass Kernkraft sich rechnet?
Nein, und das sagt Finnland selbst. Ein Bericht des Beratungshauses AFRY an das finnische Wirtschaftsministerium vom 25. März 2026 kommt zu dem Schluss, dass große neue Kernkraftprojekte unter heutigen Annahmen nicht marktwirtschaftlich rentabel sind und umfangreiche staatliche Unterstützung erforderten. Die Laufzeitverlängerung bestehender Anlagen bringt dagegen Nettonutzen ohne Beihilfen. In Finnland ist derzeit kein großer Reaktor im Bau. Der niedrige finnische Börsenstrompreis geht nach Angaben des Branchenverbands vor allem auf den Windausbau zurück, und er ist nicht stabil: Im ersten Halbjahr 2026 stieg er auf 70,8 Euro je Megawattstunde.
Warum hat der finnische Stromkunde die Mehrkosten nicht bezahlt?
Wegen der Vertragsform. Der Vertrag von 2003 war ein Festpreisvertrag mit gesamtschuldnerischer Haftung, der bis zuletzt in Kraft blieb. Der Käufer TVO zahlte rund 5,8 Milliarden Euro, den Hersteller kostete der Bau rund 8,2 Milliarden. Areva wurde 2015 faktisch zahlungsunfähig, die EU-Kommission genehmigte 2017 eine staatliche Rettung mit 4,5 Milliarden Euro Kapitalerhöhung und 3,3 Milliarden Euro Überbrückungsdarlehen. Die Mehrkosten fielen also weit überwiegend in Frankreich an.
Was kostet ein kleiner modularer Reaktor?
Das weiß bislang niemand. Weltweit sind zwei solcher Anlagen in Betrieb, beide außerhalb des Westens, für keine liegen belastbare Stromgestehungskosten unter Marktbedingungen vor. Das amerikanische Vorzeigeprojekt NuScale wurde 2023 abgebrochen, nachdem der kalkulierte Preis binnen anderthalb Jahren von 58 auf 89 Dollar je Megawattstunde gestiegen war, also um 53 Prozent, und das bereits nach Abzug von über 4 Milliarden Dollar Förderung.
Quellen
- BASE, Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung: Standorte der Zwischenlager, Abfallmengen, verlängerte Zwischenlagerung, Standortseiten Jülich, Lubmin und Brunsbüttel, Zeitperspektive der Endlagersuche, Fachstellungnahme zur Transmutation, base.bund.de
- BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung: Standortübersicht mit Belegung und Genehmigungsfristen (Stand 6. August 2026), Antrag verlängerte Zwischenlagerung Gorleben (22. und 29. Juni 2026), Abschluss der Rückführung aus dem Ausland (25. Juni 2026), bgz.de
- BGE Bundesgesellschaft für Endlagerung: Diskussionsvorschlag zur zeitlichen Optimierung des Standortauswahlverfahrens (30. Januar 2025), Pressemitteilung zum Rückholbeginn Asse (14. April 2026), Bildmaterial Einlagerungskammer 8a (1. und 15. Dezember 2025), Kammer 12 (August und Oktober 2025), Salzwasser aktuell (Juni 2026), Konsequenzenanalysen (14. April 2026), Kurzinformation radioaktive Abfälle Asse (29. Mai 2026), bge.de
- Deutscher Bundestag: Antwort der Bundesregierung, Drucksache 21/6371 (9. Juni 2026), Kleine Anfrage 21/5961 (18. Mai 2026), Drucksache 19/22252 (21. August 2020), Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste WD 3-3000-005/20 zu § 57b Atomgesetz
- Bundesrechnungshof: Bericht nach § 88 Absatz 2 BHO zum Projekt Asse II (12. August 2019), Information zum Einzelplan 16 (28. März 2022), bundesrechnungshof.de
- Niedersächsischer Landtag: Abschlussbericht des 21. Parlamentarischen Untersuchungsausschusses Asse, Drucksache 16/5300 (18. Oktober 2012) · Niedersächsisches Umweltministerium, Erklärung zur Verzögerung (15. April 2026)
- Strahlenschutzkommission: Krebshäufigkeit in der Samtgemeinde Asse (2013) · Epidemiologisches Krebsregister Niedersachsen: Sonderauswertungen Asse (Dezember 2010, Oktober 2016, November 2022), krebsregister-niedersachsen.de
- Bundesumweltministerium: Argumente gegen eine Wiederinbetriebnahme (11. April 2025), Kostenbericht nukleare Entsorgung (22. Dezember 2025) · KENFO, Geschäftsbericht 2025, kenfo.de
- TVO: Jahresmeldungen zur Stromerzeugung Olkiluoto (3. Januar 2024, 3. Januar 2025, 5. Januar 2026), Börsenmitteilung zum Schiedsvergleich (11. März 2018), Geschäftsbericht 2022, tvo.fi
- Cour des comptes: La filière EPR (14. Januar 2025) und Synthèse zum EPR Flamanville (Juli 2020), ccomptes.fr · EDF, Jahresergebnis 2025 (20. Februar 2026), edf.fr
- National Audit Office: Hinkley Point C (HC 40, 23. Juni 2017) und Sizewell C (HC 33, 20. Mai 2026), nao.org.uk
- Europäische Kommission: Beihilfeentscheidung zur Areva-Rettung IP/17/36 und SA.44727 (10. Januar 2017), Beihilfeverfahren zum französischen Neubauprogramm SA.119469 (eröffnet 31. März 2026), competition-cases.ec.europa.eu
- Finnish Energy: Energy Year 2025, Electricity (21. Januar 2026) · Eurostat, Strompreise für Haushalte und Nichthaushalte, Datensätze nrg_pc_204 und nrg_pc_205 · AFRY-Bericht an das finnische Wirtschaftsministerium (25. März 2026) · Fortum, Bewertung neuer Kernkraft (24. März 2025)
- STUK, finnische Strahlenschutz- und Kernsicherheitsbehörde: Untersuchungsbericht 1/06 (1. September 2006), Beanstandungen der Schweißarbeiten (Mai bis Juni 2009, Oktober 2009), stuk.fi
- Fraunhofer ISE: Studie Stromgestehungskosten Erneuerbare Energien (Juli 2024), ise.fraunhofer.de · OECD-Kernenergieagentur, SMR Dashboard, dritte Ausgabe (5. September 2025) · US-Energieministerium, Pathways to Commercial Liftoff: Advanced Nuclear (September 2024)
- Bundesnetzagentur: SMARD-Marktdaten Großhandelspreis, Kennzahlen Versorgungsqualität Strom, smard.de · Destatis auf Basis AG Energiebilanzen, Bruttostromerzeugung · Euratom Supply Agency, Annual Report 2025 (9. Juli 2026) · Ember, Global Electricity Review 2026 (21. April 2026)
- World Nuclear Industry Status Report: Berechnung der Gesamtkosten von Olkiluoto 3 (2022), worldnuclearreport.org · Georgia Public Service Commission, Beschluss zu Vogtle (19. Dezember 2023)
- Anlass der Seite: Interview mit Prof. Dr. Maximilian Fichtner auf dem Kanal Everlast AI Clips, Ausschnitt Atomkraft ist nicht die Lösung für das Energieproblem (8 Minuten) und Vollgespräch Das KI-Energieproblem, Speicher, Wasserstoff, China und Zukunft (55 Minuten). Beide sind nötig, weil sich die zitierten Passagen auf beide Fassungen verteilen.
- Video im Text: ZDF frontal, Viele Zwischenlager, kein Endlager, Deutschlands strahlender Atommüll (26. April 2026) · NDR, Atommüll-Lager Asse: Video zeigt Bilder aus Kammer 8a (2. Dezember 2025)
Hinweis zur Quellenlage: Alle Zahlen auf dieser Seite stammen aus datierten Primärquellen von Behörden, Betreibern, Rechnungshöfen oder Parlamentsdokumenten. Wo wir selbst gerechnet oder addiert haben, steht das ausdrücklich dabei. Wo eine verbreitete Zahl nicht belegbar ist, steht sie in Kapitel 08.
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