KI Radar · Beitrag 37 ← Zurück zur Übersicht Juli 2026

Neue Modelle im Juli: Google Gemini 3 und Claude Sonnet 5

Innerhalb weniger Wochen haben gleich zwei der führenden KI‑Labore neue Modelle vorgestellt. Google kündigte Anfang Juli 2026 Gemini 3 an, Anthropic brachte am 30. Juni Claude Sonnet 5 heraus. Beide zielen auf dasselbe: KI, die nicht nur antwortet, sondern selbstständig Aufgaben erledigt. KIPODE fasst nüchtern zusammen, was neu ist, und ordnet ein, was davon für deutsche Nutzer und Unternehmen zählt.

1 Mio
Token Kontextfenster bei Gemini 3
2 / 10 $
Startpreis Sonnet 5 je Mio Token bis 31. August
3 Labore
Google, Anthropic und OpenAI mit neuen Modellen 2026
nahe Opus
Sonnet 5 erreicht fast die Leistung des Spitzenmodells Opus 4.8

Google Gemini 3

Google stellte Gemini 3 zunächst als Vorabversion „Gemini 3 Pro" vor und rollte es in seine Produkte aus. Der Konzern nennt stärkeres logisches Denken, bessere Verarbeitung von Bild, Ton und Text zugleich sowie ein Kontextfenster von einer Million Token, also die Menge an Text, die das Modell auf einmal überblicken kann, genug für sehr lange Dokumente. Dazu kommen ein vertiefter Nachdenk‑Modus namens „Deep Think" und eine neue Entwickler‑Plattform „Antigravity" für Programmier‑Aufgaben. Die Einschätzung, es sei „das beste Modell der Welt", stammt aus Googles eigener Ankündigung und ist noch nicht durch unabhängige Tests bestätigt.

Claude Sonnet 5

Anthropics Sonnet 5 ist das bislang eigenständigste Modell der mittleren Claude‑Reihe: Es kann planen, Werkzeuge wie Browser und Terminal bedienen und Aufgaben über längere Zeit selbst abarbeiten. Laut Anthropic reicht seine Leistung nahe an das teurere Spitzenmodell Opus 4.8 heran, bei niedrigeren Raten für erfundene Angaben und übertriebene Gefälligkeit. Der Preis liegt als Einführungsangebot bis zum 31. August 2026 bei 2 US‑Dollar je Million eingehender und 10 Dollar je Million ausgehender Token, danach bei 3 beziehungsweise 15 Dollar. Für Privatnutzer ist Sonnet 5 das Standardmodell in den kostenlosen und den Pro‑Tarifen.

Was das für Deutschland heißt (KIPODE‑Einordnung)

Zwei Dinge fallen auf. Erstens das Tempo: Neue Spitzenmodelle erscheinen inzwischen im Wochenrhythmus, mit Google, Anthropic und OpenAI dominieren dabei weiter US‑Anbieter. Genau das macht Deutschlands eigenen Anlauf über SPRINDs Förderprogramm so bedeutsam. Zweitens die Richtung: Alle neuen Modelle sind auf „Agenten" ausgelegt, also KI, die eigenständig handelt statt nur zu antworten. Für den Mittelstand bedeutet das konkret einsetzbare Automatisierung, vom Sortieren von E‑Mails bis zum Recherchieren, zu Preisen, die durch die Konkurrenz weiter unter Druck geraten. Der Haken bleibt die Abhängigkeit: Wer seine Abläufe auf ein US‑Modell stützt, ist auf dessen Verfügbarkeit angewiesen, wie die zeitweise Exportsperre für Anthropics stärkste Modelle im Juni gezeigt hat. KIPODE rät daher, den Nutzen der neuen Werkzeuge zu prüfen, aber die Frage der eigenen Datenhoheit von Anfang an mitzudenken.

Quellen: Google, „Gemini 3: Introducing the latest Gemini AI model from Google" (Juli 2026) · Google AI for Developers, Gemini API Release Notes · Anthropic, „Introducing Claude Sonnet 5": Leistung nahe Opus 4.8, Einführungspreis 2/10 US-Dollar bis 31. August 2026 (30. Juni 2026) · TechCrunch, „Anthropic launches Claude Sonnet 5 as a cheaper way to run agents" (30. Juni 2026).

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