Brett Adcock öffnet erstmals das Figure-HQ in San Jose, Tour durch BotQ und Helix-AI
Am 1. Mai 2026 hat Figure AI-CEO Brett Adcock die Türen seines Robotics-Campus in San Jose für einen 1:14-stündigen Rundgang mit Molly O'Shea (Sourcery) geöffnet. Es ist der bisher ausführlichste Blick in das US-Unternehmen, dessen Figure 02-Roboter zehn Monate lang bei BMW in Spartanburg über 30.000 X3-Karosserien mitproduziert hat und das jetzt mit Figure 03 in die nächste Phase geht. Für KIPODE relevant, weil Figure einer der beiden Anker im neuen BMW-Hero auf unserer Themenseite Humanoide Roboter ist (Hexagon AEON kommt jetzt in Leipzig hinterher).
Was die Tour zeigt
Adcock führt Stationen-weise durch sechs Bereiche: das System-Integration-Lab mit Software- und Stoß-Tests, das Helix-AI-Team mit Controls- und Neural-Network-Engineers, die das Vision-Language-Action-Modell trainieren, das auf jedem Figure-Roboter onboard läuft, das Reinforcement-Learning-Areal mit dem Vulcan-Projekt (der Roboter überlebt das mitten in der Aufgabe abgerissene Knie und kann von Hand gestoßen werden, ohne umzufallen), eine Wohnzimmer-Umgebung in der Figure 03 autonom aufräumt (kein Teleoperator, alles Helix), die BotQ-Manufacturing-Linie mit Köpfen, Batterien und Gliedmaßen plus eigener Burn-in-Bays, und erstmals öffentlich gezeigt das Industrial-Design-Studio mit allen Generationen Figure 01 bis 03, inklusive der „Frankenstein-Unterarme" des Prototyps. Adcock kündigt Figure 04 als „iPhone 1 Moment" an und erklärt, warum Figure die handprogrammierten Steuerungen komplett durch neuronale Netze ersetzt hat, weil er glaubt, dass humanoide Roboter eher AGI erreichen als andere Bauformen.
Im Kontext für Deutschland ist das nicht nur ein Hintergrundvideo. Figure ist die Marke, deren Modell zehn Monate lang im US-Werk Spartanburg lief und für die Lessons sorgte, mit denen BMW jetzt in Leipzig den europäischen Schritt macht. Wer also den AEON-Pilot in Leipzig ab Sommer 2026 einordnen will, kann hier mit eigenen Augen sehen, woher die Erfahrung kommt, die in München via Center of Competence for Physical AI weiterverarbeitet wird.