kipode.de · Blick nach drüben
Transatlantik
Über künstliche Intelligenz wird nicht bei uns entschieden. Die Folgen tragen wir trotzdem: in der Arbeit, beim Geld, in der Politik. Wer wissen will, worauf wir zusteuern, muss dorthin hören, wo darüber gesprochen wird.
Die Firmen, die künstliche Intelligenz bauen, sitzen fast alle an einem Ort: im kalifornischen Silicon Valley. Dort entstehen die Programme von OpenAI, Google und Anthropic, dort fällt die Entscheidung, was als Nächstes gebaut wird. Die Gesetze dazu macht Washington, der größte Gegenspieler sitzt in Peking. Bei uns kommt am Ende das Ergebnis an, und dabei bleibt es längst nicht bei der Technik: Es geht um Arbeitsplätze und Löhne, um Sicherheit und Verteidigung, um das Geld in der Kasse und darum, wie eine Gesellschaft zusammenhält, wenn Maschinen einen wachsenden Teil der Arbeit übernehmen. In Europa diskutieren wir Regeln für eine Entwicklung, deren Tempo anderswo bestimmt wird, und von den Debatten darüber bekommen wir meistens nur die Schlagzeile mit.
Einer der Orte, an denen darüber ernsthaft gesprochen wird, ist der Kanal von Steven Bartlett, The Diary of a CEO (YouTube, thediaryofaceo.com). Dort sitzen Leute am Tisch, die man hier kaum zu hören bekommt: Sicherheitsforscher, Ökonomen, Kritiker der eigenen Branche. Stimmen, die auch in Europa gebraucht werden — nur laufen die Gespräche auf Englisch und dauern Stunden.
Deshalb machen wir das hier: zuhören, zusammenfassen, übersetzen. Und am Schluss die Frage stellen, die drüben niemand stellt: Was heißt das für uns in Europa?