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Transatlantik · The Diary of a CEO

Nicht klug, nur fleißig: Mark Cuban über die KI

Mark Cuban hat mit Broadcast.com ein Vermögen gemacht, die Dallas Mavericks zum Meister geführt und jahrelang in Shark Tank investiert. Bei Steven Bartlett erklärt er, warum KI für ihn ein unglaubliches Werkzeug, aber nicht klug ist, warum er die Börse in einer Blase sieht und warum ihm die Schulden der Cloud-Konzerne mehr Sorgen machen als die Maschinen selbst.

26. Oktober 2026 Mark Cuban · Steven Bartlett 1 Std. 32 Min. Originallänge · Kurzfassung zum Lesen

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Am 26. Oktober 2026 hat Steven Bartlett, der britische Unternehmer und Gastgeber von The Diary of a CEO, ein gut anderthalb Stunden langes Gespräch mit Mark Cuban gesendet. Cuban ist einer der bekanntesten Unternehmer der USA: Er wurde mit dem Verkauf seiner Internetfirma Broadcast.com reich, besaß lange das Basketballteam Dallas Mavericks und saß als Investor in der Fernsehshow Shark Tank, dem amerikanischen Vorbild der „Höhle der Löwen“. Im Gespräch geht es um Verkaufen und Fleiß, vor allem aber um künstliche Intelligenz, eine mögliche Blase an der Börse und die Schulden, mit denen amerikanische Konzerne ihre Rechenzentren bauen. Wir haben die ganze Folge gehört und seine Zahlen nachgeprüft. Video ab 0:02:06

Der GastWer da redet

Cuban ist 68 Jahre alt und in Pittsburgh aufgewachsen. Sein Vater polsterte Autositze und verdiente nach Cubans Worten nie mehr als 40.000 Dollar im Jahr. Mit zwölf verkaufte Cuban Müllbeutel an der Haustür, die ihm ein Freund seines Vaters für drei Dollar die Packung überließ, er verlangte sechs. Video ab 0:05:45 Seine erste Firma, MicroSolutions, ein Händler und Dienstleister für Computer, verkaufte er nach eigenen Angaben für fünf Millionen Dollar, zwei blieben ihm. Broadcast.com, einen frühen Dienst für Radio und Video im Internet, übernahm Yahoo 1999 für 5,7 Milliarden Dollar in Aktien. Heute steckt er seine Zeit vor allem in Cost Plus Drugs, eine Versandapotheke, die Medikamente zum Einkaufspreis plus festem Aufschlag verkauft.

Cuban ist kein KI-Forscher, sondern Unternehmer und Investor. Er nutzt KI täglich und verdient Geld mit Firmen, die von ihr abhängen. Das sollte man beim Lesen im Kopf behalten, ebenso wie seine Lust an der Zuspitzung.

Das VerkaufenWer verkaufen kann, findet immer Arbeit

Für Cuban beginnt jeder Erfolg beim Verkaufen. Wer gelernt habe, an fremden Türen mit einem Nein umzugehen, auf Einwände schnell zu antworten und trotzdem weiterzumachen, „hat einen Job fürs Leben“. Video ab 0:06:32 Kein Geschäft sei je ohne Verkauf erfolgreich gewesen. Gutes Verkaufen heiße aber nicht überreden, sondern verstehen, was der andere braucht, und ihm helfen. Video ab 0:06:40

Wer Unternehmer werden will, solle nicht drei Ideen gleichzeitig verfolgen, sondern in einer Sache richtig gut werden. Video ab 0:12:07 Gut werde man dort, wo man seine Zeit verbringt, nicht dort, wofür man angeblich brennt. Video ab 0:12:36 Hochschulabsolventen rät er: nicht den perfekten Job suchen, sondern irgendeinen annehmen und darin besser werden als alle anderen. Dann öffneten sich Türen, auch nach zwei, drei Jahren bei einer Imbisskette. Video ab 0:19:06

Der VorsprungAlle anderen teilen sich Platz zwei

Als in den Achtzigerjahren die ersten Bürocomputer kamen, blieb Cuban nachts im Computerladen oder nahm den Rechner mit nach Hause und las die Handbücher, bis er sie besser kannte als jeder Kunde. Seine Überlegung: Nur der Entwickler selbst kennt ein neues Programm besser, alle anderen teilen sich den zweiten Platz. Wer sich am meisten Mühe gibt, steht dort allein. Video ab 0:24:06 Genauso gehe er heute mit KI um. Jedes neue Modell lerne er schneller als die anderen. Video ab 0:24:45

Wie groß ist der Umbruch? Cuban ist seit Jahrzehnten in der Technikbranche und sagt: KI stelle alles zusammen in den Schatten, was er bisher erlebt habe. Video ab 0:25:05 Richtig eingesetzt mache sie Wissen für alle zugänglich, jede Bibliothek, jedes Buch, jede Rede. Video ab 0:25:26 Bartlett beschreibt, wie viele Menschen das Thema verdrängen, weil es ihren Beruf oder ihren Abschluss in Frage stellt. Cuban hält dagegen: Wo sich etwas ändert, gebe es Chancen, und die meisten würden die Arbeit ohnehin nicht machen. Video ab 0:26:37 Er zitiert den Basketballtrainer Bobby Knight: Den Willen zu siegen hat jeder, siegen werden aber nur die, die auch den Willen zur Vorbereitung haben. Video ab 0:27:11

Die AlgorithmenSchnelles Geld im Nachrichtenstrom

Vorbereitung sieht man aber nicht, und das ist für Cuban ein Problem der sozialen Netzwerke. Sein 17-jähriger Sohn habe ihm ständig Videos gezeigt, wie man schnell reich wird: Weiterverkauf von Ware, die man nie selbst auf Lager hat, limitierte Turnschuhe, Börsentricks. Cubans Antwort: Wären das gute Geschäfte, würde niemand davon erzählen, man würde sie einfach machen. Video ab 0:28:21 Er macht dafür auch Paragraf 230 verantwortlich, eine Vorschrift im amerikanischen Kommunikationsrecht, die Plattformen weitgehend von der Haftung für die Inhalte ihrer Nutzer freistellt. Dass sie nach seiner Lesart auch die Empfehlungsprogramme der Plattformen schütze, halte junge Leute zurück. Video ab 0:28:53 Er beruft sich auf den verstorbenen Investor Charlie Munger, den langjährigen Partner von Warren Buffett: Auf eine Belohnung warten könne heute kaum noch jemand. Video ab 0:30:01

Die BlaseAktien wie Sammelbilder

Bartlett fragt, ob die Börse in einer Blase steckt. Cuban sagt ja, aber nicht wie im Jahr 2000, als die Internetblase platzte. Video ab 0:31:08 Heute sei fast jede Aktie zur Spekulationsaktie geworden, von Bitcoin bis zu Google und Apple. Er macht das daran fest, wie heftig Kurse auf Kleinigkeiten reagieren: Verfehlt eine Firma die Gewinnerwartung um einen Cent oder übertrifft sie nur knapp, falle die Aktie um 18 Prozent, obwohl sich ihr Wert nicht um 18 Prozent geändert habe. Video ab 0:31:17 „Wir handeln sie wie Baseball-Sammelbilder.“ Was die Blase platzen lässt, wisse er nicht. Video ab 0:31:55

Sein Rat für Anleger: geduldig sein, ruhig ein wenig zum Spaß anlegen, aber Bargeld behalten, weil der Markt irgendwann dreht. Dann werde das eigentliche Geld verdient, so wie er es nach eigenen Worten im Corona-Einbruch gemacht hat. Video ab 0:30:55 Gewinner werde es trotzdem geben. Amazon habe nach dem Platzen der Internetblase jahrelang Verluste geschrieben und sei heute Billionen Dollar wert. Ob die Gewinner diesmal Anthropic oder OpenAI heißen, wisse er nicht.

Die Maschine„KI ist nicht klug“

Dann kommt der Satz, der das Gespräch prägt: „KI ist nicht klug.“ Sie nutze Statistik, um das nächste Wort vorherzusagen. Video ab 0:33:19 Vier KI-Programme gäben auf dieselbe Frage vier verschiedene Antworten, und schon eine winzige Änderung der Frage verändere die Antwort. „In der echten Welt funktioniert das nicht.“ KI kenne die Folgen ihres Handelns nicht und habe keine eigene Moral. Video ab 0:33:26 An einer belebten Kreuzung würde er sich lieber von einem Blindenhund über die Straße führen lassen als von der besten KI, weil die immer einen Augenblick hinterherhinke. Video ab 0:34:07 Ein Kleinkind im Hochstuhl wisse, dass die Mutter angelaufen kommt, wenn es den Becher hinunterwirft. „Das wird KI nie herausfinden.“ Video ab 0:34:41

Bartlett hält dagegen, die Technik entwickle sich doch rasend schnell, sein Tesla fahre schon selbst. Cuban sieht Gegenkräfte. Menschen würden sich wehren, so wie heute gegen neue Rechenzentren protestiert werde. Es werde Gemeinschaften ganz ohne Technik geben. Video ab 0:35:51 Und Forscher hielten ihre Ergebnisse zunehmend als Geschäftsgeheimnis zurück, statt sie zu veröffentlichen, damit kein Modell sie verschluckt. Jedes Modell lerne deshalb aus anderen Daten. Video ab 0:36:39 Er betont, KI sei nicht nutzlos, sie sei „unglaublich“. Sie sei aber wie vier der klügsten Menschen neben einem: Man bekomme vier Antworten und müsse selbst die richtige Frage stellen und entscheiden. Video ab 0:37:13

Klug ist für Cuban, wer weiß, wo er Informationen findet, sie zusammenführt und damit ein Problem löst, und wer überhaupt erst erkennt, welches Problem zu lösen ist. Video ab 0:46:50 Sein Beispiel: Ein Arzt habe dank KI jede Studie zur Hand. Wenn sich der Patient aber vor ihm übergibt, helfe ihm keine KI, dann zählten Sinne und Erfahrung. Video ab 0:47:37 Was ihn umstimmen würde? Eine KI, die mit wenig Rechenkraft Probleme löst, so wie ein hochbegabtes Kind aus einem armen Land ohne jede Hilfe. Davon sei man weit entfernt. Video ab 0:48:07

Auch die Angriffe von KI auf Computersysteme, von denen man höre, beeindrucken ihn nicht. Erfunden hätten die Programme dabei nichts. Sie nähmen dieselbe Liste bekannter Schwachstellen, die jeder Sicherheitsfachmann hat, und probierten mit unbegrenzt vielen KI-Agenten jede Kombination durch. Video ab 0:45:44 Dieselbe Rechenkraft lasse sich aber auch zur Verteidigung einsetzen, um die eigenen Lücken zuerst zu finden. Video ab 0:46:07 Schwarzseher sei er nicht: „Ich habe mehr Angst davor, was Menschen aus Sorge und Unwissen über KI tun, als davor, was KI tun wird.“ Video ab 0:46:20

Elon Musk nennt er den besten Unternehmer seiner Generation, aber eben einen Verkäufer, der viel Geld für seine Vorhaben einsammeln müsse. Video ab 0:49:07 Bartlett erzählt, dass ihm in seinem Studio Sicherheitsforscher und Chefs der Labore lauter verschiedene Zukünfte schildern. Cuban: Wenn keine zwei Fachleute dasselbe sagen, wisse man genug. Video ab 0:49:49

Die AgentenMehr geschafft, andere Leute eingestellt

Was wird aus der Arbeit, wenn die KI-Chefs recht haben? Cuban erinnert an Terre Haute in Indiana, wo früher Schallplatten, CDs und DVDs gepresst wurden. Diese Arbeit ist verschwunden, Geld mit Musik verdienen Menschen trotzdem. Es werde neue Tätigkeiten geben, aber der Weg dorthin werde für viele schmerzhaft, so wie für die Menschen in Terre Haute. Video ab 0:39:59

Bartlett sagt, auf seinem Telefon arbeiteten inzwischen 25 KI-Agenten, also Programme, die selbstständig Aufgaben erledigen. Cuban erzählt, er habe dank seiner Agenten zum ersten Mal seit 25 Jahren ein Sachbuch gelesen, weil sie ihm die lästigen Arbeiten abnehmen. Video ab 0:41:07 Früher hätte er dafür vielleicht einen Praktikanten für 15 Dollar die Stunde geholt. Jetzt bleibe Zeit für neue Geschäftsideen, und für die stelle er Menschen ein. Video ab 0:42:04 Für Cost Plus Drugs melde ihm ein Agent jede Klage gegen die großen Zwischenhändler im Arzneimittelmarkt und jede ihrer Ausschreibungen. Ein anderer schreibe Anträge nach dem texanischen Informationsfreiheitsgesetz, um an ihre Verträge zu kommen. Das wäre früher nie erledigt worden. Video ab 0:42:28 Seinen Kindern sagt er: Wer nicht lernt, mit Agenten zu arbeiten, wird von denen abgehängt, die es können. Video ab 0:43:25

Die SchuldenRechenzentren auf Pump

Den größten Teil seiner Warnung widmet Cuban dem Geld. Er habe einmal gesagt, viele Rechenzentren würden irgendwann zu Pickleball-Plätzen, einer in den USA beliebten Mischung aus Tennis und Tischtennis. Gemeint sei das als Bild: Damit KI ihr Ziel erreicht, müsse sie mit weniger Strom mehr leisten, nicht mit mehr Strom mehr. Video ab 0:52:19 Die USA könnten in eine Schuldenblase geraten. Video ab 0:52:38 Der Staat leihe sich immer mehr, und gleichzeitig liehen sich die großen Cloud-Konzerne mehr, als sie einnehmen. Wenn Zinsen steigen und eine Firma 40 Milliarden Dollar Schulden hat, komme sie an kein neues Geld mehr. Video ab 0:52:55

Der Chiphersteller Nvidia subventioniere mit seinem Geld die halbe Branche, Meta leihe sich ein Vielfaches seines Mittelzuflusses. Video ab 0:53:22 Er verweist auf den amerikanischen Großinvestor Ray Dalio, der warnt, die USA hätten die Schwelle zur überschuldeten Gesellschaft schon überschritten. Es sei ein Wettlauf: Die zehnjährige Staatsanleihe rentiere bei rund 5,2 Prozent, bei sechs, acht oder zehn Prozent müsse etwas nachgeben. Schon jetzt zahlten die USA eine Billion Dollar Zinsen im Jahr. Wenn die Cloud-Konzerne um dasselbe Geld konkurrieren, werde irgendetwas verdrängt. Was, könne er nicht sagen, so viel verstehe er von Finanzen nicht. Video ab 0:55:08 Er selbst habe sein Geld auf mehrere Länder verteilt und halte sich mit neuen Anlagen zurück. Video ab 0:55:50

Was soll man als normaler Mensch tun? Bartlett schlägt vor: in etwas richtig gut werden und mit Menschen umgehen lernen. Cuban stimmt zu und erzählt, er investiere in Firmen, bei denen sich Menschen leibhaftig begegnen, etwa in Kopfhörer-Discos. Video ab 0:56:47

Der MenschGeld, Ruhm und eine späte Einsicht

Reichtum habe ihm Freiheit gegeben, aber keinen besseren Menschen aus ihm gemacht: „Wenn du arm unglücklich bist, wirst du es wahrscheinlich auch reich sein.“ Video ab 1:02:39 Früher habe er seine Mitarbeiter angeschrien, bis ihm sein Geschäftspartner Todd Wagner sagte, die Leute hätten Angst vor ihm. Freundlich sei er weiter gekommen. Video ab 1:03:20 Schwerer als reich zu sein, sei es gewesen, berühmt zu sein. Video ab 1:05:36 Nach dem Tod seiner Eltern habe er gemerkt, wie wenig Zeit bleibt. Deshalb habe er die Mavericks verkauft und bei Shark Tank aufgehört, um bei seinen Kindern zu sein. Video ab 1:11:09

Einstellen könne er schlecht, weil er als Verkäufer in jedem Bewerber das Gute sehe. Seine Firmen stellten deshalb langsam ein und trennten sich schnell. Video ab 1:16:02 Bei den Mavericks holte er ehemalige Spieler zurück, die jeweils einen aktuellen Spieler mit ähnlichen Fähigkeiten betreuten, und stellte mit seinem früheren Statistikprofessor Wayne Winston nach eigenen Worten den ersten hauptamtlichen Datenanalysten der Basketballliga ein. Video ab 1:18:27

Die GesundheitArzneimittel zum Einkaufspreis

Was er sich für die kommenden Jahre vornimmt, ist das amerikanische Gesundheitswesen. Drei große Unternehmen beherrschten dort nach seinen Worten den Arzneimittelmarkt. Er besuche deshalb die Chefs großer Arbeitgeber, die die Gesundheitskosten ihrer Beschäftigten selbst tragen, und rede ihnen ins Gewissen. Video ab 1:28:34 Bartlett spricht ihn auf einen gemeinsamen Auftritt mit Präsident Trump an. Cubans Antwort: Alles, was Menschen gesünder macht und ihnen Geld spart, sei ihm recht, egal von wem. Video ab 1:29:25

Die GegenprobeWas sich nachprüfen lässt

Cubans Zinszahlen stimmen in der Größenordnung. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe lag laut US-Finanzministerium Anfang Oktober 2026 zwischen 5,2 und 5,3 Prozent, das passt zu seinen 5,2 Prozent. Bis zum Sendetag am 26. Oktober fiel sie auf 5,0 Prozent. Die Nettozinsen des Bundes betrugen im Haushaltsjahr 2026 nach dem Haushaltsbüro des Kongresses 1.143 Milliarden Dollar, elf Prozent mehr als im Vorjahr. Das Defizit lag bei 2,0 Billionen Dollar.

Dass Meta sich ein Vielfaches seines Mittelzuflusses leiht, steht so in keiner Unterlage, die wir einsehen konnten. Nach dem Jahresbericht an die Börsenaufsicht blieben Meta 2025 nach allen Investitionen 43,6 Milliarden Dollar übrig, die langfristigen Schulden lagen bei 58,7 Milliarden Dollar. Für 2026 plant Meta aber Investitionen von 115 bis 135 Milliarden Dollar, deutlich mehr als 2025 hereinkam. Dass Nvidia die halbe Branche subventioniert, ist eine Zuspitzung. Belegt ist, dass Nvidia in den ersten vier Monaten 2026 nach einer Auswertung des Senders CNBC mehr als 40 Milliarden Dollar in KI-Firmen gesteckt hat, davon 30 Milliarden in OpenAI.

Dass KI kein Video aufnehmen könne, trifft so nicht zu. Google gibt für sein Modell Gemini ausdrücklich an, dass es Videos auswerten kann. Cubans eigentlicher Punkt ist die Verzögerung bei Live-Bildern, etwa an einer Kreuzung. Ob Paragraf 230 auch die Empfehlungsprogramme der Plattformen schützt, ist in den USA umstritten. Der Oberste Gerichtshof hat die Frage 2023 im Fall Gonzalez gegen Google ausdrücklich offengelassen.

Die Mavericks hat Cuban im Jahr 2000 gekauft. Für den Verkauf der Mehrheit an die Familien Adelson und Dumont Ende 2023 wurde der Wert des Teams nach Berichten auf 3,5 bis 4 Milliarden Dollar beziffert, Cuban nennt 4,3 Milliarden. Er hält weiter 27 Prozent. Den gemeinsamen Auftritt mit Trump gab es am 18. Mai 2026 im Weißen Haus. Dort wurde angekündigt, dass die staatliche Bestellseite TrumpRx mehr als 600 Nachahmerpräparate zu den Preisen von Cost Plus Drugs aufnimmt, so Bloomberg Government.

EinordnungWas das für Europa heißt

Cubans Warnung vor einer Blase betrifft Europa direkt, auch wenn hier weniger Rechenzentren auf Pump gebaut werden. Fachleute der Europäischen Zentralbank rechnen in einem Blogbeitrag vom 17. August 2026 mit einer Korrektur der KI-Kurse, ob die heutigen Preise vernünftig sind oder nicht. Private Haushalte im Euroraum halten demnach rund 440 Milliarden Euro in amerikanischen Technologieaktien, meist über Fonds. Weil die Börsen eng zusammenhängen und Zentralbanken wie Staaten heute weniger Spielraum für Gegenmaßnahmen haben als um das Jahr 2000, schreiben die Autoren sinngemäß: Ein Einbruch der KI-Werte in den USA bliebe kein amerikanisches Problem.

Bei den Empfehlungsprogrammen der Plattformen, die Cuban für die Jagd nach schnellem Geld verantwortlich macht, geht die EU einen anderen Weg als die USA. Nach dem Gesetz über digitale Dienste müssen sehr große Plattformen nach Artikel 38 mindestens eine Auswahl für ihren Nachrichtenstrom anbieten, die nicht auf einem Persönlichkeitsprofil des Nutzers beruht. Artikel 28 verpflichtet Plattformen, die Minderjährige nutzen, zu einem hohen Schutz für Privatsphäre und Sicherheit.

Bei den Arzneimittelpreisen, gegen die Cuban kämpft, ist die Lage in Deutschland grundlegend anders geregelt. Nach Paragraf 130b des Fünften Sozialgesetzbuchs verhandeln Hersteller und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen den Erstattungsbetrag, nachdem der Zusatznutzen eines Mittels bewertet wurde. Wie ein anderer Gast die KI-Blase begründet, zeigt unsere Folge mit Ed Zitron.

Zusammenfassung und Einordnung von kipode.de. Der Text ist unser eigener; Aussagen im Original mit Zeitmarke. Das Video stammt von The Diary of a CEO und wird über den offiziellen YouTube-Player eingebunden. Keine offizielle Übersetzung, keine Verbindung zum Podcast.

Über Transatlantik

Was drüben gesagt wird, hier nachlesbar.

Transatlantik ist die Abteilung von kipode.de für amerikanische Debatten über künstliche Intelligenz. Wir hören die Gespräche zu Ende, fassen sie in eigenen Worten zusammen und setzen Zeitmarken ins Original, damit jede Aussage nachprüfbar bleibt.

Am Schluss steht die Frage, die drüben niemand stellt: Was heißt das für uns in Europa? Jede Folge gibt es auf Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch.

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