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90 Millionen Euro für Robotik aus Europa: SPRIND nimmt Bewerbungen bis zum 22. Oktober an

Die Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND hat am 17. August 2026 die Bewerbungsphase für ihre Challenge Next Frontier Robotics geöffnet. Gesucht sind Teams, die entweder vollständige Mehrzweck-Roboter bauen oder einzelne Bauteile wie Greifsysteme, Sensorik und Gelenke deutlich besser machen. Bis zu 15 Teams werden über 36 Monate und vier Stufen gefördert, jedes mit bis zu 7,2 Millionen Euro. Bewerbungsschluss ist der 22. Oktober 2026 um 18:00 Uhr MESZ. Von den Themen dieser Woche ist es das einzige mit einem Datum, das abläuft.

7,2 Mio. €
Höchstsumme je Team über alle vier Stufen, vergeben als Festpreisvertrag auf Grundlage der eigenen Kostenschätzung (SPRIND-Challenge-Seite, geprüft am 4. September 2026)
15 Teams
starten höchstens: bis zu sechs im Track Integrated Platforms, bis zu neun im Track Hardware-Components (SPRIND-FAQ, geprüft am 4. September 2026)
90 Mio. €
Gesamtvolumen der Challenge laut Robotics Institute Germany vom 21. August 2026. SPRIND selbst nennt auf seiner Seite nur den Betrag je Team
22. Oktober
Bewerbungsschluss, 18:00 Uhr MESZ. Pitches vor der Jury am 11. und 12. November, Start der Challenge am 13. November (SPRIND-FAQ)

Zwei Wege in dieselbe Challenge

Die Challenge hat zwei Spuren, die SPRIND Tracks nennt. Track 1 heißt Integrated Platforms und verlangt, einzelne Bauteile zu einem vollständigen Mehrzweck-Roboter zusammenzuführen, der eine kommerziell verwertbare Aufgabe löst. Track 2 heißt Hardware-Components und sucht neuartige Hardware wie Greifsysteme, Sensorik oder Gelenke, die dem heutigen Stand der Technik deutlich überlegen ist.

Beide Spuren durchlaufen dieselben vier Stufen. In Stufe 1 wird der Ansatz unter Laborbedingungen erprobt, in Stufe 2 in der realen Welt. Stufe 3 verlangt die Einbindung in ein fremdes System, Stufe 4 die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Systemen. SPRIND erwartet dabei ausdrücklich, dass Teams aus beiden Tracks miteinander oder mit externen Partnern arbeiten, damit gemeinsame Schnittstellen entstehen.

Der Anwendungsbereich ist eingegrenzt: terrestrische, körperlich handelnde Anwendungen im industriellen und gesellschaftlichen Umfeld, genannt werden Logistik, Pflegeunterstützung und Bauwesen. Wer sich für beide Tracks bewirbt, muss zwei getrennte Formulare einreichen; beide Bewerbungen werden unabhängig voneinander geprüft.

Wie viel Geld in welcher Stufe fließt

Die 7,2 Millionen Euro je Team sind eine Obergrenze über 36 Monate, und sie sind in beiden Tracks unterschiedlich verteilt. Im Track Integrated Platforms sind bis zu 1,0 Millionen Euro in Stufe 1 vorgesehen, 1,0 Millionen in Stufe 2, 2,2 Millionen in Stufe 3 und 3,0 Millionen in Stufe 4. Im Track Hardware-Components liegt das Gewicht am Anfang: 2,4 Millionen Euro in Stufe 1, 2,2 Millionen in Stufe 2, 1,6 Millionen in Stufe 3 und 1,0 Millionen in Stufe 4.

Die Auszahlung läuft über eine vorkommerzielle Auftragsvergabe. SPRIND kauft damit Entwicklungsleistung ein und übernimmt keine Anteile an den Unternehmen. Erstattungsfähig sind laut SPRIND alle Ausgaben, die zum Erreichen der Challenge-Ziele nötig sind.

Eine Rechnung gehört dazu: 15 Teams mal 7,2 Millionen Euro ergäben rechnerisch 108 Millionen Euro. Diese Summe kann nicht anfallen, weil nach jeder Stufe ausgesiebt wird. In die letzte Stufe rücken je Track höchstens drei Teams vor, also höchstens sechs von fünfzehn. Das Gesamtvolumen von 90 Millionen Euro stammt vom Robotics Institute Germany, einem vom Bund geförderten Verbund deutscher Robotik-Institute, der die Challenge als Partner bekannt macht. Auf der SPRIND-Seite selbst steht diese Zahl am 4. September 2026 nicht.

Wer sich bewerben kann und bis wann

Bewerben können sich Einzelpersonen ebenso wie fertige Teams. SPRIND schreibt dazu, weder ein perfekter Auftritt noch ein vollständiges Team seien am ersten Tag nötig. Voraussetzung ist der Hauptsitz in der Europäischen Union, der Europäischen Freihandelszone EFTA oder dem Vereinigten Königreich. Einzelne Teammitglieder oder Kooperationspartner dürfen außerhalb dieser Region sitzen.

Jede Rechtsform ist zugelassen, darunter Universitäten, Forschungseinrichtungen, etablierte Unternehmen und Start-ups. Die Teams sollen allerdings die Gründung eines eigenen Unternehmens anstreben, idealerweise vor dem Start der Challenge. SPRIND begründet das mit seinem Auftrag, den Technologietransfer zu unterstützen.

Der Zeitplan steht fest: Die Bewerbungsphase läuft seit dem 17. August 2026 und endet am 22. Oktober 2026 um 18:00 Uhr MESZ. Am 11. und 12. November folgen Vorstellungen vor der Jury, am 13. November beginnt die Challenge. Zwei Informationsveranstaltungen im Netz waren für den 3. September und den 1. Oktober 2026 angesetzt; die zweite steht noch aus.

Einordnung von KIPODE

SPRIND fährt damit zwei Frontier-Programme parallel. Im Juli 2026 startete die Next Frontier AI Challenge für europäische Spitzenmodelle mit zehn Teams, beschrieben in Beitrag 38. Die Robotik-Challenge ist ein eigenes Programm mit eigenem Geld und eigener Jury. Beide sollten nicht vermischt werden.

Bemerkenswert ist die Bauform der Förderung. Es fließt kein Zuschuss auf Antrag, sondern ein Auftrag mit Festpreis und Abnahmestufen. Wer eine Stufe nicht besteht, ist raus. Für Bewerber heißt das: Die Kostenschätzung ist Teil des Wettbewerbs und keine Verwaltungsformalie.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Im selben Spätsommer hat auch die deutsche Industrie ihre Robotik-Pläne sichtbar gemacht, nachzulesen in der Karte zu Bosch und dem Werk Bühl. Staat und Industrie setzen gerade auf dasselbe Feld, mit unterschiedlichen Mitteln.

Quellen: SPRIND, Challenge Next Frontier Robotics, Förderhöhe, Stufen, Tracks und Frist (Primärquelle, geprüft am 4. September 2026) · SPRIND, Übersicht aller Challenges und Funken (Primärquelle) · Robotics Institute Germany, Gesamtvolumen von 90 Millionen Euro, 21. August 2026 (Sekundärquelle).

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