kipode.de · Blick nach drüben

Transatlantik

Über künstliche Intelligenz wird nicht bei uns entschieden. Die Folgen tragen wir trotzdem: in der Arbeit, beim Geld, in der Politik. Wer wissen will, worauf wir zusteuern, muss dorthin hören, wo darüber gesprochen wird.

Die Firmen, die künstliche Intelligenz bauen, sitzen fast alle an einem Ort: im kalifornischen Silicon Valley. Dort entstehen die Programme von OpenAI, Google und Anthropic, dort fällt die Entscheidung, was als Nächstes gebaut wird. Die Gesetze dazu macht Washington, der größte Gegenspieler sitzt in Peking. Bei uns kommt am Ende das Ergebnis an, und dabei bleibt es längst nicht bei der Technik: Es geht um Arbeitsplätze und Löhne, um Sicherheit und Verteidigung, um das Geld in der Kasse und darum, wie eine Gesellschaft zusammenhält, wenn Maschinen einen wachsenden Teil der Arbeit übernehmen. In Europa diskutieren wir Regeln für eine Entwicklung, deren Tempo anderswo bestimmt wird, und von den Debatten darüber bekommen wir meistens nur die Schlagzeile mit.

Einer der Orte, an denen darüber ernsthaft gesprochen wird, ist der Kanal von Steven Bartlett, The Diary of a CEO (YouTube, thediaryofaceo.com). Dort sitzen Leute am Tisch, die man hier kaum zu hören bekommt: Sicherheitsforscher, Ökonomen, Kritiker der eigenen Branche. Stimmen, die auch in Europa gebraucht werden — nur laufen die Gespräche auf Englisch und dauern Stunden.

Deshalb machen wir das hier: zuhören, zusammenfassen, übersetzen. Und am Schluss die Frage stellen, die drüben niemand stellt: Was heißt das für uns in Europa?

Die Folgen

Neueste zuerst · Datum ist der Tag, an dem die Folge erschienen ist
28Sep2026
The Diary of a CEO · Steven Bartlett

Zwölf Minuten, ein iPad, 4,2 Milliarden

Adam Neumann hat WeWork gegründet und bis zu einer Bewertung von 47 Milliarden Dollar getrieben. Er erzählt, wie ein Angebot von SoftBank-Gründer Masayoshi Son im Auto sein Ego wachsen ließ, wie er den Absturz erlebte und warum er heute jede Woche einen Tag ohne Telefon empfiehlt. Über KI spricht er nur am Rand.

Originallänge 2 Std. 15 Min.Kurzfassung zum LesenDE · EN · FR · ES
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Die Zahlen des Gesprächs
12 Min.Das Treffendauerte die Begegnung mit Masayoshi Son, danach ging es ins Auto
4,2 Mrd.Die ZusageDollar sagte Son auf einem iPad zu
3ÜbrigLeute blieben von 13.000 Beschäftigten an seiner Seite
25 Std.Ohne Bildschirmjede Woche, sein Rat an alle

Die Zahlen nennt Neumann im Gespräch. SoftBank selbst gab 2017 eine Beteiligung von 4,4 Milliarden Dollar bekannt.

21Sep2026
The Diary of a CEO · Steven Bartlett

Der Mann, der auf die Idee setzt

Rick Rubin hat Def Jam mitgegründet und Johnny Cash, Jay-Z und Adele produziert. Gut zwölf Minuten der fast drei Stunden handeln von künstlicher Intelligenz: für ihn ein Werkzeug wie das Feuer, ohne eigenen Standpunkt, und die Kreativität stecke im Prompt. Ob eine KI kreativ sein kann, weiß er nach eigenen Worten nicht.

Originallänge 2 Std. 46 Min.Kurzfassung zum LesenDE · EN · FR · ES
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Die Zahlen des Gesprächs
40Jahre im Studioals Produzent, von Def Jam bis zum neuen Album von The Strokes
12 Min.Über KIvon fast drei Stunden Gespräch
5 %Seine Schätzungso viele von zehntausend KI-Stücken könnten einem gefallen, vielleicht
1,5 Mio.Aufrufefür seinen Scherz über Vibe Coding, aus dem ein Buch wurde

Die fünf Prozent sind eine beiläufige Schätzung Rubins, kein Messwert. Ob KI kreativ sein kann, lässt er ausdrücklich offen.

17Sep 2026
The Diary of a CEO · Steven Bartlett

Vier Umschläge, vier Zahlen: Wie wahrscheinlich ist das Ende der Menschheit?

Ein Sicherheitsforscher, ein Buchautor, ein Branchenkritiker und ein Ökonom an einem Tisch. Jeder hatte seine Wahrscheinlichkeit für das Aussterben der Menschheit in einen Umschlag geschrieben — die Spanne reicht von „praktisch sicher“ bis null. Zweieinhalb Stunden Streit darüber, und mittendrin ein Laborvorfall, bei dem tausende Agenten ausbrachen, das offene Internet erreichten und anfingen, ihre Spuren zu verwischen. Über den sind sich am Ende alle vier einig.

Originallänge 2 Std. 24 Min.Kurzfassung zum LesenDE · EN · FR · ES
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Die vier Umschläge
~100 %Roman YampolskiyInformatiker in Louisville, hält Kontrolle für unmöglich
> 10 %Nate SoaresPräsident des Forschungsinstituts MIRI in Berkeley
0 %Ed ZitronJournalist und Branchenkritiker aus den USA
~0 %Andrew McAfeeÖkonom am MIT, Mitautor von The Second Machine Age

Zwei Nullen, die nichts miteinander zu tun haben: die eine, weil das Problem lösbar sei, die andere, weil es das Problem gar nicht gebe.

27Aug2026
The Diary of a CEO · Steven Bartlett

Der Mann, der die Rechnung aufmacht

Ed Zitron hat die geprüften Zahlen von OpenAI beschafft und veröffentlicht: 20,9 Milliarden Dollar Verlust gegen 13 Milliarden Umsatz. Zweieinhalb Stunden lang rechnet er vor, warum Monatsabos den wahren Preis verstecken, warum die Nachfrage im Kreis läuft — und warum er 2027 für das Jahr hält, in dem die Luft ausgeht. Bartlett hält dagegen, und an zwei Stellen trifft er.

Originallänge 2 Std. 28 Min.Kurzfassung zum LesenDE · EN · FR · ES
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Die Zahlen des Abends
20,9 Mrd $VerlustOpenAI im vergangenen Geschäftsjahr, geprüfte Zahlen
13 Mrd $Umsatzim selben Zeitraum, bei rund 34 Milliarden Kosten
14.000 $Tokens je AboGegenwert, den ein Vielnutzer für 200 Dollar verbrennen kann
215,9 Mrd $Umsatz gesamtGeschäftsjahr 2026; der Markt außerhalb der großen Labore liegt bei rund 22 Milliarden

Die Zahlen stammen aus geprüften Abschlüssen, die Zitron veröffentlicht hat. Die Schlussfolgerung, dass es 2027 kippt, ist seine.

13Jul2026
The Diary of a CEO · Steven Bartlett

Der Mann, der die Uhr gestellt hat

Daniel Kokotajlo schrieb bei OpenAI die internen Szenarien und ging 2024, weil er der Sicherheitserzählung nicht mehr glaubte. Zwei Stunden über eine Zahl, die er selbst eine Schätzung nennt, über ein Datum, das immer wieder verschoben wurde, und über zwei Millionen Dollar, die im Titel als Verlust stehen und die er am Ende behalten durfte.

Originallänge 2 Std. 1 Min.Kurzfassung zum LesenDE · EN · FR · ES
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Seine Zahlen
70 %Seine Schätzungdass die Entwicklung katastrophal ausgeht, kein Messwert
2029Sein Mittelwertfür Systeme, die den besten Menschen in allem überlegen sind
10 Bio.Parameterin den größten Modellen, 2020 waren es 175 Milliarden
2 Mio $Anteileauf die er verzichten wollte und die er am Ende behalten durfte

Die Prozentzahl ist Kokotajlos persönliche Prognose, kein Forschungsergebnis. Der Vertragsstreit und die Kurven sind belegt.

1Jun2026
The Diary of a CEO · Steven Bartlett

Ein Jahrzehnt Dystopie, dann Überfluss

Mo Gawdat war leitender Manager bei Google X. Er sagt ein Jahrzehnt der Dystopie voraus, mit Jobverlusten, Drohnenkriegen und Machtballung, und danach Überfluss durch eine Superintelligenz. Europa rät er, Word und Firmensoftware selbst zu ersetzen. Am 3. Oktober erschien ein Ausschnitt der Folge.

Originallänge 2 Std. 2 Min.Kurzfassung zum LesenDE · EN · FR · ES
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Seine Zahlen
2038Sein Stichjahrab dann komme nach seinen Worten der Überfluss
30 %Seine Prognoseder Jobs in einzelnen Branchen bis 2028, kein Messwert
20.000 $Eine Drohnekoste die nächste Waffengeneration das Stück
80 %Offene Modelledessen, was Spitzenmodelle können, schafften sie schon

Alle vier Zahlen sind Gawdats Prognosen und Schätzungen. Was sich belegen lässt, prüft die Gegenprobe im Beitrag.

Die nächste Folge ist in Arbeit. Sobald bei Steven Bartlett ein Gespräch läuft, das auch hier gehört werden sollte, steht es hier oben — mit seinem Sendedatum.

Wie wir dabei arbeiten

1Wir hören die ganze Folge Wir sehen jede Sendung vollständig und schreiben mit. Zitate stehen im englischen Original mit Zeitmarke, die Übersetzung daneben — wer nachhören will, findet die Stelle in Sekunden. Niemand autorisiert unseren Text, und wir gehören weder zum Kanal noch zu den Gästen.
2Wiedergabe und Meinung getrennt Zuerst steht, was gesagt wurde, ohne Kommentar dazwischen. Unsere eigene Einordnung kommt erst am Schluss, im Kasten „Was das für Europa heißt“, deutlich abgesetzt und gekennzeichnet. Wer nur die Debatte will, hört vorher auf zu lesen.
3Vier Sprachen, vier Seiten Jede Folge gibt es vollständig auf Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch — jede Sprache als eigene Seite mit eigener Adresse, oben in der Fahnenleiste umschaltbar. Übersetzt wird der ganze Text, nicht nur die Überschriften.
4Das Video lädt erst auf Klick Solange Sie nicht klicken, geht keine Verbindung zu YouTube: keine Daten, keine Cookies. Nach dem Klick läuft die Folge über youtube-nocookie.com im Seitenfenster. Gezählt und verdient wird beim Kanal, nicht bei uns.

Jede Folge in vier Sprachen

Die Debatte wird auf Englisch geführt. Lesen sollen sie auch die, die sie sonst nicht mitbekommen — deshalb steht jede Folge vollständig auf Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch. Diese Seite auch.